BMW X6 M: Der Bär im Test


Seit elf Jahren schmückt der X6 die Straßen. Und wer bei SUVs auf bullige Kreuzer mit Stil und sportlicher Optik steht, der kommt um den X6 einfach nicht herum. Er ist einzigartig – Bling Bling.
 
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Während ein Range oder eine G-Klasse eher die eckige Kante zeigen, die auch im Gelände eine gute Figur abgeben möchte, zielt der X6M auf den urbanen Dschungel ab und zeigt dabei eine dermaßen sportliche Linie in der Karosserie und der tiefgezogenen Schürzen, dass Porsche sich genötigt sah, dem Cayenne 2018 am Dach ein Stück Elfer einzuhauchen (Filter 200), und Mercedes den GLE 2015 auflegte. BMW war wie so oft voraus.
 
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Der X6 basiert auf dem X5, und so genießen wir das großzügige Platzangebot und gleiten, quasi auf gleicher Höhe, auf die eleganten Sportsitze mit dem in die Kopfstütze integrierten M-Logo. Die Bedienung von Navi, Autoeinstellungen, Telefonie und Multimedia über den I-drive Joystick sind vorbildlich. In der Mitte thront auf der Konsole das rund 26 Zentimeter große Display, in dem alles angezeigt wird. Mehr bedarf es nicht. Im Tachobereich beherrschen analoge Instrumente mit der mittigen Ganganzeige das stimmige Bild. Sidekick: BMW verlegte die Start-Stopp-Automatik-Taste neben den Startknopf! Endlich mal ein Platz, wo sie wirklich gut aufgehoben ist und thematisch passt. In der Mittelkonsole sind dafür gruppiert und eingefasst die Wahlmodus-Knöpfe für die Lenkdynamik, die Dämpfer und das Schaltprogramm – also alle dreistufig zwischen Komfort für die Langstrecke und maximaler Härte und Drehzahl, wenn der Fahrer die M-Peitsche auspacken will. Auch das DSC lässt sich dort variieren. Geschalten wird mit der 8-Gang M Steptronic. Sie passt wirklich perfekt zum Fahrzeug, lernt schnell, was der Fahrer gerade vorhat, und passt sich den Anforderungen in punkto Schaltzeiten und Schaltzeitpunkten umgehend an. So kann man auch im Sportmodus mit wenig Drehzahl cruisen, zuckt man am Gas, ist sofort der optimale Gang mit maximaler Power drin und dreht bis zum Finale bei 7000 U/min aus.
 
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Und da kommen wir auch schon zum wichtigsten Punkt: Wer den Startknopf drückt und den 4,4 Liter Biturbo V8 aufröhren hört, bis er sich nach einigen Momenten zu normalem und solidem Standgas beruhigt, der weiß, dass hier kein lauer Ritt zu erwarten ist. Nach ausreichendem Warm-Up entlässt der Pilot damit auch 575 Pferde aus dem Motorraum an den variablen Vierradantrieb. 575 PS in einem SUV – da werden die unfassbaren rund 2.300 Kilogramm Leergewicht temporär zur Nebensache. In 4,4 Sekunden geht es auf 100 km/h, und mit dem M Driver‘s Package ist auch erst bei 280 km/h Schluss. Doch wie schlägt er sich da, wo das Gewicht eben wichtig wird? Wir fahren hinaus Richtung Bogen, die Straßen werden kleiner und kleiner. Kleine Pässe, Kurven, Bayern fast wie in den Alpen, nur nicht so überlaufen. Und er kann: Der hinterradlastige Vierrad bringt die Power meist voll auf den Asphalt, zum Ausbrechen muss man den Radius der Kurve schon absichtlich unterschneiden, um das Heck in Wallung zu versetzen. 750 Nm ab grob 2.000 U/min. Das kurze Turboloch erfährt man jedoch lediglich, wenn man sich und die Straße vergisst und versehentlich mit 1.000 U/min durch die Gegend cruist. Denn da summt der V8 einfach nur seidigst vor sich hin. Ganghebel ziehen, und volle Power liegt sofort an, die Mundwinkel wandern nach hinten oben.
 
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Lastwechsel, also aneinandergereihte Kurven, meistert der Corpus Grande erstaunlich gut – man muss es wirklich leichtfüßig nennen. Es ist kein GT3 (motofilter 2019/20), aber ein SUV ist es definitiv auch nicht. BMW hat ein perfektes Fahrwerk geschaffen, das weder durch Wanken, Einnicken oder sonstige Überraschungsmanöver die Spur verzieht. Auch die 285er Pneus tragen intensiv zum Grip bei. Der X6 M beschleunigt wie ein Jet. Linearantrieb in die Mitte des Universums. Man bemerkt den Speed nicht. Wirklich wichtig ist es deshalb, den Bremszeitpunkt vor der Kurve richtig einzuschätzen. Die 6-Kolben-Anlage beißt perfekt – aber trotzdem muss hier einiges an Masse entschleunigt werden.
 
Bei 100 km/h gluckern noch 8,5 Liter durch, bei 130 schon 10,5 Liter auf 100 Kilometer. Masse und die schiere Größe des SUVs, an dem der Fahrtwind hobelt, fordern eben ihren Tribut – aber nicht vergessen: 575 PS. Der Orkan, der hier durch Mark und Bein fährt, sucht seinesgleichen und ganz ehrlich: Da ist BMW doch eine deutliche Schippe unter anderen Markenvertretern, wenn es um den Neupreis geht (ab 120.000 Euro). Top Gebrauchte mit unter 30tkm gibt es ab rund 87.000 Euro.
Bildquelle: Kamerafoto / filterVERLAG | Lengfellner



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