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Oft hat man beim Jahn einen Schuldigen gesucht. Jetzt ist er schnell gefunden: Thomas Stratos, 47, seit einem Monat Übungsleiter beim Regensburger Fußball-Sorgenkind. Dank dem ehemaligen Bundesligaprofi bei Bielefeld und dem HSV scheint der Abstieg vergessen. Der TSV 1860 München wurde kurzerhand mit 3:1 geschlagen und dem Bundesligisten FC Augsburg unterlag man nur knapp mit 0:2. Thomas Stratos und seine junge Truppe machen Spaß. Hier das exklusive Interview mit dem Westfalen.

>>Nach der ersten Vorbereitungsphase auf die neue Saison hat man den Eindruck, das könnte passen zwischen Mannschaft und Trainer?.
Wir konnten uns in Ruhe aneinander gewöhnen. Wir haben täglich zweimal trainiert und auch mal Handball gespielt. Ein bisschen anpacken, catchen, alles was dazu gehört. Dann spielt man natürlich auch mal um ein Eis. Die Verlierermannschaft muss direkt nach dem Training rüber laufen und an der Tankstelle Eis für die Siegermannschaft kaufen. Solche kleinen Dinge bringen natürlich viel Spaß und viel Freude.

>>Sie hatten schon bei Ihrer Verpflichtung angekündigt, der Mannschaft den Spaß zurückbringen zu wollen. Haben Sie das Gefühl, die Jungs beim Jahn nehmen das dankbar an?
Klar, die sind gierig darauf, Spaß zu haben. Wenn ich an einem Fußballplatz vorbei komme und da spielen achtjährige Kinder ? da sieht man Lachen, Schreien, Freude, Spaß. Wir spielen doch auch Fußball. Gut ? wir sind älter, aber wenn da ein Ball rollt, wäre ich der erste, der hinlaufen würde. Nun, und die Jungs, die ich jetzt habe, die machen ja auch nichts anderes. Zwar ist es ihr Beruf, aber am Ende kommen sie jeden Tag auf den Rasen, wollen gewinnen, Fußball spielen und Spaß haben. Und genau dafür bin ich zuständig.

Es gabschon einige Dinge oder Übungen, bei denen die Jungs sagten, 'die haben wir noch nicht gemacht', aber die Umsetzung lief trotzdem sehr gut. Es passte alles sehr schnell.
Ich für mich hatte jetzt ein Jahr Zeit, mich mit der 3. Liga vertraut zu machen. Da freut man sich über den Job, wo man täglich das umsetzen darf, was man kann.

>>Sie haben in diesem Jahr den Trainerschein in Griechenland gemacht. Sie haben beide Staatsbürgerschaften. Ticken Sie eher griechisch oder doch deutsch?
Ich denke im Kopf deutsch, das ist einfach so. Wenn ich in Griechenland bin, ist das sehr schwierig für mich. Letztes Jahr, als ich auf dem Trainerlehrgang war, dozierte dort ein Holländer, der eigentlich deutsch sprach. Aber er musste das Ganze auf Englisch präsentieren. Dann übersetzte der griechische Europameister Stelios Ianakopoulos alles auf Griechisch. Ich hörte es also Englisch, ich hörte es Griechisch und im Kopf war ich im Deutschen. Das war wirklich zu viel auf einmal.

>>Haben Sie sich denn schon mal mit bayerischen Gepflogenheiten und der Küche vertraut machen können?
Die Bayerische Küche habe ich noch nicht wirklich kennengelernt. Aber das kommt bestimmt noch.
Was die bayerische Mentalität angeht ?. ich bin auch der gemütliche Mensch, der sich abends mal draußen auf ein Weißbier hinsetzt und eine Zigarre raucht. Das ist schon mein Ding eigentlich.

