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Wissen Sie weshalb Ostern gefeiert wird? Woher das Osterlamm kommt" Wie man das Osterdatum berechnet? Oder weshalb man Ostereier färbt? Wir veraten es Ihnen und wünschen Ihnen Frohe Ostern trotz Ausgangsbeschränkung.

Was wird an Ostern gefeiert?

Das Osterfest stellt das höchste Fest im liturgischen Jahreskalender der christlichen Weltgemeinde dar. Das vorangehende Karwochenende hingegen die strengsten Fastentage. Mit dem Opfertod Jesu am Kreuz am Karfreitag und seiner Auferstehung am dritten Tage, dem Ostersonntag, wusch er die Menschheit der Bibel nach nicht nur von den Sünden rein, sondern schenkte ihm überdies das „ewige Leben“. Somit unterscheidet sich das Fest auch grundlegend vom Weihnachtsfest, das mit der Ankunft Jesu Christi auf Erden die Ablösung des alttestamentarischen Gottes voller Jähzorn durch den neutestamentarischen Gott der Vergebung und Liebe einläutete. Die Ermordung seines eingeborenen Sohnes sowie seine Auferstehung vollendet diese Transformation.

Wie berechnet man das Osterdatum

Anders als Weihnachten ist Ostern ein Fest mit flexiblem Datum. Jedes Jahr findet das Osterfest zu einem anderen Zeitpunkt statt. Nicht nur die Symbolik des Festes ist heidnischer Abstammung, auch das Datum hängt nicht etwa mit bestimmten christlichen Ereignissen, sondern mit dem Mondkalender zusammen. So findet das Osterfest am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühjahrs statt, wobei der Frühjahrsbeginn einem festen Termin unterliegt. Auf der Nordhalbkugel wir der astronomische Frühlingsanfang durch die erste Tag-und-Nacht-Gleiche des Kalenderjahres bestimmt. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Sonne im sogenannten Frühlingspunkt der Erdumlaufbahn. Abhängig vom Abstand zum letzten Schaltjahr und der jeweiligen Zeitzone kann das Datum des astronomischen Frühlingsanfangs daher zwischen dem 19., 20. oder 21. März variieren. Infolgedessen fällt der Ostersonntag in der Regel auf einen Termin zwischen dem 21. März und 25. April. Alle darauf folgenden, flexiblen Feiertage und deren Veranstaltungen des kirchlichen Kalenderjahres orientieren sich wiederum am Osterfest. Laut amerikanischen Wissenschaftlern kann Jesus Todestag genau auf den 3. April des Jahres 33 datiert werden.

Woher kommt das Osterlamm

Seit jeher gilt das Lamm kulturübergreifend als Symbol für Reinheit. Seine kindliche Unschuld und das reine, weiße Fell prädestinieren es für eine Opferrolle. Im christlichen Glauben taucht das Lamm bereits im Alten Testament als Opfertier auf, das meist in Ritualen auf einem Altar geopfert wird. Da am Osterfest dem Tod Jesus Christus gedacht wird, der sich als „Lamm Gottes“ stellvertretend für die Menschheit opferte, wurde das Symbol des Opferlamms fester Bestandteil des Osterfests. Doch das eigentliche, traditionelle Opferlamm geht auf die jüdischen Ursprünge von Ostern zurück, das Passah-Fest. Dieses wurde im Judentum in der Woche gefeiert, in der auch die Kreuzigung und Wiederauferstehung Christi stattfanden, und wurde somit von Jesus selbst nur kurz vor seinem Tod begangen.

Das jüdische Passah-Fest erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und ihrer Befreiung aus der Sklaverei. Der Geschichte nach ließ Gott zehn Plagen über Ägypten ergehen, nachdem der Pharao sich weigerte, die Israeliten gehen zu lassen. Als zehnte Plage schickte er allen Erstgeborenen den Tod. Um davor verschont zu bleiben, sollten die Israeliten ein Lamm schlachten, es in derselben Nacht zubereiten und verzehren, mit dem Blut des Lammes ihre Türpfosten bestreichen und das Haus nicht mehr verlassen. So zog der Engel des Todes an ihren Häusern vorüber (hebr. pāsaḥ). Daraus entwickelte sich ein Brauch, der zu Lebzeiten von Jesus von Nazareth jede jüdische Familie verpflichtete, am Passah-Fest ein Lamm im Tempel von Jerusalem zu opfern.

Im christlichen Altertum wurde aus diesen Gründen ein frisch geschlachtetes Lamm unter den Altar gelegt, um es weihen zu lassen und die Fastenzeit am ersten Auferstehungstag mit dem Verzehr des geweihten Lammes zu brechen. Da die meisten Menschen heutzutage nicht mehr mit dem Schlachten eines Lammes bewandert sind, wird im europäischen Kulturraum traditionell das süße, gebackene Osterlamm bevorzugt. Gebacken wird es am Gründonnerstag und dann gemeinsam mit den Ostereiern und anderen Speisen in einem Korb gelegt und in der Kirche geweiht, um es beim anschließenden Osterfrühstück gemeinsam mit der Familie zu verspeisen.

Woher stammt die Tradition des Eierfärbens

Das Ostersymbol schlechthin sind ohne Zweifel bunte, mehr oder weniger aufwändig bemalte oder gefärbte Eier. Auch wenn sich Schokoladeneier immer größerer Beliebtheit erfreuen, pflegen vor allem Familien mit Kindern die Tradition des gemeinsamen Eiergestaltens. Diese können vor dem Einfärben entweder gekocht und später gegessen oder angestochen und ausgeblasen werden, bevor sie der kindlichen Kreativität unterliegen und als Dekoration den Osterstrauch schmücken. Dabei sind in manchen Regionen besondere Muster und Techniken entstanden, die regional eine bestimmte Bedeutung haben.

Besonders Farben können in verschiedenen Kulturkreisen unterschiedliche Bedeutungen haben. Hierzulande kann die Farbe Rot den Opfertod Christi symbolisieren, Grün die Jugend und Unschuld, Gelb den Wunsch nach Erleuchtung und Weisheit, und Weiß die Farbe der Reinheit. Auch wenn bei Kindern der Spaß im Umgang mit den Farben im Vordergrund steht, kann der Brauch dazu dienen, Kinder spielerisch an die Hintergründe des Osterfestes heranzuführen. Vor Filzstiften und Lebensmittelfarben dienten natürliche Küchenzutaten oder -Produkte als Färbemittel. Petersilie, Blaubeeren oder rote Beete verliehen den Eiern während des Kochens ihre charakteristische Farbe. Im Hochgebirge Perus ist es mancherorts hingegen gar nicht mehr nötig, die Eier einzufärben. Über seine Nahrung nimmt das „Andenhuhn“ die hohe Schwefelkonzentration des Bodens auf, welche zu einer Blaufärbung der Eierschale führt.
Bildquelle: bigstockphoto.com | Engdao
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