Big Ben: Künftig ein „Oberpfälzer“


Mundgeblasenes Glas aus Ostbayern lässt weltweit Kirchen und Konzernzentralen erstrahlen - künftig auch in der britischen Hauptstadt.

Londons berühmtestes Wahrzeichen wird künftig, zumindest optisch, zum Teil ein Oberpfälzer: Wenn die Sanierung des Big Ben im Jahre 2021 abgeschlossen ist, werden auch die vier gigantischen Zifferblätter in neuem Glanz erstrahlen. Jedes der riesigen Mosaike hat sieben Meter Durchmesser und besteht aus mehr als 300 einzelnen, mundgeblasenen Glasscheiben, für die es weltweit nur noch drei Hersteller gibt. Einer davon ist die Traditionsglashütte Lamberts in Waldsassen (Kreis Tirschenreuth) in der Oberpfalz, die den prestigeträchtigen Auftrag in den vergangenen Monaten bearbeitete und die zerbrechlichen Kunstwerke jetzt auslieferte.

Die Glashütte Lamberts produziert seit 110 Jahren hochkomplexe Farbglastafeln. Sie werden immer noch so hergestellt wie einst im Mittelalter, als in ganz Europa mächtige Kirchenbauten mit strahlenden, bunten Fenstern entstanden. Heute ist Lamberts Weltmarktführer für traditionell gefertigtes Fensterglas und einer der wenigen Hersteller auf dem Globus, der dieses Handwerk noch beherrscht.

Nicht nur Restaurateure und Denkmalpfleger sind bei der originalgetreuen Erneuerung prächtiger Kirchenfenster in uralten Gotteshäusern oder denkmalgeschützten Gebäuden rund um den Globus auf die traditionelle Handwerkskunst aus Ostbayern angewiesen. Auch moderne Architekten und Designer setzen bei der Gestaltung von Konzernzentralen, Bahnhöfen, Flughäfen, Regierungsgebäuden oder Villen immer wieder auf exklusive Glasfassaden von Lamberts.

Nicht das erste Geschäft mit den Briten

Der Auftrag für den Big Ben – er umfasst rund 1.300 je rund 60 Mal 90 Zentimeter große Scheiben – ist nicht das erste Geschäft, das Lamberts mit den Briten macht: Sogar für die englische Königin Elisabeth II. haben die ostbayerischen Glasmacher schon die Scheiben für ein prächtiges Kirchenfenster gefertigt. Es war ein Geschenk des englischen Parlaments zum 60. Thronjubiläum der Queen und hängt heute im Westminster-Palast, dem Sitz des englischen Parlaments.

Für die traditionelle Herstellung von Glas werden Quarzsand, Soda und Kalk vermischt - je nach Art des Glases in unterschiedlichem Verhältnis. Anschließend wird das Gemisch im Hafenofen geschmolzen und dann mit der Glasmacherpfeife von einem Meister mit viel Geschick und Erfahrung zu einem Zylinder geblasen. Dieser Zylinder wird schließlich der Länge nach aufgeschnitten und zu einer flachen Glasscheibe gestreckt.

Das Besondere an der traditionellen Glaskunst aus Ostbayern: Die Lamberts-Flachgläser lassen sich in jeder nur denkbaren Farbe herstellen. Über 5.000 Farbmischungen sind in der Glashütte Lamberts verfügbar, weit mehr als irgendein anderer Glashersteller liefern kann. Die scheinbar unendliche Farbvielfalt wird durch fein dosierte Beigaben von Gold und Silber, Eisen, Kupfer, Nickel und anderen Metallverbindungen erreicht.
Bildquelle: Kamerafoto / sonstige | obx-news/Lamberts



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Quelle: www.regensburger-nachrichten.de


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