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Die Corona-Erkrankungen in Deutschland steigen aktuell täglich und rücken näher an Ostbayern heran. Regensburgs Krankenhäuser und Apotheken sind gut gewappnet. Bei entsprechenden Schutzmaßnahmen sei das Ansteckungsrisiko gering.

Das noch nicht gänzlich erforschte Coronavirus beunruhigt seit Januar die Menschen und breitet sich nun auch weiter in Deutschland aus. Zehn Bundesländer sind betroffen, Bayern inbegriffen. Bislang sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Deutschland 150 Fälle von SARS-VoV-2 bekannt, in Bayern sind es 15. Darüber informierte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit am 02. März 2020, 13 Uhr). Die Infektionszahlen können sich stündlich ändern. In Bayern wurden bis Montagvormittag fünf neue Fälle bestätigt. Zwei in München und jeweils einer in Schwabach, im Landkreis Freising und im Ostallgäu. Einen bestätigten Corona-Fall in Regensburg gebe es bislang nicht, wie das Landratsamt auf Nachfrage informierte.

Strukturiertes Ablaufschema in Regensburger Kliniken

Die Regensburger Krankenhäuser sind indes gut für das Virus gewappnet. Orientiert an den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts hat das Universitätsklinikum Regensburg ein Ablaufschema zum Umgang mit Verdachtsfällen und erwiesen erkrankten Personen entwickelt, wie Frau Dr. Gertrud Huber aus der Abteilung Unternehmenskommunikation den Regensburger Nachrichten mitteilte. Auch das Krankenhaus Barmherzige Brüder folgt nach Auskunft von Julia Helene Gergovich, Teamleiterin für Marketing und Öffentlichkeit, Standardmaßnahmen, die für alle Mitarbeiter über das Intranet einsehbar sind. Auch werden Schulungen durchgeführt. Besteht ein begründeter Verdacht auf Infektion mit dem Coronavirus, werde der entsprechende Patient in beiden Kliniken umgehend isoliert. Um eine Ansteckung des behandelnden Personals zu vermeiden, sind Schutzkittel, Handschuhe, ein Mund-Nasen-Schutz und gegebenenfalls eine Schutzbrille zu tragen, erklärt Eva Gerstenberger von der Pressestelle des Klinikums St. Josef. So könne eine Weitergabe des Erregers durch Tröpfcheninfektion vermieden werden.

Klinikum St. Josef: Übungen für Pandemiefall

Wie das Caritas-Krankenhaus St. Josef den Regensburger Nachrichten gegenüber mitteilte, werden derzeit alle Mitarbeiter für das Coronavirus geschult und für diese Problematik sensibilisiert. Sollte ein Patient mit Verdachtssymptomen eintreffen, wird das Risiko im Einzelfall abgeklärt. „Der erste Schritt ist aber stets, eine Infektion mit Influenza (Virusgrippe) auszuschließen, da diese saisonal bedingt deutlich häufiger die Ursache fieberhafter Infekte ist“, sagte Eva Gerstenberger. Die Vorgehensweise orientiert sich ansonsten strikt an den vom Robert Koch-Institut empfohlenen Maßnahmen. Dabei werden alle Symptome analysiert und geprüft, ob zuvor Kontakt zu einer infizierten Person bestanden oder sich der Patient in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Mittels des anschließend durchgeführten Tests am Institut für Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums kann eine Infektion mit SARS-CoV-2 innerhalb weniger Stunden nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. In dieser Zeit werde „der Patient in einem Isolationsraum untergebracht“, erklärt Eva Gerstenberger weiter. Erhöht wurde darüber hinaus auch der Bestand an Schutzmaterialien und Desinfektionsmitteln.

Landratsamt Regensburg: Enge Vernetzung mit Kliniken

Aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome bei Corona und Grippe bestehe nach Auskunft der Stabstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit durchaus auch die Möglichkeit, dass Infektionen mit dem Coronavirus auch in Stadt oder Landkreis Regensburg auftreten könnten. Im Gesundheitsamt des Landkreises Regensburg wurden bisher für die Saison 2019/2020 rund 1.200 Grippeerkrankungen gemeldet. Das Gesundheitsamt arbeitet eng mit den Kliniken vor Ort zusammen und ist auf ein etwaiges Ausbruchsgeschehen gut vorbereitet, versichert Astrid Gamez von der Stabstelle Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises. So finden zum Beispiel regelmäßige Besprechungen mit den Experten vom Universitätsklinikum und Betriebsärzten der Unternehmen in Regensburg und dem Landkreis statt. Zudem berät das Gesundheitsamt die Fachöffentlichkeit in Regenburg und steht in Kontakt mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Task Force Infektiologie. Das Ziel sei ein möglichst einheitliches Vorgehen im Krisenfall „durch die enge Vernetzung der Akteure“, fasst Astrid Gamez zusammen.

