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Als erstes Uniklinikum bayernweit setzt die Uniklinik Regensburg eine neuartige Lasertechnologie ein, die Patienten mit Vorhofflimmern wirksam von ihren Beschwerden befreit.

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Formen von Herzrhythmusstörungen. Bemerkbar macht sich die Krankheit durch Herzrasen, Atemnot, Leistungseinschränkung sowie unregelmäßigen Herzschlag. Jeder zehnte Erwachsene über 60 Jahre weist Symptome von Vorhofflimmern auf. Auch wenn die Erkrankung nicht akut lebensbedrohlich ist, muss sie behandelt werden. Denn es besteht ein fünffach höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Ein operativer Eingriff ist meist unumgänglich

Neben der medikamentösen Therapie zur Blutverdünnung muss sich der Patient mit typischen Beschwerden meist auch einem operativen Eingriff unterziehen, der die Eintrittsstelle der Lungenvene in den Vorhof des Herzens verödet. Bei dieser Operation ? der so genannten endoskopischen Ablation ? setzt das Universitätsklinikum Regensburg nun als erstes bayernweit das HeartLight-System ein. HeartLight ist das erste Katheterablationssystem, bei dem das schlagende Herz mit Hilfe eines Endoskops, einer Laserenergiequelle und eines passenden Ballonkatheters unmittelbar sichtbar gemacht wird.

"Bisher haben wir versucht, die Verödungsstellen mit indirekten Methoden wie 3D-Mappingsystemen, elektrischen Signalen und Röntgenstrahlung zu lokalisieren. Zum ersten Mal sehen wir nun direkt das Gewebe, an dem die Verödung vorgenommen wird", erläutert Dr. Ekrem Ücer, Oberarzt und Leiter des Bereiches Rhythmologie in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des UKR.

Auch "dichtet" die neue Lasertechnologie die Verödungsstelle wirksamer ab, als dies beim bisher angewandten Radiofrequenz-Verfahren möglich ist. "Studien zeigen, dass die mit Laserenergie verödeten Lungenvenen mit einer Erfolgsrate von 85% weiterhin elektrisch isoliert bleiben und dadurch kein Vorhofflimmern mehr auftritt", so Dr. Ücer. Für die betroffenen Patienten bedeutet dies weniger Rückfälle und längere Beschwerdefreiheit.

Das Vorhofflimmern

Seit 1998 ist bekannt, dass bei 95% der Patienten mit paroxysmalem, d.h. anfallsweise auftretendem Vorhofflimmern die Muskelzellen in den Lungenvenen als Auslöser gelten. Diese Muskelzellen können eine Eigenaktivität entwickeln und schnelle, unregelmäßige Impulse abgeben. Hierdurch kann der linke Vorhof des Herzens, in den die Lungenvenen münden, nicht mehr regelmäßig schlagen, es kommt mit 400 bis 600 Schlägen pro Minute zum so genannten Vorhofflimmern. Die Herzleistung nimmt um bis zu 20% ab.

Standardtherapie bei Vorhofflimmern ist die Verödung der Einmündungsstelle der Lungenvene in den Vorhof. Hierdurch können die Muskelzellen der Lungenvene ihre elektrischen Impulse nicht mehr auf den Vorhof übertragen, das Flimmern bleibt aus. Seit Ende der 1990er Jahre erfolgt diese Verödung mittels Radiofrequenzenergie unter Anwendung dreidimensionaler Bildgebungssysteme.

Die Vorteile der neuen Lasertechnologie


"Wir sind stolz und freuen uns, unseren Patienten diese neue Technologie anbieten zu können", so Dr. Ücer. Anwendbar ist das HeartLight-System bislang jedoch nur bei paroxysmalem, d.h. bei anfallsweisem Vorhofflimmern. Bald auch chronisches Vorhofflimmern damit behandeln zu können, ist das erklärte Ziel des Rhythmologie-Teams am UKR, zu dem neben Dr. Ücer auch Oberärztin Dr. Sabine Fredersdorf-Hahn und Dr. Carsten Jungbauer zählen. "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Weiterentwicklung der Lasertechnologie, damit wir diese auch auf chronisches Vorhofflimmern übertragen können und in Zukunft alle Patienten mit Vorhofflimmern von dieser Innovation profitieren."

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