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"Bodyguard" war 1992 als Film erfolgreich. Vor allem dank des über 45 Millionen Mal verkauften Soundtracks war es nur eine Frage der Zeit, bis der Stoff auch als Musical aufbereitet werden würde.

Aber was für das ganz große Kino funktioniert, klappt nicht automatisch auch auf der Musical-Bühne. Die Adaption von Dirty Dancing beispielsweise war recht schnell ausgetanzt. Doch bei zwei Jukebox-Musicals scheint der Plan aufzugehen: Nachdem in Hamburg „Pretty Woman – das Musical“ fulminant gestartet war, feierte man in München nun eine gelungene Premiere von „Bodyguard – das Musical“. Nicht einmal zwei Monate lang wird die Mega-Show im Deutschen Theater gastieren. Wer also noch mitsingen, mitträumen und mitreden möchte, muss schnell sein und sich Tickets sichern.

Kernhandlung und Schauplätze vom Film von Alexander Dinelaris (Drehbuch, Oscar für Birdman) sind geblieben und wurden von ihm nur zurechtgestutzt: Bodyguard Frank Farmer wird engagiert, um Popstar Rachel Marron vor einem Mann zu beschützen, der ihr Drohbriefe schreibt und bereits einmal in ihr Haus eingedrungen ist. Sie verlieben sich, er weist sie auf Grund seiner Arbeitsbeziehung mit ihr zurück. Der Thriller-Aspekt wurde für das Musical, genauso wie ein paar Charakterdetails, geringfügig geändert – was den Spannungsfaktor betrifft allerdings eher zum Nachteil. Dafür gibt es mit Rachels Schwester Nikki Marron, die sich ebenfalls in Frank Farmer verliebt, eine zusätzliche Beziehungsfacette.

Spannung zu erzeugen, ist nur in wenigen Szenen wirklich gelungen – etwa wenn der Stalker in Marrons Villa oder abgelegene Hütte eindringt. Die entscheidende Szene für die Oscarverleihung wirkt eher berechenbar und somit spannungslos. Aber es geht schließlich um Liebe. Immer. In jedem dieser grandiosen Whitney-Houston-Hits oder wie sie Rachel Marron selbstironisch bezeichnet: „Irgendwer-vermisst-immer-irgendwen-Songs“.

Natürlich könnte man nun sagen, die 2012 in London welturaufgeführte Musicalversion sei nur ein seichter Abklatsch des damals zwanzig Jahre alten Kinowelterfolges. Mit einfacher Story und ohne die grandiose Soul-Diva Whitney Houston. Ohnehin schien 2012 für das Musical „Bodyguard“ ein mystisches Jahr gewesen zu sein. Im Februar erlag Whitney Houston ihrem Drogentod – viel zu jung und viel zu früh. Im November machte eine niederländische Musicalsängerin mit karibischen Wurzeln mit ihrer souligen Stimme bei „The Voice of Germany“ erstmals in Deutschland auf sich aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt wusste Aisata Blackman noch nicht, dass sie einmal die Rolle ihres großen Vorbildes als Rachel Marron verkörpern sollte.

Das Auffallendste an „Bodyguard“: Es ist ein Musical mit nur zwei echten Gesangsrollen. Solistisch agieren ausschließlich die beiden weiblichen Hauptrollen: Neben Aisata Blackman als Rachel Marron brilliert ebenso Andrea Del Solar als deren Schwester Nicki Marron. Die Tatsache, dass sämtliche männlichen Haupt- und Nebenrollen nicht singen – bis auf eine kleine Karaoke-Einlage von Jo Weil (der den ohnehin nicht gerade für Emotionsausbrüche bekannten Kevin Costner an Spielsteife toppt) als Bodyguard Frank Farmer –, verzeihen die Besucher recht schnell.

Denn was er schon vor dem Duett der beiden Soul-Sisters „Run To You“ geboten bekommt, ist bereits Stimmakrobatik vom feinsten. Selbst eine Beyonce wäre bei diesem Konzert nur das Vorprogramm. Bei den Welthits von Whitney Houston trennt sich stimmlich bekanntermaßen die Spreu vom Weizen – Aisata Blackman und Andrea Del Solar könnten eine Jahrhunderternte einfahren.

Und da es sich bei „Bodyguard“ um ein Musical handelt, darf eine Portion Kitsch natürlich nicht fehlen. So wirken die technisch beeindruckenden Projektionen von Frank Farmer und Rachel Marron eher wie ein Rosamunde-Pilcher-Vorspann und nehmen den Zauber vom großartigen Blackman-Solo „I will always love you“. Ein so lupenrein gesungener Track, bei dem man denken könnte, es wäre Whitney im Original vom Band.

Bei den wenigen Up-tempo-Nummern mit Ensemble wird dafür choreographisch und optisch richtig was geboten. Und da es sich eben um ein Musical handelt, gibt es– im Gegensatz zum Film – zum Glück eine fetzige Zugabe. Und wer nach „I Wanna Dance With Somebody“ nicht noch selbst irgendwo anders das Tanzbein schwingen geht – ist selbst schuld. Alles in allem eine tolle Show, die großes Entertainment bietet.

Karten für Blockbuster-Musical „Bodyguard“ gibt es im Deutschen Theater München.
Bildquelle: Kamerafoto / sonstige | Jörg Haas, Jörg Haas, Deutsches Theater, Jörg Haas

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