Antibiotika: Möglichst selten nutzen, aber nicht vorzeitig absetzen


Es ist ein bekannter Vorgang für viele Patienten: Man geht zum Arzt, erzählt von seinen Beschwerden und bekommt ein Antibiotikum verschrieben. Nach 14 Tagen sind alle Symptome beseitigt und man fühlt sich wieder topfit. Von den Nebenwirkungen einer solchen Anti-Bakterienkur wird allerdings selten gesprochen. Diese kann den Körper jedoch erheblich aus dem Gleichgewicht bringen.

Antibiotika wirken gegen bakterielle Infektionen. Einige töten Bakterien ab, andere hindern Bakterien hingegen nur an der weiteren Vermehrung. Je stärker die körpereigene Abwehr ist, desto schneller gelingt es in der Regel auch, mit Antibiotika die bakterielle Infektion einzudämmen. Gegen Viren helfen diese Medikamente jedoch nicht. Eine Unterscheidung zwischen viraler oder bakterieller Infektion ist anhand der äußeren Symptome jedoch nicht immer einwandfrei möglich. Bei Antibiotika unterscheidet man Präparate mit einem und mehreren Wirkstoffen. Sogenannte Breitbandantibiotika wirken gleichzeitig gegen unterschiedliche Bakterienstämme und gelten somit als besonders effizient. Allerdings sind in den wenigsten Fällen tatsächlich unterschiedliche Bakterien am Werk.

Antibiotikaresistenz und ihre Ursachen

Bakterien können mit der Zeit gegen bestimmte Wirkstoffe immun werden. Sie haben die Fähigkeit, ein Abwehrverhalten zu entwickeln und dieses an folgende Generationen zu vererben. Solch eine Immunität können sie auch gegen Antibiotika ausbilden - man spricht dann von einer Antibiotikaresistenz. Und diese können Bakterienstämme vor allem dann entwickeln, wenn sie mit Antibiotika in Kontakt kommen, die Menge jedoch zu gering ist, um die Vermehrung der Bakterien komplett zu stoppen. Zwei Maßnahmen sind also empfehlenswert, damit weniger Bakterien Resistenzen entwickeln: Antibiotika sollten nur eingesetzt werden, wenn die Krankheit mit Sicherheit von Bakterien verursacht wird, und nicht bloß auf Verdacht, obwohl auch Viren Krankheitsverursacher sein könnten. Und wenn man zu Antibiotika greift, dann sollte man sie bis zum Therapieende einnehmen und nicht bei der ersten Linderung der Symptome absetzen. Andernfalls besteht das Risiko, dass resistente Bakterien überleben und sich durch Teilung weiter vermehren. Und eine Infektion mit antibiotikaresistenten Bakterien kann gerade bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensbedrohliche Konsequenzen haben, da die Einnahme von Antibiotika gegen solche Bakterien nicht mehr hilft.

Nebenwirkungen von Antibiotika

Bei der Behandlung mit Antibiotika kommt es häufig zu Nebenwirkungen. So wirken Antibiotika beispielsweise oft auch gegen nützliche körpereigene Bakterien und bringen den Bakterienhaushalt im Darm durcheinander, was die Darmflora schädigt. Aus diesem Grund klagen viele Patienten während oder nach der Einnahme von Antibiotika über Magen- und Darmprobleme. Auch Übelkeit und Kopfschmerzen können auftreten. Nach der erfolgreichen Behandlung mit Antibiotika ist es deshalb oft sinnvoll, die Darmflora mit Darmkuren oder probiotischen Zusätzen wiederherzustellen. Denn eine gesunde Darmflora trägt ganz wesentlich zu einem starken Immunsystem bei.

Bei allergischen Reaktion die Antibiotika-Behandlung sofort abbrechen

Auch wenn in den meisten Fällen gilt, dass man die Antibiotika-Einnahme nicht vorzeitig abbrechen sollte, so gibt es doch eine wesentliche Ausnahme: Bei einer allergischen Reaktion sollte man die Therapie sofort stoppen! Viele Menschen nehmen jedoch trotz Anzeichen einer allergischen Reaktion das Antibiotikum weiter ein. Und normalerweise ist es auch sinnvoll, der Anweisung der Packungsbeilage, die Anwendung nicht abzubrechen, zu folgen. Bei einer Allergie verschlimmert dies die Symptome jedoch. In solch einem Fall sollte man umgehend das Gespräch mit dem behandelnden Arzt suchen, der die Behandlung wahrscheinlich auch mit einem anderen Präparat weiterführen kann.

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