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Seit die Menschheit sesshaft wurde, geißeln sie die Zivilisation: Infektionskrankheiten. All diese Seuchen sollten uns nicht nur daran erinnern, was die ungehinderte Verbreitung eines neuen Virus anrichten kann, sondern auch vor Augen führen, von welchem Wert Impfungen für die moderne Zivilisation sind. In unserer Serie stellen wir Ihnen jeden Samstag eine Infektionskrankheit vor – heute: Typhus.    

Das Auftauchen des Coronavirus SARS-CoV-2 hat die Krone der Schöpfung nicht nur auf seine grundsätzliche Verletzbarkeit zurückgeworfen, vielmehr schafft das Fehlen eines wirksamen Medikaments oder Impfstoffs gegen COVID-19 ähnliche Verhältnisse, wie sie noch vor über 100 Jahren herrschten, als sich Infektionserkrankungen ungehindert durch die Bevölkerung seuchen konnten. Wir haben ein Lexikon der am meisten gefürchteten Infektionskrankheiten in der Geschichte der Menschheit zusammengestellt und stellen Ihnen jeden Samstag eine vor. Lesen Sie heute mehr zum Thema Typhus. 

Typhus 

Beim Typhus-Erreger handelt es sich um die weltweit verbreitete Salmonellen-Art Salmonella typhi. Ähnlich wie bei der Cholera hängen Typhus-Epidemien mit verunreinigtem Trinkwasser zusammen, durch das das Bakterium aufgenommen wird. Im Rahmen der Industrialisierung und des massiven Zuzugs in die Städte kam es vor allem im 19. Jahrhundert zu vielen Typhustoten in Europa. Durch den flächendeckenden Ausbau der Kanalisation wurde das Erregerbakterium aus den Industrienationen zurückgedrängt. 

Verlauf 

Infolge einer Typhusinfektion kommt es neben hohem Fieber von 39 bis 41 Grad, Bauchschmerzen sowie Durchfall und Darmblutungen auch zu der namensgebenden Umnebelung der Sinne (altgr. typhos =  „Nebel“). Aufgrund der stecknadelkopfgroßen hellroten Flecken am Bauch wurde Typhus  bis weit ins 19. Jahrhundert hinein mit Fleckfieber verwechselt. Infektionen mit den Artverwandten Salmonellen Salmonella paratyphi A, B, C und D weisen einen ähnlichen, aber milderen Verlauf auf. 

Medikation 

Gegen Typhus existiert ein Impfstoff, der bei Reisen in Risikogebiete wie Pakistan empfohlen wird. Medikatiert wird Typhus mit Antibiotika.

Letalität 

Ohne Behandlung 20 Prozent. Mit rechtzeitiger Therapie unter einem Prozent. 

Verbreitung 

Ähnlich wie Cholera bricht Typhus vor allem nach Katastrophen aus, bei denen die Trinkwasserversorgung kontaminiert wurde. Ebenso spielt sie in Entwicklungsländern eine Rolle. Jährlich gibt es zwischen 15 und 25 Millionen Neuinfektionen mit Typhus und Paratyphus – bis zu 200.000 Menschen sterben. 
Bildquelle: bigstockphoto.com | varka

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