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Seit ein paar Tagen stehen in Regensburg wieder Tonnen an Lebkuchen in allen Farben und Formen in den Regalen. Doch wie wird das kultige Gebäckstück eigentlich hergestellt? Und was denken die Regensburger darüber, dass es jetzt schon wieder zum Kauf bereit steht?

Alle warten gespannt auf Heiligabend, vor allem der liebe Nachwuchs. Denn dann ist es endlich soweit: Auf einem Tischchen neben dem Weihnachtsbaum steht ein Teller voller Lebkuchenherzen und -sterne bereit. Man stürzt sich auf die Leckereien und streitet sich regelrecht darum. Kennen Sie dieses Szenario? Nein? Kein Wunder, denn mittlerweile steht das Kultgebäck schließlich schon Mitte August im Regal und die Weihnachtsmärkte schießen ab September in den Supermärkten aus dem Boden. Kein Grund, mit dem Kauf bis Dezember zu warten. Weihnachtsvorfreude im Sommer? Von wegen. Anscheinend gibt es zwar genügend Leute, die auch schon jetzt zugreifen, doch wo bleibt denn das Weihnachtsfeeling, wenn man bei 30 Grad mit Lebkuchen in der Sonne sitzt? Eine Befragung des Lifestyle-Magazins INSIDE bestätigt: 82,6% der Teilnehmer fanden, dass August viel zu früh ist für den Gewürzkuchen, wohingegen nur 17,4% froh darüber sind, ihn auch jetzt schon kaufen zu können.

Wir wollten wissen, was Regensburger und Regensburgerinnen davon halten und haben einige Passanten befragt. Veronika (29) sagt: "Ich finde das total furchtbar. Es ist immer noch Sommer und der Winter ist noch weit weg. Ich esse total gerne Lebkuchen, aber die gehören für mich erst ab Dezember ins Regal." Derselben Meinung sind auch Susanne (41) und Karen (71). Sie wollen den Gewürzkuchen erst im November beziehungsweise nach dem ersten Advent in den Supermärkten sehen. Beide mögen die Leckerei, "aber alles zu seiner Zeit." 

Queckomat ? Marke Eigenbau

Der Queckomat, der vor vielen Jahren von einem hauseigenen Mitarbeiter namens Queck entwickelt wurde, produziert den Lagerteig. Die Maschine knetet und mischt sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag Mehl und Flüssigzucker. Nach sechs Minuten Rotation sind 185 Kilogramm Teig entstanden, der nun im Kühlraum auf 20 Grad herabgekühlt wird. Innerhalb von drei Tagen entwickeln sich nun der typische Geschmack und wichtige Enzyme. Nun wird der Teig mit Zuckercouleur, Gewürzen und Treibmittel gemischt und zu einem braunen Teppich gepresst, der vier Zentimeter hoch und 120 Zentimeter breit ist. Dieser wird zur Sicherheit anschließend durch den Metalldetektor geschickt. Eine Walze bringt daraufhin den Teig in Form und sticht Sterne sowie auch Herzen aus ? 1.344 Stück pro Minute, das entspricht 2.300 Kilogramm pro Stunde.

Jetzt wird das Gebäck bei 300 Grad für vier Minuten in den Ofen gesteckt und danach mit Wasser besprüht. Hierbei muss die Menge pro Lebkuchen haargenau kalkuliert sein, da sonst keine 18-monatige Haltbarkeit gewährleistet werden kann. Nachdem die Oberfläche durch Wärme und Wind getrocknet wurde, führt eine Passage die Leckereien durch eine Kuvertüre-Walze. Der Schoko-Überschuss muss danach durch ein Gebläse entfernt werden. Jetzt haben die Gebäckstücke fast die Ziellinie erreicht: Sie müssen nur noch in den Endkühlkanal, danach geht es in den Verpackungsraum und nochmal durch den Metalldetektor ? sicher ist sicher.
Ab Mitte August beginnt schließlich die Auslieferung der Waren. Manchmal macht der Firma Weiss  allerdings das sogenannte Oktoberloch einen Strich durch die Rechnung: Ist der Herbst zu warm, sinkt die Nachfrage und die Maschinen müssen im schlimmsten Fall sogar kurzzeitig außer Betrieb gesetzt werden.

Des einen Freud, des anderen Ärgernis

Fast jeder liebt Lebkuchen ? aber wie die 71-jährige Karen schon sagte: Alles zu seiner Zeit. Mittlerweile gibt es sogar Anti-Gewürzkuchen-Gruppen auf Facebook, beispielsweise "Kein Lebkuchen vor dem ersten Advent" oder "Boykott sämtlicher Weihnachtsartikel bis kurz vor dem ersten Advent". Ob dem Wintergebäck im Sommer damit ein Ende bereitet wird? Wir bezweifeln es. Schließlich bestimmen Angebot und Nachfrage den Markt. Und an der Nachfrage nach den weihnachtlichen Leckereien scheint es auch im August nicht zu mangeln.
Bildquelle: |
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