Uni Regensburg: „Hinter verschlossenen Türen“


Alljährlich ruft Jürgen Daiber, Professor für Literaturwissenschaft, studierende Wortkünstler und angehende Literaturnobelpreisträger auf, sich innerhalb von zwei Semestern mit dem Handwerk des kreativen Schreibens vertraut zu machen. Getreu dem Motto „Man muss die Regeln kennen, um sie zu brechen“ lernen Studierende, welche Werkzeuge sie in ihrem Baukasten parat haben sollten. Das Ergebnis gibt es am 8. Februar um 19:30 Uhr zu hören.

Türen existieren. Ob man will oder nicht. Man kann sie öffnen oder schließen, sie fallen einem ins Gesicht oder ins Schloss, man kann den berühmten „Fuß in der Tür haben“ oder einen Spruch im Kalender, der lautet: „Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine andere.“ Türen sind so groß wie das Ego mancher Präsidenten oder so klein, dass sie in eine Hosentasche passen. Sie sind aus Holz, Glas oder Metall, gerne auch mal unsichtbar oder aus Papier. Auf manchen steht „Drücken“, auf anderen „Ziehen“, wieder andere öffnen sich von selbst, lassen sich nur schwer öffnen oder verlangen nach einem Schlüssel. Es gibt ein Davor und ein Danach und nur der Kontext verrät, auf welcher Seite man sich befindet.

Vampire brauchen eine Einladung, um sie zu übertreten. Im Jenseits steht man vor dem Tor zur Hölle oder zum Himmel. Marias Jungfräulichkeit ist symbolisiert als geschlossene Pforte. Glaubt man der Psychologie, vergessen wir Dinge, wenn wir über eine Schwelle treten, und römische Feldherren ziehen nicht irgendwie, sondern durch Triumphbögen in die ewige Stadt ein. Es gibt die Vorstellung von der Vagina als dem Urtor des Lebens, der Geburt als erste Tür, durch die wir schreiten und psychoanalytische Ansätze von der Tür als Symbol unseres Bewusstseins und als Facette unseres Ichs. Die Narbe da an deinem Knie? Eine Tür. Der Tag als du und dein Bruder euch in die Altpapiertone gesetzt und den Abhang hinunter gedüst seid? Eine Tür. Durchgerasselt in der Textanalyse-Klausur? Definitiv eine Tür. Alles ist Tür. Und egal ob verschlossen oder offen, davor oder dahinter, psychologisch
oder phantastisch: Anja Lechler, Annika Grittner, Ramona Rangott, Verena Warga und Anja Seemann präsentieren am 8. Februar im Rahmen der Abschlusslesung der Schreibwerkstatt fünf kurze Texte über die Türen unseres Daseins und was passiert, wenn man an eine Drehtür kommt. Oder an einen Saloon.

Der Eintritt kostet 3,00 Euro. Beginn ist um 19:30 Uhr im W1-Zentrum für junge Kultur (Weingasse 1, Regensburg).
Bildquelle: Kamerafoto / sonstige | Schreibwerkstatt Universität Regensburg



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