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In der Kinderonkologie des Uniklinikums Regensburg startet eine neue Studie zur Verbesserung Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten von Kindern, die an bösartigen Tumoren leiden. Kleine Patienten mit einem sog. Neuroblastom soll damit besser und schneller geholfen werden.

Sie ist ein Beispiel von vielen: Vanessa (Name geändert) ist acht Jahre alt. Zunächst entwickelt sie sich gut, ist ein unbeschwertes Mädchen. Dann wird durch Zufall ein bösartiger Tumor festgestellt. Zur weiteren Untersuchung und Behandlung kommt sie in die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Regensburg (KUNO), die auf Krebserkrankungen bei Kindern spezialisiert ist.

Eine tückische Krankheit

Die Untersuchungen ergeben: Vanessa hat ein Neuroblastom. Neben Hirntumoren stellen Neuroblastome die häufigsten soliden Tumoren des Kindesalters dar und sind mit acht Prozent aller Krebserkrankungen im Kindesalter eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen bei Kindern insgesamt. "Das Neuroblastom ist ein Tumor des embryonalen Gewebes. Neuroblastom-Zellen bleiben in einem unreifen Stadium 'hängen'. Anstatt weiter zu Nervengewebe auszureifen, entwickeln sie bösartige Geschwulste", erläutert Professor Dr. Selim Corbacioglu, Leiter der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation des Universitätsklinikums Regensburg. Diese Geschwulste treten auch außerhalb des Bauchraumes auf, und bei fast der Hälfte werden zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen gefunden. So auch bei Vanessa. Die Therapie ? eine Kombination aus Operation, intensiver Chemotherapie und Strahlentherapie ? ist sehr anstrengend und verursacht starke Nebenwirkungen.

Etwa ein Drittel der kleinen Neuroblastom-Patienten erleidet ein Rezidiv. Neun von zehn Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einem rezidivierten oder auf die Therapie nicht ansprechenden Neuroblastom können nicht geheilt werden und stellen eine Patientengruppe mit einer sehr ungünstigen Prognose dar, für die es aktuell keine empfohlene Standardtherapie gibt. Dies zu ändern und mehr Patienten erfolgreich behandeln zu können, ist ein Ziel der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation des UKR.

RIST-Studie für mehr Heilung

Im Sommer 2013 startet hier unter der Leitung von Professor Dr. Selim Corbacioglu eine internationale Studie ? die so genannte RIST-rNB-2011-Studie, die eine neue Behandlungsstrategie für Patienten mit Neuroblastom klinisch prüfen wird. Der Therapieansatz, der von Professor Corbacioglu entwickelt wurde, ist eine Kombination moderner molekular basierter Medikamente und einer milden Chemotherapie. Ziel dieser randomisierten Studie ist es, den therapeutischen Vorteil dieser Behandlung an rezidivierten Neuroblastomen objektiv zu beurteilen.

Die RIST-Therapie wird bereits weltweit bei Kindern mit rezidivierten soliden Tumoren als Einzelfallbehandlung eingesetzt. Bei 21 Patienten mit der längsten Nachbeobachtungszeit waren die Ergebnisse sehr erfolgversprechend: Bei 60% der behandelten Patienten konnte das Neuroblastom komplett zurückgedrängt werden (komplette Remission), bei neun Patienten (43%) ist die Erkrankung seit Jahren stabil, und bei sechs Patienten ist die Erkrankung nicht mehr nachweisbar. Dies ist ein bemerkenswertes Ergebnis ? sowohl im Vergleich zu allen anderen Therapien als auch mit Blick auf die Vortherapien, die diese Kinder erhielten (einschließlich mehrerer Hochdosistherapien und Stammzelltransplantationen). Denn die RIST-Therapie ist im Vergleich zu anderen bei Rezidiven angewandten Behandlungsoptionen wesentlich milder und nebenwirkungsärmer. Sie kann komplett ambulant durchgeführt werden und ermöglicht damit den kleinen Patienten wie auch ihren Angehörigen während der Therapie eine deutlich bessere Lebensqualität.

Aufgrund dieser sehr positiven Ergebnisse der Einzelfallbehandlungen ist es wichtig, die Wirksamkeit der RIST-Therapie nun in einer multizentrischen Studie systematisch zu prüfen. Unter der Leitung von Professor Dr. Selim Corbacioglu werden in den nächsten fünf Jahren in 43 Zentren in Deutschland, Österreich und Tschechien 114 Patienten in dieser Studie behandelt. Gefördert wird die Studie von der Deutschen Krebshilfe. Durch einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses kann diese Studie unabhängig von der Industrie durchgeführt werden.

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