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Er ist wieder da. Karl Theodor zu Guttenberg wird in der heißen Phase des Wahlkampfes für die CSU in Form von Auftritten werben. Er selbst steht zwar nicht zur Wahl, aber bereits am letzten Mittwoch wurde er in seiner alten Heimat Kulmbach mit viel positiven Feedback empfangen und auch der Oberpfalz wird der ehemalige Verteidigungsminister einen Besuch abstatten. Am 6. September wird er in der Stadthalle in Neustadt an der Waldnaab auftreten. Ist das womöglich nur der Anfang?

Noch vor wenigen Jahren lieferten sich der fiktive „Gutti“ und „der Söder“ hitzige verbale Gefechte und Schlammschlachten auf dem Nockerberg im sogenannten Singspiel, das im Anschluss an die Festrede aufgeführt wird. Zumindest für Karl Theodor zu Guttenberg wurde die Schlammschlacht im Jahr 2011 bittere Realität, als herauskam, dass er weite Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat. Nach mehreren Jahren im „politischen Exil“ ist er nun wieder back in the game und unterstützt seine Stammpartei im Wahlkampf. Doch was hat Guttenberg in der Zwischenzeit gemacht oder ist gar ein politisches Comeback auf voller Linie wahrscheinlich?

Zunächst einmal ein kurzer Rückblick auf die Geschehnisse: Guttenberg trat im März 2011 im Zuge der Plagiats-Affäre von allen politischen Ämtern zurück. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde dann schließlich kurze Zeit später durch eine Zahlung von 20.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation eingestellt. Es war wohl die Neuigkeit des Jahres 2011 und auch in den Medien wurde umfassend darüber berichtet. Es ging sogar soweit, dass in dem alljährlichen Ranking zum Wort des Jahres der Gesellschaft für deutsche Sprache das Verb „guttenbergen“ als Synonym für plagiieren oder abschreiben, auf Platz sieben der Wertung erschien.

Nach diesem für den ehemaligen Verteidigungsminister folgenschweren Jahr, wurde es eher ruhig um ihn.  Er entschied sich ins Ausland zu gehen, genauer gesagt in die USA auszuwandern, wo er seitdem der Tätigkeit des politischen Beraters nachgeht. Er arbeitet in einem angesehenen Think Tank in Washington D.C., dem „Center For Startegic and International Studies“, schrieb einen Gastbeitrag für das „Wall Street Journal“ und fungiert als Berater in der EU-Komission, was bezüglich Letzterem auch viele kritische Stimmen nach sich zog. Nun ist er, zumindest als „Wahlkampfhelfer“, zurück auf dem politischen Parkett.

So hielt er jüngst in seinem Heimatwahlkreis Kulmbach eine Rede und wurde vor begeistertem Publikum empfangen, worüber die Süddeutsche Zeitung ausführlich berichtete. Es scheint, als sei der Fehltritt längst verziehen. Sogar Forderungen nach einem politischen Comeback á la „KT für Bayern und Berlin“ sind zu sehen und zu hören. Er selbst gibt sich bestimmt, aber dennoch bescheiden. Bezüglich der Plagiatsaffäre sei es für ihn laut SZ „jetzt aber auch mal wieder gut“. Hinweise auf eine baldige und vollständige Rückkehr in die Politik sind ihm jedoch nicht zu entlocken. Er sei als ein „engagierter Bürger“ hier, was darauf schließen lässt, dass er sich (noch) nicht in der Rolle eines vollständig rehabilitierten Kandidaten seiner Partei sieht. Doch wie lange wird sich Guttenberg noch Zeit lassen? Schließlich plädiert selbst sein ehemaliger Chef, Ministerpräsident Horst Seehofer, für eine Rückkehr des politischen Ausnahmetalents.

Es bleibt also spannend und vielleicht schon in wenigen Jahren wird es (wie schon 2009) heißen, „meine Fachkompetenz ist unumstritten“, was vom fiktiven Söder, gespielt von Christian Zinner, sicherlich nicht unkommentiert bleiben wird. Wenn es nach dem Willen der Leute aus Guttenbergs Heimat Kulmbach und womöglich gar Horst Seehofer geht, dann werden wir Karl Theodor Maria Nikokaus Johann Jacob Phillip Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg vielleicht auch schon bald in Berlin und mit der ersten Starkbiermaß des Abends in der Hand wiedersehen. Wir dürfen gespannt sein!

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