Apotheken halten umfassende Informationen bereit

Auch die Regensburger Apotheken sind auf einen Ausbruch des Coronavirus gut vorbereitet. Eine gewisse Verunsicherung aufgrund des noch unbekannten Erregers sei zwar da, aber erreiche noch nicht das Stadium einer Hysterie, wie Josef Kammermeier von der Bayerischen Landesapothekerkammer für Regensburg betonte. Die nur für den Schutz anderer Menschen bei bereits bestehender Erkrankung sinnvollen Atemschutzmasken seien aktuell nicht erhältlich beziehungsweise für Kliniken reserviert. Daher setzen die Apotheken auf Aufklärung besorgter Kunden, da Angst bekanntlich der schlechteste Ratgeber im Leben sei, so Josef Kammermeier weiter. Wichtige Präventionsmaßnahmen gegen Viruserkrankungen wie Corona oder Grippe seien vor allem eine ausgewogene vitaminreiche Ernährung und Hygiene. Nach Auskunft von Josef Kammermeier gehören dazu zum Beispiel die Verwendung von Desinfektionsmitteln beim Händewaschen, das Niesen in die Armbeuge und häufiges Lüften im Wohnbereich. So können sich Schadstoffe gar nicht erst anlagern, das Immunsystem bleibe stark und ist weniger anfällig für Infekte, hob der Apotheker hervor.

Robert Koch-Institut erhöht Risikoeinschätzung auf „mäßig“

Die Krankenhäuser stehen untereinander in ständigem Austausch, um im Fall eines positiven Infektionsnachweises schnell reagieren zu können. Die Kliniken melden jeden Verdacht auf Infektion mit Sars-CoV-2 dem zuständigen Gesundheitsamt, das weitere Infektionsschutzmaßnahmen ergreift. Dazu gehört unter anderem die Suche nach anderen potentiell erkrankten Personen im Umfeld des Patienten. Die Ämter melden die Fälle zudem weiter an die Landesbehörden und das Robert Koch-Institut. Dessen Experten schätzen das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus im Bundesgebiet als mäßig ein, sofern kein Kontakt zu Personen mit einer nachgewiesenen Infektion besteht. Am Wochenende bezeichnete das RKI die Situation noch als ernstzunehmende Situation mit teils schweren Krankheitsverläufen. Gründliche Hygienemaßnahmen und das Meiden von Menschenmengen sind nach Information des Gesundheitsamtes immer ein guter Schutz. Nur bedingt wird zu Schutzmasken im Mundbereich geraten. Sie schützen primär andere Menschen, wenn man selbst erkrankt ist. Einer Infektion von außen beugen sie nur wenig vor, so das Robert Koch-Institut.

Bundesweite Maßnahmen laufen

Corona-Infektionen betreffen aktuell zehn deutsche Bundesländer. Das Gesundheitssystem ist auf den Umgang mit Verdachtsfällen oder tatsächlich infizierten Personen sehr gut vorbereitet. Politik, Gesundheitsämter und Landesämter für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit arbeiten eng mit Krankenhäusern, Flughäfen und zuständigen Behörden zusammen. Aus China nach Deutschland einreisende Menschen werden gebeten, mittels sogenannter Aussteigerkarten Selbstauskunft zu geben, um sich und andere Fluggäste zu schützen. In Deutschland wurden in acht Bundesländern die sogenannten STAKOB-Zentren eingerichtet. In diesen Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger können Notfallpatienten behandelt werden. Kontaktdaten sind auf der Website des Robert Koch-Instituts zu finden.

Impfstoff soll noch dieses Jahr zur Verfügung stehen

Das Robert Koch-Institut empfiehlt, zur Abklärung einen Arzt zu konsultieren, wenn folgende erkältungsähnliche Symptome stark verlaufen: Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen, Fieber und Atemnot. Sollten nur leichte Erkrankungen vorliegen, wird von der Bundesärztekammer geraten, Arztbesuche zu vermeiden, um Kapazitäten für mögliche Corona-Patienten frei zu halten. Todesfälle durch das Coronavirus sind unwahrscheinlich und traten bislang nur bei Patienten mit bereits geschwächtem Immunsystem oder schweren Vorerkrankungen auf. Eine spezielle Behandlung oder einen Impfstoff gegen das Virus gibt es derzeit noch nicht, jedoch werden Medikamente zur Linderung der Symptome eingesetzt.
Coronaviren sind wie Grippe- oder Erkältungsviren Erreger, die Infektionen der Atemwege verursachen. Wichtig ist, dies betonte Professor Lars Schade vom Robert Koch-Institut, auf sorgfältige Körperhygiene zu achten und besonnen zu handeln, etwa durch das Einhalten der Husten-Nies-Etikette. Der Radiologe und Erste Vorsitzende des Weltärztebundes, Professor Frank Ulrich Montgomery, sieht darin eine entscheidende Chance zur Bekämpfung der Lungenkrankheit.
Bildquelle: Kamerafoto / sonstige | Unsplash
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