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Die Netzwerke der Jugendhilfe halten mit den Familien trotz der aktuellen Ausnahmesituation Kontakt. In Krisenzeiten benötigen aber viel mehr Familien Unterstützung und Hilfestellung – auch in Regensburg.

In Krisenzeiten sind es oft Frauen und Kinder, die unter den verschärften Bedingungen leiden. Aufgrund der derzeitigen Ausgangsbeschränkung verbringen Eltern und Kinder oft rund um die Uhr Zeit zusammen – meist auf engstem Raum. Fehlende Rückzugsmöglichkeiten und ein unstrukturierter Tagesablauf können schnell zu Aggression und Gewalt führen. Jede und jeder kann und soll reagieren, wenn sie oder er merkt, dass Kinder Opfer von Gewalt werden.

Aktuell kann der prognostizierte Anstieg der Gewaltdelikte innerhalb von Familien noch nicht verzeichnet werden, was aber nicht gleichzeitig bedeutet, dass es plötzlich keine Gewalttaten mehr in den Familien gibt oder das Wohl von Kindern akut oder latent nicht in Gefahr geraten kann. Das Amt für Jugend und Familie in Regensburg bereitet sich auf alle möglichen Szenarien vor, um Kinder und Jugendliche zu schützen.

Betreuung per Telefon

Die verschiedenen Stellen des Amtes für Jugend und Familie sind telefonisch erreichbar. Denn Kinderschutz wird auch während der Corona-Krise sehr ernst genommen. Persönliche Kontakte versucht man im Moment zu vermeiden, so wie es die Vorschrift verlangt. Die Fachkräfte sind aber trotzdem erreichbar. Im Falle einer Kindeswohlgefährdung werden Familien auch zu Hause aufgesucht – natürlich unter Einhaltung der vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen.

Kinder gemeinsam schützen

In Zeiten von Corona und den damit verbundenen Schließungen von Schulen und Kitas fehlen wichtige Entlastungsinseln für Eltern und Kinder. Gesundes Aufwachsen von Kindern kann von den pädagogischen Fachkräften in Kita und Schule nicht mehr im gewohnten Umfang unterstützt werden. Ebenso ist es nicht möglich, sich vertrauensvoll an das Betreuungspersonal und an außerfamiliäre Bezugspersonen wenden zu können, wenn es ihnen schlecht geht.

Die Stadt Regensburg verweist dabei darauf, dass es eine gemeinschaftliche Aufgabe ist, Kinder zu schützen. Deshalb ruft sie alle Bürger dazu auf, besonders aufmerksam zu sein und Hilfe anzubieten.

Nachbarschaftshilfe gefragt

Wenn sich Personen Sorgen über das Wohl eines Kindes machen, sollten sie einschreiten: Oft ist es schon hilfreich, wenn man zum Beispiel an der Tür klopft oder klingelt und kurz nachfragt, ob alles in Ordnung ist. Es gilt trotzdem, unbedingt mindestens 1,5 Meter Sicherheitsabstand einzuhalten. Es ist zudem nicht leicht herauszuhören, ob Eltern nur schimpfen oder ein Kind tatsächlich in Gefahr ist. Nachfragen und Hilfe anbieten ist für Eltern ein wichtiges Signal, sie merken dann oft selbst, dass es vielleicht zu viel war und es nicht unbemerkt bleibt. Wenn man sich unsicher ist, wie die Situation zu bewerten ist, sollte man nicht zögern, sich an die bekannten Stellen zu wenden.

In einem unverbindlichen Beratungsgespräch mit Fachkräften gibt es die Möglichkeit, Expertentipps und Handlungsmöglichkeiten zu erfragen oder unter Anleitung eine Kindeswohlgefährdung beim Amt für Jugend und Familie zu melden. Dies ist auch anonym möglich. Entsteht der Eindruck, dass ein Kind akut gefährdet ist, sollte  die Polizei gerufen werden. Diese kann sofort und vor Ort abklären, ob eine Gefährdung vorliegt und geeignete Maßnahmen einleiten.

Ansprechstellen für Not- und Krisensituationen in Regensburg

  • Beratung in Krisensituationen: Jugend- und Familientherapeutische Beratungsstelle, Telefon 507-2762
  • Bei Kindeswohlgefährdungen und für Jugendliche in Krisensituationen: Jugendamt Stadt Regensburg (zu Bürozeiten), Telefon 507-2512 oder Jugendschutzstelle Stadt Regensburg (außerhalb der Bürozeiten und am Wochenende), Telefon 507-4760
  • Bei Fragen zu sexueller Gewalt: Frauennotruf e. V., Telefon 24171
  • Bei häuslicher Gewalt: Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, Telefon: 08000/116 016
Bildquelle: pixelio.de | CFalk

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