Nicht gescheitert, nur teurer!

Gestern stimmten die Studierenden der Uni Regensburg über das Semesterticket ab. Dabei sprachen sie sich für eine Erhöhung des Ticketpreises um 20 Prozent aus. Damit bliebe das Ticket, so wie es jetzt ist, bestehen.

Gestern wurde auch in Regensburg gewählt ? natürlich wurde dabei keine weltbewegende Entscheidung getroffen, wie etwa in den USA. Doch um Bewegung bzw. Fortbewegung ging es bei der Wahl dennoch.

Denn die Studierenden der Universität Regensburg stimmten darüber ab, wie es mit dem Semesterticket weitergehen solle.

Volles Haus ? leere Kassen

Im bis auf den letzten Platz besetzten Audimax haben am 6. November 2012 mehr als 2.500 Studierende der Universität Regensburg in ihrer Vollversammlung ihr Votum zum Semesterticket abgegeben.

Die Studierenden erteilten den von den Verkehrsbetrieben geforderte Ticketpreiserhöhung um 47 Prozent eine klare Absage. 20 Prozent mehr dürften es aber sein. Das bedeutete, dass das Ticket fortan 59 anstatt 49 Euro kosten würde.

Verkehrsbetriebe vs Studierende

Die Abstimmung war nötig geworden, nachdem RVV und die Bahngesellschaften agilis, Vogtlandbahn und DB Regio insgesamt eine Erhöhung des Preises von 49 Euro auf 72 Euro (+47 Prozent) gefordert hatten. Studentenwerk und Studierendenvertretung hatten in den vorangegangenen Verhandlungen bereits eine Erhöhung um 10 Euro auf 59 Euro (+ 20 Prozent) angeboten, sich aber dazu entschieden, die Studierenden über die maximale Höhe der Preiserhöhung abstimmen zu lassen.

Die versammelten Studierenden bestätigten nun mit überwältigender Mehrheit die 59 Euro als Maximalgebot und erteilten weitergehenden Forderungen eine Absage. In den vorangegangen Reden hatte Gerlinde Frammelsberger, Geschäftsführerin des Studentenwerks Niederbayern/Oberpfalz, bereits klargestellt, dass sie das Votum der Vollversammlung als bindend betrachtet.

Weder Karl Raba (Geschäftsführer des RVV), noch Bastian Goßner (Referent der Agilis Bahngesellschaft, stellvertretend für alle beteiligten Eisenbahngesellschaften) konnten die Studierenden von der Berechtigung ihrer Forderungen überzeugen. Die ebenfalls geladenen politischen Vertreter des RVV, Oberbürgermeister Hans Schaidinger und Landrat Herbert Mirbeth, hatten ihre Teilnahme an der Vollversammlung bereits im Vorfeld abgesagt.

Dennoch sieht die Studierendenschaft klar die Politik in der Pflicht. So äußerte sich Matthias Zunhammer, Studentischer Sprecher, nach der Vollversammlung: "Es liegt nun bei den Politikerinnen und Politikern von Stadt und Region, ob das Semesterticket scheitert oder ob ihnen die Vorteile des Semestertickets 26 Euro pro Studierenden im Jahr wert sind."

Doch wieder zu Fuß unterwegs - Spontan-Demo

Die Vollversammlung sprach sich am Ende der Veranstaltung gegen eine spontane Demonstration aus. Unabhängig davon zog eine Gruppe von über 50 Studierenden in die Albertstraße um ihren Unmut über die überzogenen Forderungen Kund zu tun. Mit weiteren Demonstrationen seitens der Studierenden ist in nächster Zeit zu rechnen.
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