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Sie sind die dampfende Versuchung aus dem Ofen – Maroni. Im Gegensatz zu ihren fettreichen Kollegen handelt es sich bei den heißen Nüsschen um sehr gesunde Weihnachtsleckereien. Maroni sind geradezu fettarme Nährstoffbomben für Figurbewusste.

Sie ist anspruchslos, einfach zu bewirtschaften und schweinslecker – blöd nur, dass die Esskastanie ähnliche klimatische Bedingungen braucht wie Wein, um reife Früchte zu entwickeln. Das mussten auch die Römer feststellen, als sie die Edelkastanie in ihre europäischen Ländereroberungen einführten. Ursprünglich begrenzt von Gebirgsketten wie Alpen, Pyrenäen, Kaukasus oder Atlas verbreiteten sich die Esskastanien innerhalb der Grenzen des römischen Reichs – vornehmlich in Frankreich, Spanien, England und Irland. Dort wurden sie mancherorts weiter gezüchtet, veredelt und großflächig angebaut.

In Deutschland ist die Edelkastanie hingegen eine der selteneren Baumarten, der man eher in punktuell wärmeren Weinanbauregionen wie der Rheinebene, dem Maingebiet sowie an Nahe, Saar oder dem Taunus öfters begegnen kann. Aufgrund ihrer Wärmeresistenz und dem sich weiter verschärfenden Klimawandel könnte sich das aber bald ändern. Denn die Esskastanie gilt als wertvoller Joker im Waldbau der Zukunft.

Bei Maronen handelt es sich zwar aus botanischer Sicht um Esskastanien – dennoch unterscheiden sie sich in gewisser Weise voneinander. Denn durch geschickte Auslese gelang es den Maronenzüchter über Jahrhunderte, das Beste aus der ursprünglichen Edelkastanie herausholen. Über die Zeit wurden die Maronen größer und aromatischer als ihre wilden Kollegen. Zudem lassen sie sich etwas leichter schälen. Fun-Fact nebenbei: Mit der Rosskastanie hat die Esskastanie bis auf das Wort „Kastanie“ rein gar nichts zu tun.

Selbst wenn Form, Farbe und Verpackung der Nussfrucht eine Verwandtschaft vermuten lassen, gehören sie weder derselben Gattung noch der gleichen Familie an. Während die Esskastanie zu den Buchengewächsen und der Gattung Kastanie zählt, gehört die Rosskastanie der Familie der Seifenbaumgewächse an – Gattung Rosskastanie. Der Name „Rosskastanie“ ist dabei sogar doppelt irreführend. Denn selbst wenn die Früchte von Wildtieren wie Reh, Hirsch und Wildschwein aufgrund ihres Stärkegehalts im Winter verzehrt werden, sind sie für Ross und Mensch giftig. Doch auch die Früchte der Rosskastanie lassen sich verwenden. Aus ihnen kann zum Beispiel Naturseife gewonnen werden.

Powerbomb Marone

Bevor Maronen zur Weihnachtsleckerei avancierten, galten sie der Landbevölkerung bis ins 19. Jahrhundert als das „Brot des kleinen Mannes“. Ihre Bedeutung für die Ernährung der ärmeren Bevölkerungsschichten nahm erst mit der Verbreitung von Mais, Kartoffeln und ertragreichen Weizensorten ab. Preisgünstig und nahrhaft dienten sie vor allem in den Bergregionen als primäre Nahrungsquelle im Winter. Denn ähnlich wie ihre Nusskollegen besitzen sie mit rund 200 Kalorien auf 100 Gramm Maroni eine hohe Energiedichte. Mit ihrem niedrigen Fettanteil (1,5 g /100 g) und ihrem hohen Gehalt an Kalium, Magnesium und B-Vitaminen zählen die gezüchteten Edelkastanien heute von September bis März zur gesunden Knabberei. Ihr hoher Stärke- und Wasseranteil macht die Maronen jedoch schlecht lagerfähig, weshalb sie immer frisch verzehrt werden sollten – gelagert werden sie im Kühlschrank. Etwas länger haltbar ist Maronenmehl, das sich zu glutenfreiem Kuchen oder Brot verbacken lässt.

Apropos backen. Ihre Süße erhalten die Maronen im Übrigen erst durch das Karamellisieren der Stärke während des Röstvorgangs. Roh dominiert der Nussgeschmack. Somit verwundert es auch nicht, dass sich neben der Verarbeitung zu Suppen oder Püree vor allem die heiß dampfende Ofenvariante unter den Maroni-Fans größter Beliebtheit erfreut. Hierzu werden die frischen Früchte einfach kreuzweise in der Schale eingeschnitten und für 20 bis 25 Minuten bei 200 Grad im Ofen gebacken. Eine Schale mit Wasser sorgt dafür, dass die Maronen beim Backen nicht austrocknen. Mit ihrem süßlich-nussigen Geschmack passen geröstete Maronen perfekt zu einem Glas Weißwein und einem Stück Weichkäse.
Bildquelle: pixabay.com |

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