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So absurd viele von ihnen auf den ersten Blick wirken mögen, sie finden doch immer wieder ihre Anhänger – und das sind meist nicht wenige. Doch wer ist eigentlich besonders empfänglich für Fake News?

Wer viel liest und seine Informationen nicht nur aus der Online-, sondern auch aus der Offline-Welt bezieht, umgeht die Gefahr, Fake News aufzusitzen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Professor Christian Montag und Cornelia Sindermann von der Uni Ulm. In einer Studie haben sie den Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit und der genutzten Nachrichtenquellen und dabei auch Rückschlüsse darüber gewinnen können, welche Personen besonders anfällig für Falschmeldungen sind. Den Psychologen der Uni zufolge haben junge Menschen, die ihre Nachrichten ausschließlich über soziale Medien beziehen und sich nur dort informieren, ein hohes Risiko, in eine Filterblase oder Echokammer zu tappen. Aufgrund von Algorithmen werden dem User in der sozialen Welt Meinungen und Informationen vorselektiert, die mit seinem Weltbild konform gehen. Dass die Meinungsbildung dadurch nur noch einseitig erfolgt, ist ein nicht unbedenklicher Faktor davon. Dass der Nutzer leichter auf Falschnachrichten hereinfällt, ist ein weiterer Punkt, der gerade in einer Krisensituation wie der anhaltenden Pandemie fatale Auswirkungen haben kann.

Für ihre Online-Befragung haben die Forscher die Daten von 1.681 Probanden ausgewertet. Gefragt wurden die Teilnehmer, welche Nachrichtenquellen sie in den vergangenen sechs Monaten präferiert haben – Internet, TV, Radio, Printprodukte oder den Newsfeed sozialer Medien. Daraus ergaben sich wiederum drei Konsum-Gruppen: Personen, die sich ausschließlich via sozialer Medien informieren, Probanden, die neben dem Newsfeed weitere Online-Medien nutzen, und eine Gruppe, die ihre Nachrichten ausschließlich aus Offline-Medien wie Print, TV oder Radio bezieht. Probanden, die sich online und offline informieren, blieben in der Analyse außen vor, da davon ausgegangen wird, dass sie sich bereits ausgewogen über das Tagesgeschehen informieren. Bei den drei relevanten Gruppen wurden dann noch Persönlichkeitsmerkmale wie Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion oder Neurotizismus untersucht sowie das Ausmaß autoritärer Einstellungen.

Das Resultat: Die Newsfeed-Gruppe habe das größte Risiko, in einer Filterblase oder Echokammer gefangen zu werden, so Uni-Psychologin Sindermann. Von den Befragten zählten jedoch weniger als fünf Prozent zu dieser Gruppe. Personen hingegen, die sich auch unterschiedlichen Quellen informieren, scheinen nach Ansicht der Studie offener und weniger autoritär eingestellt zu sein. Das größte Maß an Gewissenhaftigkeit und zugleich die geringste Ausprägung in Neurotizismus, also in emotionaler Labilität, wiesen jene Probanden auf, die Nachrichten ausschließlich offline konsumieren. In einer weiteren Studie zur Identifikation typischer Nutzer von Social-Media-Kanälen stellten Montag und sein Team zudem fest, dass die emotionale Labilität bei Personen, die vor allem Facebook-Angebote oder WhatsApp und Instagram nutzen, deutlich ausgeprägter war als bei Nicht-Usern.

Um die Effekte von Fake News, die auch mit der Anfälligkeit von Personen spielen, zu senken, geht mittlerweile etwa der Kurzbotschaftendienst Twitter gegen Falschnachrichten vor und versieht Mythen rund um das Coronavirus mit Warnhinweisen. Ein Fake, der sich noch immer hartnäckig hält, klären wir an dieser Stelle auf.

„Vitamine, Alkohol und Chlordioxid helfen gegen das Coronavirus.“

Nein, das tun sie nicht. Weder Alkohol noch Vitamine und schon gar nicht der Konsum von Chlordioxid schützen vor dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 – egal ob sie geschluckt oder gegurgelt werden. Hochprozentiges wurde lediglich zur Desinfektion von Oberflächen verwendet, da Sars-CoV-2 durch fettlösende Mittel zerstört werden kann. Für den Körper sind Chlordioxid oder hochprozentiger Alkohol extrem gesundheitsschädlich, da die Substanzen Ätzungen bis hin zu schweren Vergiftungen auslösen können.

Ähnlich wirkungslos gegen das neuartige Coronavirus ist die hoch dosierte Einnahme von Vitaminen. Zwar können sie, wie etwa Vitamin C, ihren Teil zu einem starken und gut funktionierendem Immunsystem beitragen, eine Allzweckwaffe sind sie jedoch nicht. Und um ausreichend mit Vitaminen versorgt zu sein, reicht eine ausgewogene Ernährung. Zusätzliche Präparate müssen hingegen nicht eingenommen werden, da ein Zuviel an Vitaminen vom Körper ohnehin nicht verwertet werden kann.
Bildquelle: bigstockphoto.com | Christian Horz

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