Porsche Cayman GTS im Test


Midseason in der Endseason. Oder anders gesagt: Wenn es draußen kalt wird und der Winter sich langsam anschleicht, legt der seit 2017 gebaute Cayman GTS eine große Schippe Kohlen nach und heizt dem Fahrer mächtig ein.
 
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Die Sonne scheint, grob zehn Grad hat es mittags noch. Ein herrlicher Tag mit blauem Himmel, hier und da sind noch rote und gelbe Tupfen an den meist schon kahlen Bäumen. Das mehr als großzügig im GTS verspannte Alcantara-Leder lädt in solch kühlen Zeiten zum Kuscheln ein. Im Sommer die Feuchtigkeit absorbierend, im Winter des Fahrers Hände und Heckpartie wärmend – ein angenehmer Zusatznutzen. Ist die Maschine dann auf Betriebstemperatur, heißt es: Klappenanlage auf, Fahrwerk, Motorkennlinie und das PDK in den Sportmodus und ab geht es auf eine große Runde Richtung Straubing, die ruhigen Landstraßen außen herum und weit unten über die B15n zurück.
 
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Das Fahrwerk ist ein Traum. Tja, Porsche hat dafür eben auch die besten Voraussetzungen geschaffen: das Mittelmotorkonzept des Caymen und Boxters. Das treibt dem Elferfetischisten (mir) immer wieder die Neidtränen in die Augen. Kompakt, leichtfüßig, maximal präzise. Die Masse verteilt sich wesentlich näher um die Drehachse, um das Zentrum des Autos. In der Kurve ist damit im Grenzbereich weit mehr Kontrolle möglich, als wenn das Gewicht beispielsweise auf und vor der Vorderachse ruht. Ebenso natürlich bei schnellen Lastwechseln: Hier wird nicht um einen vorne oder hinten liegenden Schwerpunkt rotiert oder geschoben, hier haben alle Räder beste Chancen, das drohende Chaos in den Griff zu bekommen, bevor die Haftreibung zur Gleitreibung abbaut.

Natürlich kommt dem Cayman auch die kürzere Karosserie zugute. Er wird sicher gerne auch ein bisschen kleiner gehalten, um dem Elfer seinen Raum zu lassen. Zwei Sitze hinten fehlen ihm auch, es gibt eben kein hinten, nur – zusätzlich zu vorne – eine große Staufläche unter dem Heckdeckel.
 
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Aber genau das spart ihm auch Spagate. Und so steht und fährt hier ein rassig knackiges Sportwagenkonzept und möchte durch die Kurven gepeitscht werden. Haftung gibt es dabei vorne von 235ern und hinten von 265ern auf 20-Zöllern. Eingefangen wird der GTS von einer gegenüber dem regulären 718er nochmals verstärkten Bremsanlage mit roten Sätteln – schön! Apropos Sättel: Die elektrisch verstellbaren und schön schlank anmutenden Sportsitze mit Alcantara-Einlagen geben maximalen Seitenhalt und sind trotzdem absolut langstreckentauglich!

Wie zweckorientiert unterschiedlich können Turbomotoren doch sein! Ein Porsche SUV-Motor mit viel Hub bringt schon bei 2.000 U/min 850 Nm, während dann auch bei 4.000 U/min schon geschaltet werden muss. Im Cayman GTS hingegen haben die Ingenieure einen sportlich sonor-bräsig brummenden 2,5 Liter Biturbo verbaut, der artgerecht bis 7.500 U/min ausgedreht werden möchte. Unten ruhig und dann an Kraft immer weiter zunehmend, ganz ähnlich einem Sauger! 269 kW – 365 PS!
 
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Lader mit großem Querschnitt garantieren hier genug Luft für die Brennräume am Drehzahlende. 4,1 Sekunden auf 100 sagen viel, fast noch beeindruckender ist aber der Druck, den der GTS bei etwa 180 km/h im fünften Gang aufbaut. Er reißt die Nadel geradezu über 200, und bis 240 gibt es auch kein Halten. Vmax ist dann 290 km/h! Dieser radikale Durchzug obenherum in hohen Gängen – fantastisch. Auch fein: Das optionale 7-Gang PDK schaltet – falls man gerade mal brav fahren mag – früh, und bei 130 km/h verbrauchen wir gerade mal 7,1 Liter auf ebener Strecke für 100 Kilometer. Dazu die steife Karosserie und das perfekt abgestimmte Fahrwerk: ein Gedicht. Dass hier unter 1.400 Kilogramm (leer) bewegt werden, ist das Zünglein an der Waage. Ja, der Elfer ist einfach der eleganteste. Aber wenn man sich mal wieder richtig jung fühlen mag, die Dachkante etwas tiefer im Sichtfeld ruhen soll, das ganze Cockpit sich doch enger um den Fahrer wickeln möchte und es dabei flach und böse außen sein darf, dann ist der GTS, diese geniale Fahrmaschine, die richtige Wahl.
 
Der GTS liegt ab 78.356 Euro handgeschalten und mit seiner schon exklusiven Grundausstattung unter dem Christbaum (diesen Artikel bitte einfach an die Frau weitergeben!). Ein normaler Caymen beginnt übrigens bei 55.508 Euro. Beim GTS gibt es aber dafür in Serie schon das zehn Millimeter tieferlegende adaptive Sportfahrwerk, 20-Zöller, Porsche Torque Vectoring mit mechanischer Hinterachssperre (!) und das Sport Chrono-Paket – samt Extrapowerbutton.

Und ja, das ist er absolut wert!
Bildquelle: Kamerafoto / filterVERLAG | Lengfellner



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