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Es ist stressig, anstrengend und zerrt an den Nerven. Trotzdem müssen die beiden OB-Kandidaten Vollgas geben. Jeden Tag. In jeder Minute. Die vergangenen Monate und besonders die letzten zwei Wochen kämpften Joachim Wolbergs und Christian Schlegl um jede Stimme. In zwei Tagen steht endlich das Ergebnis fest. Mit der Entscheidung fällt die Anspannung von den Kontrahenten ab, doch Zeit zum Ausruhen bleibt vor allem für den Wahl-Sieger nicht. Wir haben noch einmal exklusiv mit den Beiden gesprochen.

Als Kind hätten Joachim Wolbergs und Christian Schlegl wohl nie gedacht, dass sie es in der Politik jemals so weit bringen werden. Feuerwehrmann und Fußballer beim FC Bayern standen damals noch bei Wolbergs auf dem Berufsplan. Ist wohl doch anders gekommen, meint man auf den ersten Blick. Bei näherem Betrachten lassen sich aber durchaus Parallelen feststellen... Ein Feuerwehrmann möchte gutes Tun, ein Fußballspieler den Kampf gewinnen. Christian Schlegl träumte als Kind von einer Karriere als Rennfahrer. Durchstarten und Gas geben bis zum Schluss... würde passen. Am Sonntag wird sich zeigen wer sich von den beiden auf den Stuhl des Oberbürgermeisters kickt oder darauf zurast.

Doch was steht am ersten Tag als Oberbürgermeister im Terminkalender? "Sollte ich die Wahl gewinnen, dann ist der 1. Mai mein erster Arbeitstag. Und an diesem werde ich wie immer zusammen mit den Gewerkschaften an der Maikundgebung teilnehmen", erklärt Wolbergs. Der CSU-Kandidat würde seinen Schwerpunkt am ersten Arbeitstag hingegen ganz anders legen: "Ich werde damit anfangen, mich möglichst vielen Mitarbeitern persönlich vorzustellen."

Drei Dinge, die als Erstes erledigt werden sollten

Schon nach den ersten Tagen wird sich die Arbeit auf dem Schreibtisch stapeln. Das Wichtigste herauszufiltern ist da gar nicht so einfach. Welche drei Anliegen und Ideen der Bürger würde der SPD-Kandidat als Erstes umsetzten? "Auf jeden Fall eine andere Art der Zusammenarbeit im Stadtrat: Der Stadtrat ist ein von den Bürgerinnen und den Bürgern dieser Stadt gewähltes Gremium, welches zum Wohle der Stadt arbeitet. Also werde ich mich für eine konstruktive und eine auf Augenhöhe basierende Zusammenarbeit einsetzen." Aber damit natürlich nicht genug. Wolbergs möchte sich auch weiterhin für bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnraum einsetzten. Denn: "Wohnen ist ein Grundrecht und im Rahmen der städtischen Möglichkeiten werde ich Maßnahmen umsetzen, um schnellstmöglich bezahlbaren Wohnraum zu schaffen." Genauso liegt ihm und den Bürgern der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) am Herzen. "Das Verkehrsnetz des ÖPNV muss grundlegend überprüft werden, um modern, leistungsfähig und barrierefrei zu bleiben bzw. ausgebaut zu werden." Beispielsweise soll deshalb die Altstadtbuslinie auf kleinere Fahrzeuge mit Elektro- beziehungsweise Hybridantrieb umgerüstet werden.

Und welche Themen würde Christian Schlegl als Erstes anpacken? "In erster Linie sollte es bei Sanierungen mehr Informationen durch die Stadtbau geben, weil die Bürger diese Frage belastet." Außerdem möchte sich der potenzielle Oberbürgermeister für die Absenkung von Bordsteinen einsetzten. Denn mehr Barrierefreiheit sei wichtig, vor allem helfe es Rollstuhlfahrern, Eltern mit Kinderwägen und Senioren mit Rollatoren. Als drittes Ziel würde die Einrichtung einer regelmäßigen Bürgersprechstunde auf dem Plan stehen. "In allen Stadtteilen! Damit die Bürger ihre Anliegen loswerden können."


Was den OB-Kandidaten an Regensburg nicht gefällt

Regensburg birgt auch ein paar Schattenseiten, die viele vielleicht überhaupt nicht wahrnehmen. Wir fragten die OB-Kandidaten nach den drei Dingen, die Ihnen nicht so gut in Regensburg gefallen. Joachim Wolbergs denkt sofort an Kinderarmut. "Hinter den Kulissen spielen sich dramatische Szenen ab, mit denen ich in meiner Amtszeit als Bürgermeister konfrontiert wurde. Meistens sind es Kinder, die auch in unserer "reichen" Stadt unter Armut leiden." Außerdem wünscht er sich mehr zeitgenössische Kunst und Kultur, denn Regensburg habe in diesem Bereich enormes Potenzial. Als dritten Punkt kritisiert Wolbergs den "Ausverkauf einer unverwechselbaren Kulturszene." "Sie ist unverkennbar und einzigartig. Und diese gilt es zu sichern, denn auch das ist ein mehr als wichtiger Standortfaktor". Aber was geht ihm durch den Kopf, wenn er mit seiner Familie durch die Stadt schlendert? "Gerade als Familie fühlt man sich in Regensburg mehr als wohl. Meine Kinder Tim und Anna sind ja keine Kleinkinder mehr und bewegen sich selbstständig in der Stadt. Da höre ich keine Klagen!".

Die hohen Mieten sind auch bei Christian Schlegl ein wichtiges Thema und auch so eines, das ihm im Regensburg überhaupt nicht gefällt. "Schließlich sollte die Stadt für alle Bürger bezahlbar bleiben." Noch dazu kritisiert er die Attraktivität des ÖPNV. "Bei einer Verbesserung könnten mehr Menschen auf ein umweltfreundliches Verkehrsmittel umsteigen." Außerdem ist Schlegl die Vermüllung in der Regensburger Altstadt ein Dorn im Auge, da es zu wenig Mülleimer gäbe. Ein Problem, das doch im Normalfall leicht behoben sein könnte. Natürlich lebt auch Schlegl gerne im Welterbe, doch auch wenn er privat mit seiner Familie durch die Stadt bummelt, fehlen ihm Sitzgelegenheiten auf den Plätzen, Grün in der Altstadt und die leerstehenden Geschäfte fallen dem Regensburger auf. "Eine Lösung dieser Probleme würde die Aufenthaltsqualität im Welterbe einfach verbessern", erklärt Schlegl.

In zwei Tagen steht fest, wer von den Beiden seine Vorhaben umsetzen kann und wird. Doch jetzt liegt es in Ihrer Hand, am Sonntag Ihren persönlichen Favoriten zu wählen. Und immer daran denken: Ein Gang zur Wahl lohnt sich, so haben doch vor zwei Wochen Bürgermeister Joachim Wolbergs nur 18 Stimmen zur absoluten Mehrheit gefehlt. Das bedeutet: Es zählt wirklich jede Stimme, die Ihren Kandidaten ans Ziel bringen kann.

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Foto Wahlurne: Gabi Eder  / pixelio.de

Bildquelle: |
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