section_topline
Redaktions-Hotline: +49 (0)941 59 56 08-0
section_mobile_logo_top
section_header
section_navigation
section_breadcrumbs
section_component

Viel zu kommentieren gibt es nicht, die meisten haben es ohnehin selbst gesehen. Und wer nun gewonnen hat, ist auch ziemlich egal, die Parteien liegen deutlich auseinander in den Umfragen, und ebenso weit vorne.

Suspekt: Wollte man mit schlecht gestellten Fragen, vereinfachten Schwarz-Weiss-Ansätzen und manchmal wissentlich, ohne wirklich Antworten präsentieren zu können, Wähler der SPD und CDU abspenstig machen und anderen Parteien zu lotsen?

Beispiel Abschiebung: Moderator Strunz simplifizierte fast schon populistisch die Frage, wann nun die 226.000 Abschiebungspflichtigen das Land verlassen müssen. Es wurde auch nicht mehr nachgehakt, sondern die Kanzlerkandidaten verzettelten sich alsbald in Einzelentscheidungen und Beispielen. Alleine diesen Themenkomplex samt Grenzschließung so unwürdig von der Realität und ertrinkenden Menschen abzukoppeln, macht es leicht, sein Kreuzchen bei radikalen Parteien zu setzen. Martin Schulz hielt hier wenigstens mit ein paar emotionalen Worten dagegen. Auch erklärten beide Kandidaten richtig, dass Völkerrecht verpflichtet. Hoffentlich versteht dies auch ein RTL-Zuschauer, der sich sonst gerne mit „die Trovatos“ oder sonstig achtbaren Soaps bildet. Dass die Grenzen gegenüber Asylbeantragenden (egal wie dann im Verfahren entschieden wird) sowieso faktisch, rechtlich und aus menschlicher Sicht nicht geschlossen werden können, wurde gar nicht erst angesprochen. Das sind „legale“ Übertritte, die dann erst geprüft werden, und, soweit abgelehnt, in Strunzs 226.000 einfließen. Dies blieb außen vor, oder sollte das Asylrecht abgeschafft werden? So bleibt für den etwas unbedarfteren Betrachter: „Die wollen nix tun.“ Schade.

Ähnlich zum Abgasskandal. Da fragten die Journalisten, warum den Bürgern nicht mit Schadensersatz/Geld geholfen wird. Peter Klöppel vergaß dabei sogar (offensichtlich), dass wir nicht in der Türkei sind, wo ein Präsident nach Lust und Laune Dekrete erlässt und Firmen, die nicht passen, bestraft oder gleich eliminiert, wie es auch in Russland oder ähnlichen Systemen der Fall ist. Mal Ölfirmen, mal Presse... Schlimmer noch wurde durch diese Diskussion die Gewaltenteilung, die Trennung von Gesetzgebung, Polizei und Gerichtsbarkeit, durch diese Frage ad absurdum geführt. Das also, was wir Trump anlasten. Ein Kanzler, der verurteilen soll (VW schuldig sprechen) und gleichzeitig das Strafmaß festsetzt - sehr interessant. Und auch hier bleibt wiederum nur der Eindruck von faden Machenschaften: Wurde Merkl von Frau Illner ja auch noch eine parteiliche Verstrickung zur Autoindustrie unterstellt. Eine rhetorische Frage, die hier eigentlich nichts zur Ergebnisfindung beitragen konnte.

Dass in Wahrheit Gerichte samt Staatsanwaltschaft zunächst ganz klar die Schuld feststellen müssen (und auch können!) und dann ein im Gesetz natürlich bereits verankerter Schadensersatz festgesetzt wird, kam irgendwie nicht zu tragen. Lediglich die Fragen zu Musterprozess und Sammelklage waren zielführend, dem normalen Bürger der Unterschied in der Kürze aber natürlich nicht vermittelbar.

Das Schlusswort der beiden Kandidaten wurde scheinbar von der Regie ebenfalls meisterhaft "versaut", blickten beide doch die gesamte Redezeit in die verkehrte Kamera. Das hinterlässt beim Zuseher den Eindruck angelogen zu werden, denn da schauen die meisten Menschen dem anderen nicht in die Augen, sondern weg.

Es bleibt die Eingangs gestellte Frage: Wollten die Sender so in die Wahl eingreifen, sind sie auch nur Populisten, die nach Zuschauern geifern, oder mangelte es schlicht nur an der Qualität?

Eventfilter

section_breadcrumbs
footer
Cookie-Einstellungen
nach oben