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Seit die Menschheit sesshaft wurde, geißeln sie die Zivilisation: Infektionskrankheiten. All diese Seuchen sollten uns nicht nur daran erinnern, was die ungehinderte Verbreitung eines neuen Virus anrichten kann, sondern auch vor Augen führen, von welchem Wert Impfungen für die moderne Zivilisation sind. In unserer Serie stellen wir Ihnen jeden Samstag eine Infektionskrankheit vor – heute: Spanische Grippe  

Das Auftauchen des Coronavirus SARS-CoV-2 hat die Krone der Schöpfung nicht nur auf seine grundsätzliche Verletzbarkeit zurückgeworfen, vielmehr schafft das Fehlen eines wirksamen Medikaments oder Impfstoffs gegen COVID-19 ähnliche Verhältnisse, wie sie noch vor über 100 Jahren herrschten, als sich Infektionserkrankungen ungehindert durch die Bevölkerung seuchen konnten. Wir haben ein Lexikon der am meisten gefürchteten Infektionskrankheiten in der Geschichte der Menschheit zusammengestellt und stellen Ihnen jeden Samstag eine vor. Lesen Sie heute mehr zum Thema Spanische Grippe.    

Spanische Grippe (Influenza-A-Virus H1N1) 

Die Spanische Grippe von 1918 bis 1920 stellt mit rund 50 Millionen Toten weltweit die schlimmste Influenza-Pandemie in der Geschichte dar und wurde 2006 sogar als „Mutter der Pandemien“ bezeichnet. Ausgebrochen war sie in einem US-amerikanischen Militärlager gegen Ende des Ersten Weltkriegs. Mit Truppenverschiebungen breitete sich das Influenza-Virus vom Subtyp A/H1N1 auf dem gesamten Erdball aus. Ihren Namen erhielt die Grippe aufgrund der zahlreichen spanischen Berichterstattungen über einen schweren Grippeausbruch in Spanien, während in anderen Ländern trotz Tausender Toter gar nicht darüber berichtet wurde. Das Virus schwappte in insgesamt drei Wellen über den Globus und reduzierte die damalige Weltbevölkerung um circa 2,8 Prozent. Schätzungen zufolge haben sich 500 Millionen Personen mit dem Virus infiziert – die Weltbevölkerung belief sich damals in etwa auf 1,8 Milliarden Menschen. 

Verlauf 

Kurz nach der Infektion kommt es wie bei jeder echten Grippe zu hohem Fieber bis zu 41 Grad mit starkem Frösteln, Schweißausbrüchen, Muskel-, Glieder- und Kopfschmerzen sowie Abgeschlagenheit und schmerzhaftem Husten. Tödlich wird eine Influenzainfektion zumeist durch eine Lungenentzündung aufgrund einer Folgeinfektion mit Pneumokokken. Ebenso können weitere Komplikationen wie Skelett-, Herzmuskel- oder Gehirnentzündung zum Tod führen. Die Einzigartigkeit der Spanischen Grippe von 1918 bestand darin, dass ihr vor allem gesunde Erwachsene im Alter von 20 bis 40 erlagen. Nahezu 50 Prozent der Pandemieopfer entfallen auf diese Altersgruppe. „Herkömmliche“ Influenza-Viren gefährden üblicherweise Menschen mit naivem oder schwächerem Immunsystem wie Kinder und Senioren. 

Medikation 

Eine erfolgreiche Medikation gegen die Spanische Grippe existierte nicht. Heute kann eine Influenza mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, die die Vermehrung der Viren eindämmen, dabei die Krankheitsphase verkürzen und den Verlauf in seiner Schwere mindern. Für eine effektive Behandlung muss die Medikation bereits kurz nach Krankheitsbeginn erfolgen. Gegen die Influenza existiert ein jährlich angepasster Impfstoff, der aber nur gegen Virustypen der Saison schützt. 

Letalität 

Regional unterschiedlich. Je nach Versorgungslage zwischen 0,7 und 6 Prozent. Beim Fehlen einer Grundimmunität deutlich höher. In Samoa starb beispielsweise ein Fünftel der Bevölkerung an der Spanischen Grippe. Die Letalität einer normalen Influenza-Pandemie liegt üblicherweise zwischen 0,1 und 0,2 Prozent. 

Verbreitung 

Mutierte Influenza-Viren vom Subtyp-A/H1N1 haben im Winter 1977/78 für eine weitere Pandemie mit geschätzten 500.000-700.000 Toten (Russische Grippe) geführt und 2009 für weltweit über 157.000 Tote (Schweinegrippe).
Bildquelle: bigstockphoto.com | varka

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