>>Wie managen Sie das mit Ihrer Familie im Moment?
Alle zwei Wochen fahre ich hin, telefoniere täglich mehrmals und so ist es momentan geregelt. Wir hatten immer eine Absprache getroffen und haben gesagt, okay, wir warten mal ab, ob beide Kinder mitgehen oder wie wir das machen. Ich werde mir bald hier in Regensburg eine Wohnung suchen, wenn ich ein bisschen mehr Zeit habe und die Vorbereitung ruhiger wird. So kann ich vielleicht beide oder vielleicht nur eine der beiden (zwei Töchter, 13 und 16 ? die Red.) herholen.

>>Papa war als Profi-Fußballer bestimmt selten Zuhause?
Das ist ein Irrglaube. Ein Mann, der normal arbeitet, geht morgens aus dem Haus und kommt abends nach Hause. Dann hat er einfach nur noch ein Abendessen, dann gehen die Kinder ins Bett. Der Fußballer geht morgens trainieren und kommt mittags nach Hause ? am Nachmittag kann man dann viel Zeit mit der Familie und den Kindern verbringen. Zu meiner Zeit haben wir einmal die Woche zweimal trainiert ? so hatte ich enorm viel Zeit für meine Töchter. Also ich hatte viel Glück, dass ich damals Fußballer war. Heute hat sich das alles verändert. Wenn man mal Spieler bei Bayern ansieht, die sind ja nur unterwegs.

>>Beim FC Bayern gehört das Tragen von Tracht definitiv dazu. Beim Jahn in Regensburg  auch. Ist es Ihr erstes Mal ? als eher spröder Westfale?
Nee, ich trug schon mal eine Lederhose ? man mag es kaum glauben. Beim Oktoberfest in Bad Salzuflen. Da hatte mich meine Freundin hingeschleift und gesagt, 'da gehen wir hin und da brauchst 'ne Lederhose!'.

>>Aber sie steht Ihnen gut!
Danke. Mit Lederhosen komme ich auch prima zurecht, da sind die Waden unten frei. Mein Problem ist, dass ich in engen Hosen durch meine O-Beine natürlich etwas lustig aussehe.

>>Wäre mir gar nicht aufgefallen...
Ohhh, meine Töchter sagen immer, da kann man ein paar Schweine durch treiben (lacht).

Ich wusste das erst nicht. Auf einmal lief es (via Youtube leicht zu finden ? die Red.) in der Diskothek in Bielefeld, das war schon witzig. Und im Stadion spielten sie es irgendwann auch. Als meine Tochter vor kurzem sah, dass es jemand auf Facebook gepostet hatte, schrieb sie als Kommentar drunter:  'Oooch das, das hat er früher im Auto immer wieder gespielt'. Stimmt aber gar nicht. Immerhin gibt es über Heidi Klum's Beine noch kein Lied.

>>Bayerns Triple-Co-Trainer Hermann Gerland war in Bielefeld auch mal Ihr Coach. Und Sie hatten als Leistungsträger bei ihm sogar ein Stein im Brett?
Ja, der Hermann. Ich genoss quasi Sonderstatus bei ihm, ohne zu wissen, warum. Als ich bei Freundschaftsspielen auftauchte, meinte er nur  'Thomas, was machst du hier? Diese Jojo-Spiele brauchst du doch nicht machen. Geh ein Würstchen essen.' Also bin ich Würstchen essen gegangen. Später kam ich an seiner Kabine vorbei und da stand eine Kiste Cola drin. Ich sagte verwundert, 'Hermann, Trainer...' Aber Gerland meinte nur: 'Du darfst Dir auch Cola nehmen.' Also trank ich Cola. Als es irgendwann mal nicht so gut lief und wir als Mannschaft gegen den Trainer gestimmt hatten, da durfte ich plötzlich nicht mehr an die Cola. Aber der Hermann war schon gut.

>>Wäre doch schön, wenn das Ihre Spieler am Ende der Saison über Sie auch sagen?.
Klar wäre das schön. Immerhin haben sie schon mal tolle, neue Trikots bekommen (Foto v.l.: Die Neuzugänge ). Und wenn nicht ? ich habe gehört, dass ich zumindest ein schickes Stadion geschenkt bekomme (schmunzelt).
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