Rund um die bayerische Weihnacht


Feiern im Kreise der Familie ist überall auf der Welt ein wichtiger Teil des Lebens. Auch Familien, die mit der Weihnachtstradition kaum vertraut sind, feiern immer häufiger das Fest der Liebe. Denn die weihnachtliche Stimmung und Begeisterung ist ansteckend, und so nähern sich auch Leute mit fremden Wurzeln in kleinen Schritten dieser schönen und vielfältigen Tradition mit den verschiedensten Symbolen.

Tannenbaum: Der Baum ist mit vielen Mythen, Vorstellungen und Bedeutungen verbunden – eine Verbindung von Himmel und Erde. Besonders in der Winterzeit ist die Tanne ein Zeichen für die Lebendigkeit der Natur im kühlen Weiß und ein Ausdruck des Festes in den warmen Stuben. Heute bringt der Weihnachtsbaum die eigenen vier Wände der meisten Weihnachtsliebhaber zum Erstrahlen. Damit die Nadelbäume zur Weihnachtszeit in ihrer ganzen Pracht leuchten können, muss erst einmal geschmückt werden. Und das ist besonders für die Kinder ein Highlight, weshalb die Vorweihnachtszeit auch heute noch zu den aufregendsten Wochen des Jahres zählt. Fantasievolle Basteleien, bunt bemalte Kugeln, glitzernde Strohsterne, Lametta – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Besonders hier in Bayern gibt es eine Vielzahl an Traditionen, die es zu wahren gilt und nicht in Vergessenheit geraten dürfen.

rund um die bayerische weihnacht fullstrohsternStrohsterne: Glaubt man einer Legende, überlegte eine junge Hirtin, was sie dem Jesuskind schenken sollte. Als sie unter dem Sternenhimmel auf einem Strohsack saß, kam ihr beim Erblicken des Sterns von Betlehem die Idee, ihn aus Stroh nachzubilden. In der Vergangenheit flochten Bauernfamilien Halme zu Geflechten. So kam wohl der traditionelle Strohstern in die bayerischen Stuben und an die Bäume. Anfangs schmückte man die Tannen mit glänzenden Früchten, vergoldeten Nüssen und selbstgemachtem Zuckerzeug. Ab dem 19. Jahrhundert kamen dann die Strohsterne nach und nach an die Weihnachtsbäume und nunmehr dekorieren sie die grünen Nadelbäume gemeinsam mit glitzernden, bunten und leuchtenden Kugeln.



Weihnachtslieder: Die familiäre Atmosphäre und winterliche Gemütlichkeit nutzen viele, um gemeinsam um den Baum zu sitzen. Und wie lässt sich die staade Zeit besser einleiten, als mit einem schönen Lied. So kommt auch der größte Weihnachtsmuffel Jahr um Jahr ein wenig in Stimmung. Ein passendes Beispiel hierfür ist das Weihnachtslied „Es wird scho glei dumpa“. Es stammt eigentlich ursprünglich aus dem Brixental in Tirol. Heute ist es auch fester Bestandteil unserer Bayerischen Weihnacht – ein Wiegenlied für das Jesus-Kind in der Krippe, das Volksglauben und Weihnachtsgeschichte vereint.

Krampus und Rauwuckl: Einem oberpfälzer Volksglauben ist es zu verdanken, dass Schreckensgestalten wie Krampus gemeinsam mit Niklo, Knecht Ruprecht, Luzi und Rauwuckl zur Weihnachtszeit oft kettenrasselnd durch die oberpfälzischen Gassen huschen. Die Wurzeln haben diese Gestalten wohl irgendwo in der vorchristlichen Zeit. Dass die Figuren gemeinsam mit christlichen Figuren wie dem Heiligen Nikolaus auftauchen, entspringt scheinbar einer Zeit, in der man versuchte, die Bräuche zu christianisieren. Einen plausiblen und historisch belegbaren Zusammenhang zwischen den Mythengestalten und den heiligen Figuren herzustellen, ist bis heute nicht wirklich möglich.

rund um die bayerische weihnacht fullkrippeKrippen: Besonders die Kinder freuen sich jedes Jahr aufs Neue über den geschmückten Baum und die darunter stehende Krippe. Über die Anfänge der Krippenkunst in Regensburg mit ihren Schnitzfiguren ist nicht sehr viel überliefert. 1922 wurde jedoch der Regensburger Krippenbauverein gegründet. Derzeit findet eine Krippenausstellung bis zum 07. Januar 2019 im Historischen Museum statt. Man schätzt, dass die erste Krippe in der Umgebung um das Jahr 1650 aufgestellt worden ist. Nachdem der Brauch des Aufstellens jedoch in Zeiten der Aufklärung immer wieder verboten wurde und fast zum Erliegen kam, wurde erst im Jahre 1826 erstmals wieder eine Krippe in St. Emmeram aufgestellt.
 
Adventskranz: Der Brauch des Adventskranzes und des Christbaums hingegen gehen auf den uralten mittwinterlichen Brauch zurück, wintergrüne Zweige an Weihnachten, dem damaligen Neujahrstag, in der Stube aufzuhängen, um so Wachstum, Gesundheit und Fruchtbarkeit im Haus, in Stallungen und auf den Feldern zu sichern. Auch die bösen Geister sollten so ferngehalten werden. Die Tradition des Adventskranzes ist noch recht jung. Erst seit dem ersten Weltkrieg hat er sich im ostbayerischen Raum eingebürgert. Woche um Woche wird jeden Advent ein Kerzlein entzündet. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier… dann steht das Christkind vor der Tür.

Weihnachtswürstl: Und was gibt’s dieses Jahr an Weihnachten zu essen? Meist ist es zur Gewohnheit geworden, und jedes Jahr wird das Gleiche aufgetischt. Bei vielen Familien in der Oberpfalz und Niederbayern herrscht die Tradition des Würstlessens vor. Man munkelt, sie käme daher, dass früher in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember ein Schwein, die Mettensau, geschlachtet wurde, und so lag es nah, am Heilig Abend Würstl zu braten. Saure Zipfl, Bratwürst, Wollwürst – wies an jeden gelüstet! Würstl gehören in Bayern einfach mit dazu!

Dreikönigstag: Erst im 4. Jahrhundert wurde Weihnachten vom 06. Januar auf den 25. Dezember verlegt. Trotzdem blieb uns der 6. Januar als Dreikönigstag erhalten. Kaspar, Melchior und Balthasar heißen die drei Könige. Jedes Jahr zum Ende der Weihnachtszeit ziehen die Sternsinger noch heute von Haus zu Haus. Meist verkleidet als Heilige Drei Könige räuchern sie die Häuser mit ihrem Weihrauchfaß ein und sprechen oder singen ein Dreikönigslied. Anschließend schreiben sie mancherorts mit geweihter Kreide die Buchstaben C+M+B (Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus) an die Türen.

Man könnte noch ewig weiter erzählen, singen und feiern bei all den schönen Traditionen. Viele verbinden die Feiertage auch mit einer schönen Reise in die Sonne. Doch gibt es immer den ein oder anderen, der sich in der Weihnachtszeit lieber verkriecht, eine Auszeit nimmt oder gar die Ferne sucht, weitab vom christlichen Weihnachten. Letzten Endes bleibt es jedem selbst überlassen, wie er seine Feiertage verbringt. Möglichkeiten gibt es so einige.
Bildquelle: bigstockphoto.com | Subbotina Anna / Rike / lisafx



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