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Seit die Menschheit sesshaft wurde, geißeln sie die Zivilisation: Infektionskrankheiten. All diese Seuchen sollten uns nicht nur daran erinnern, was die ungehinderte Verbreitung eines neuen Virus anrichten kann, sondern auch vor Augen führen, von welchem Wert Impfungen für die moderne Zivilisation sind. In unserer Serie stellen wir Ihnen jeden Samstag eine Infektionskrankheit vor – heute: Syphilis  

Das Auftauchen des Coronavirus SARS-CoV-2 hat die Krone der Schöpfung nicht nur auf seine grundsätzliche Verletzbarkeit zurückgeworfen, vielmehr schafft das Fehlen eines wirksamen Medikaments oder Impfstoffs gegen COVID-19 ähnliche Verhältnisse, wie sie noch vor über 100 Jahren herrschten, als sich Infektionserkrankungen ungehindert durch die Bevölkerung seuchen konnten. Wir haben ein Lexikon der am meisten gefürchteten Infektionskrankheiten in der Geschichte der Menschheit zusammengestellt und stellen Ihnen jeden Samstag eine vor. Lesen Sie heute mehr zum Thema Syphilis. 

Syphilis  


Der erste dokumentierte Ausbruch der Syphilis erfolgte während der französischen Invasion Neapels in den Jahren 1494/95, was ihr den Namen „Franzosenkrankheit“ verlieh. Eingeschleppt wurde sie wohl erst ein Jahr zuvor von Teilnehmern der ersten Amerikaexpedition. Das Erregerbakterium der chronischen Infektionskrankheit wird ausschließlich von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute hauptsächlich während des Geschlechtsverkehrs übertragen. In Deutschland war Syphilis vor allem im 18. Jahrhundert stark verbreitet.  

Verlauf  

Der Krankheitsverlauf der Syphilis ist vielfältig und verläuft in mehreren Phasen. Typischerweise kommt es zu anfänglich schmerzlosen Schleimhautgeschwüren und Lymphknotenschwellungen, die nach wenigen Wochen abklingen. In der zweiten Phase kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, gefolgt von einem stärker werdenden Hautausschlag, der nach wenigen Monaten ebenfalls wieder abklingt. Nach drei bis fünf Jahren haben sich die Erreger im gesamten Körper ausgebreitet und bilden stärker werdende Geschwüre in der Haut, den Gefäßen und den Organen. In der vierten Phase kommt es nach  weiteren Jahren aufgrund der allmählichen Zerstörung des zentralen Nervensystems zu neurologischen Ausfallerscheinungen wie Lähmungen, Taubheit oder Demenz. Wird das Herz angegriffen, versterben die Patienten. Bei einer unbehandelten Syphilis kommt es bei einem Drittel zu einer Spontanheilung, bei einem weiteren Drittel zu einem latenten Krankheitsverlauf und nochmals bei einem weiteren Drittel zur Ausbildung spätsyphilitischer Schäden. Bei einer Schwangerschaft wird das Bakterium auf den Embryo übertragen, der deshalb bereits vor der Geburt schwere Schäden davontragen kann.  

Medikation 

Das Bakterium lässt sich mit Penicillin oder einem anderen Antibiotikum sehr gut behandeln.  

Letalität   

Letalität bei spätsyphilitischem Befall des Herzkreislaufsystems ohne Behandlung: 80 – 90 Prozent. Das Risiko einer Totgeburt bei Syphiliserkrankten Frauen beträgt 70 Prozent. 

Verbreitung 

Syphilis ist weltweit verbreitet. Obwohl rund 90 Prozent der 12 Millionen weltweiten Neuinfektionen in Entwicklungsländern registriert werden, steigt seit geraumer Zeit die Zahl der Syphilis-Infektionen auch in Deutschland an (2004: 3.353 Infektionen, 2018: 7.332 Infektionen). 2016 war die Syphilis für rund 200.000 Fehlgeburten und Sterbefälle von Säuglingen weltweit verantwortlich. Damit zählt sie nach Malaria zu den häufigsten Todesursachen für Babys.
Bildquelle: bigstockphoto.com | varka

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