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Jeder kennt es, jeder tut es, und jeder leidet danach an einem erhöhten Adrenalinspiegel: Krankheitssymptomen bei Google auf die Schliche kommen. Wer hat nicht schon einmal ein paar Tage lang Kopfschmerzen gehabt, die einfach nicht weggehen wollten? Nach einem üppigen Mittagessen in der Kantine stundenlang mit einem rumorenden Magen zu kämpfen gehabt und sich nach gewisser Zeit gefragt, was für Ursachen es haben könnte, dass die Schmerzen einfach nicht verschwinden wollen? Doch vor zu extensiver Online-Recherche sei gewarnt, denn ein Blick ins Internet lässt harmlose Kopfschmerzen schnell zu unheilbaren Gehirntumoren, Bauchschmerzen zu einem Symptom von Darmkrebs und Müdigkeit zur Depression werden.

Das Internet hat sich inzwischen zur ersten Anlaufstelle für Gesundheitsfragen entwickelt. Der Anteil der Personen, die das Internet zur Beschaffung gesundheitsrelevanter Informationen nutzen, liegt aktuell bei rund 63% (Stand 2017). Im Jahr 2006 waren es lediglich 34% (Quelle: Statista.de). Allein die Seite netdoktor.de verzeichnet ungefähr 45.000 Besuche pro Tag (Quelle: test.de). Weitere beliebte Websites zur Recherche von Symptomen sind onmeda.de, gesundheitpro.de und paradisi.de. Der Trend zur Selbstdiagnose und die immer größer werdende Angst vor unheilbaren Krankheiten haben dazu geführt, dass es mittlerweile sogar eine Wortneuschöpfung gibt, die das Verhalten von Menschen bei übermäßiger Recherche von Krankheitssymptomen im Internet beschreibt: Die sogenannte Cyberchondrie (Cyber + Hypochondrie).

Natürlich treiben die menschliche Neugier und unsere immer größer werdende Angst vor chronischen Krankheiten uns dazu, dem Bedürfnis nach Aufklärung und Sicherheit nachzugeben und lieber schnell und bequem online zu recherchieren, anstatt eine Stunde in einem überfüllten Wartezimmer zu sitzen, um nach 10 Minuten Arztgespräch wieder gehen zu können. Dieses Verhalten ist menschlich und auch nachvollziehbar. Entscheidet man sich doch dafür, die ersten Informationen über seine Symptome im Internet zu recherchieren, sollte man nicht den Fehler machen, gleich den ersten Suchergebnissen bei Google zu vertrauen. Diese stellen nämlich nicht zwingend einen Garant für qualitative Informationen dar. Worauf bei der Eigenrecherche besonders geachtet werden sollte, sind unter anderem folgende Dinge: Der Artikel sollte nicht älter als zwei Jahre alt, der Autor sowie der Inhaber der Seite und gegebenenfalls ein Ansprechpartner sollten kenntlich gemacht sein. Die Seite muss Möglichkeiten für Rückfragen bieten. Der Leser sollte außerdem darauf achten, ob die Artikel durch Quellenangaben wissenschaftlich belegt worden sind (z.B. durch einen Fachartikel oder eine Studie). Alle Informationen und Experten sollten folglich transparent gemacht werden.

Eines ist klar: Neben vielen nützlichen Informationen, die es unbestreitbar auch gibt, wird sehr viel fehlinformiert. Oft sind Artikel zudem gesponsert und enthalten viel Werbung. Sollten die eigenen Beschwerden nun doch nach einigen Tagen immer noch nicht abgeklungen sein, so empfiehlt es sich, trotzdem das überfüllte Wartezimmer aufzusuchen und sich nicht auf die Ergebnisse, die man zuvor im Internet gefunden hat, zu versteifen. Denn es wurde bereits in mehreren Studien belegt, dass wir diejenigen Symptome von Krankheiten, die wir erwarten, auch bekommen werden (man spricht von dem sogenannten Nocebo-Effekt, dem Gegenspieler zum Placebo-Effekt. Für weitere nützliche Informationen hier: https://www.aerzteblatt.de/archiv/147589/Nocebo-Die-dunkle-Seite-der-menschlichen-Einbildungskraft).

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