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Das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg mit der Kinder- und Frauenklinik St. Hedwig ist Bayerns einziges Krankenhaus, welches für 2018/2019 das Gold-Zertifikat der deutschlandweiten Aktion „Saubere Hände“ erhalten hat. Dank strenger Hygienemaßnahmen und trotz heftiger Influenzasaison besitzen die Barmherzigen Brüder im bundesweiten Vergleich innerhalb des Krankenhauses eine extrem niedrige Grippe-Ansteckungsrate. Die strikten Vorgaben schützen Patienten und Mitarbeiter, sich im Krankenhaus mit dem Grippevirus zu infizieren.

„Die Grippe hat Deutschland fest im Griff. Doch unsere großen Anstrengungen um die richtige Krankenhaushygiene zahlen sich gerade richtig aus“, berichtet Privatdozent Dr. Andreas Ambrosch vom Institut für Labormedizin, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des Krankenhauses Barmherzige Brüder Regensburg. Das Krankenhaus wurde nun als erstes und bislang einziges in Bayern in diesem Jahr mit einem Gold-Zertifikat von der Bundes-Aktion „Saubere Hände“ ausgezeichnet. Seit vier Jahren arbeitet Dr. Ambrosch an einem sinnvollen Maßnahmenplan zum Schutz der Patienten gegen so genannte nosokomiale Infektionen. Das sind Infektionen, welcher sich ein Patient während eines Krankenhausaufenthaltes holt. Insbesondere immungeschwächte Patienten oder Patienten mit chronischen Erkrankungen sind gefährdet. „Die Rate einer bei uns im Krankenhaus erworbenen Grippe liegt aktuell lediglich bei sehr niedrigen 6 Prozent. Und das, obwohl wir dieses Jahr eine sehr intensive Grippesaison haben.“ In einer Studie von 2017, an der sich vier Universitätskliniken Deutschlands beteiligt hatten, lag die Rate einer im Krankenhaus erworbenen Grippe dagegen durchschnittlich bei 17 Prozent.

Die Aktion „Saubere Hände“ hat das Regensburger Krankenhaus Barmherzige Brüder mit seiner Kinder- und Frauenklinik St. Hedwig die höchste Auszeichnung für seine Hygienequalität und exzellente Hygienestrukturen verliehen. In ganz Deutschland gibt es nur 29 von über 1000 teilnehmenden Kliniken, die diesen hohen Ansprüchen gerecht werden. Die Barmherzigen Brüder erlangen die Auszeichnung schon zum zweiten Mal in Folge. „Patientensicherheit wird bei uns groß geschrieben. Wir beteiligen uns deshalb an der bundesweiten Aktion „Saubere Hände“ und unternehmen viel, um Krankenhausinfektionen vorzubeugen“, erklärt Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler. „Gute Hygiene ist Teamarbeit und liegt zugleich in der Eigenverantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters“, stellt Dr. Kestler heraus. „Denn die Anforderungen dieser Zertifizierung zu erfüllen, ist nur möglich, wenn sich jeder Mitarbeiter engagiert und das eigene Hygieneverhalten verbessert.“

Nicht nur die Grippeviren sind ein Thema im Krankenhaus. Nahezu alles, was wir mit unseren Händen anfassen, ist mit Keimen behaftet. Über eine halbe Million Menschen erkranken in Deutschland jährlich an sogenannten nosokomialen Infektionen. Weil die Hauptüberträger der Erreger die Hände sind, ist die Händehygiene die wichtigste Präventivmaßnahme zur Vermeidung solcher Infektionen. „In der Grippesaison erlangt der Mund-und-Nasenschutz zusätzlich eine besondere Bedeutung, um sich vor einer Ansteckung zu schützen“, erläutert Krankenhaushygieniker Dr. Ambrosch.

Zu den aktuellen Maßnahmen des Krankenhauses gegen die Grippewelle gehören neben einer flächendeckenden Aufklärungskampagne auch die konsequente Ausgabe von Mund-und-Nasenschutz an Patienten und Besucher sowie die verstärkte Möglichkeit, sich die Hände zu desinfizieren. Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, Mund-und-Nasenschutz zu tragen, wenn auf ihrer Station mehr als zwei Patienten an Grippe erkrankt sind. Zusätzlich bietet das Haus den Mitarbeitern an, sich kostenlos gegen Influenza impfen zu lassen. „Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre verwenden wir hierfür ausschließlich den Vierfach-Impfstoff, der auch aktuell am besten gegen eine Ansteckung schützt“, so Dr. Ambrosch. Er betont weiter: „Außerdem testen wir sehr großzügig alle Patienten, bei denen der Verdacht auf Grippe besteht, mit einem sehr sensitiven Schnelltest. Denn unsere Untersuchungen in den letzten Jahren haben gezeigt, dass gerade ältere Patienten bei einer Grippeerkrankung nicht grundsätzlich die typischen Grippesymptome wie Husten, Gliederschmerzen oder Fieber aufweisen.“

Auch auf der Ebene der Forschung ist das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg ganz vorne bei der richtigen Krankenhaushygiene dabei. In zwei Studien, die von den psychologischen Instituten der Universitäten Ulm und Regensburg initiierten worden sind, soll am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder untersucht werden, wie die Händehygiene bei Mitarbeitern, Patienten und Besuchern noch weiter verbessert werden kann. „Zusätzlich zu den bewährten Maßnahmen wie Schulung, Aufklärung und einem regelmäßigen Feedback der Hygienefachkräfte an die Mitarbeiter wollen wir vollkommen neue Wege gehen“, so Dr. Ambrosch. „ Mit der Universität Ulm untersuchen wir, inwieweit die Empathie der Mitarbeiter Einfluss auf die Handhygiene hat und wie diese befördert werden kann. Mit der Universität Regensburg prüfen wir, wie man die Krankenhausbesucher noch besser in das Hygieneverhalten einbeziehen kann.“ An der Studie aus Ulm wird sich demnächst auch die renommierte Charité in Berlin beteiligen.

Das Team um Dr. Ambrosch besteht aus sechs Hygienefachkräften, die in Vollzeit eine zweijährige Ausbildung absolviert haben. Zusätzlich haben in jeder Fachklinik mindestens ein Arzt sowie ein bis zwei Pflegekräfte eine Zusatzausbildung im Bereich Hygiene. Gemeinsam mit den Hygienefachkräften, den hygienebeauftragten Ärzten und Pflegekräften kümmern sich um die 100 Mitarbeiter um alle Aufgaben der Krankenhaushygiene.

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