Orgelkonzerte im Regensburger Dom St. Peter


orgelkonzerte im regensburger dom st peter fullDie UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, hat im Dezember 2017 „die Tradition von Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland“ zum Weltkulturerbe erklärt. Seither ist sie Teil des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Nach Darstellung der UNESCO hat Deutschland mit 50.000 Orgeln die höchste Orgeldichte der Welt.

Die Welterbe-Stadt Regensburg mit ihren zum Teil kunsthistorisch wertvollen Instrumenten, mit ihren traditionellen Konzertreihen mit Orgelmusik und als weltweit bedeutsames Zentrum der Organistinnen- und Organisten-Ausbildung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass nunmehr offiziell das Orgelspiel in Deutschland quasi den Ritterschlag erhielt.

Ein Hotspot der süddeutschen Orgellandschaft und des Orgelspiels war Regensburg spätestens ab 1874, als Franz Xaver Haberl (1840–1910) – nach ausdrücklicher Ermutigung durch Franz Liszt – die weltweit erste „Katholische Kirchenmusikschule“ gründe, die von Anfang an über den deutschen Sprachraum hinaus internationale Bedeutung errang. Die heutige Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg ist somit die weltweit älteste und kontinuierlich bestehende Ausbildungsstätte ihrer Art.

Der Einbau der Rieger-Orgel im Regensburger Dom stellte einen weiteren Meilenstein im Orgelwesen dar. Mit 80 Registern auf vier Manualen und Pedal ist sie die größte freihängende Orgel der Welt. Seit ihrer Einweihung im November 2009 bereichert sie das Konzertwesen um Orgelkonzerte, die Besucherinnen und Besucher selbst von weither anziehen. Die Regensburger Domorgel dient in erster Linie der Feier der Liturgie, die in der Kathedrale vorbildhaft sein soll. Aber natürlich ermöglicht die erste große Orgel im Regensburger Dom seit über 700 Jahren auch die adäquate Realisierung der großen Orgelwerke, die im 19. und 20. Jahrhundert für die bedeutenden Kathedralen geschaffen wurden. Dafür stehen dem Organisten 80 Klangfarben mit 5871 Pfeifen der rund 36 Tonnen schweren Orgel zur Verfügung. Bleibt anzumerken, dass von allen Plätzen aus das Hörerlebnis gleichermaßen überzeugend ist. Die überwältigende Architektur des Doms trägt ihr Übriges dazu bei, die Domorgelkonzerte zu einem ganzheitlichen und erhebenden Erlebnis zu machen. Die Domorgelkonzerte finden seit 2010 jährlich jeden Mittwoch im Juni und Juli statt.

In ihrem neunten Jahr wartet die Reihe mit Domorgel-Konzerten mit einem Programm auf, das wieder einmal von renommierten internationalen Organisten bestritten wird, und das Werke des Barock, der Klassik, der Romantik, des Impressionismus, der Moderne und Zeitgenössisches vorstellt. In dieser Konzertreihe sind Werke der Orgelliteratur zu hören, die speziell für liturgische Anlässe geschrieben wurden, aber auch Kompositionen, sinfonische Musik für Orgel, die als autonome Werke für sich stehen. Ein besonderer Schwerpunkt der Reihe liegt auf der Improvisation, der Königsdisziplin des Orgelspiels, in der die Interpreten eigene Klangvorstellungen verwirklichen. Um die komplette Bandbreite der Orgelkunst abbilden zu können, ist ein großes Instrument wie die Regensburger Domorgel, eine universell einsetzbare Kathedralorgel, unerlässlich. Hinzu kommt: Orgelmusik wurde zu allen Zeiten und in jeder Region anders und jeweils für bestimmte Instrumente oder Instrumententypen geschrieben. Auch diesem Umstand trägt die Rieger-Orgel Rechnung. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal der Domorgelkonzerte, dass sie ein repräsentatives Klangbild der Orgelkunst in toto erlauben.

Das Anfangskonzert wird in dieser Saison von jungen Organisten bestritten, von versierten Organisten, die ihren Bachelor- oder Masterabschluss machen. Ansonsten sind mit Organisten aus Oslo, Budapest, Paris, Essen und Bad Kissingen global gefragte Interpreten zu Gast, die wichtige Impulsgeber für das Musizieren an der Orgel sind und internationale Standards gesetzt haben. In diese Riege gehört auch der Regensburger Domorganist Franz Josef Stoiber, der als Intendant der Reihe zwei Konzerte selbst bestreitet.

Die Konzerte finden ab dem 23. Mai immer mittwochs um 20:00 Uhr statt.

Mittwoch, 23. Mai 2018, 20:00 Uhr
1. Domorgelkonzert 2018
Sonderkonzert „Junge Organisten“
Bachelor- und ein Master-Absolvent der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik interpretieren ein vielfältiges Programm aus der Orgelliteratur, das gleichermaßen Alte Musik enthält wie Spätromantisches, Musik des Impressionismus, der Moderne und Zeitgenössisches. Das Spektrum reicht von klassischen Toccaten über Sinfonisches bis hin zu Filmmusik.
Samuel Pinto: Georg Muffat(1653–1704)Toccata prima | Johann Sebastian Bach (1685–1750)3. Satz aus der Triosonate C-Dur BWV 529 | Louis Victor Jules Vierne (1870–1937) Allegro aus der 2. Orgelsinfonie op. 20
Maximilian Wolf: Uraufführung. Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893) Andantino in modo di canzona (aus der 4. Sinfonie f-Moll Op. 36 in der Transkription von Maximilian Wolf
Thomas Aumer: Olivier Messiaen (1908–1992) Méditation V aus Méditations sur le Mystère de la Sainte Trinité (Dreifaltigkeitsmeditationen)
Florian Schuster: Josef Renner (1868–1934) Thema und Variationen op. 58
Raphael Vogl: Enjott Schneider (* 1950) Toccata „Schlafes Bruder“

Mittwoch, 6. Juni 2018, 20:00 Uhr
2. Domorgelkonzert 2018
Meisterwerke der Orgelliteratur
Das zweite Domorgelkonzert der Saison bestreitet der Regensburger Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber, der ein Programm gewählt hat, dass nahezu alle Klangmöglichkeiten und die Farbenpracht des Instruments vollends zur Geltung bringt. Dies gelingt ihm mit barocken Sätzen von Johann Sebastian Bach, einem mitreißenden Stück des Iren Charles Stanford und schillernden Werken zweier Vertreter der französischen Orgelschule der Moderne: Maurice Duruflé und Marcel Dupré.
Franz Josef Stoiber (Regensburg: Johann Sebastian Bach (1685–1750) Praeludium und Fuge a-Moll BWV 54 und Leipziger Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ BWV 663, à 2 claviers et pédalier – il canto fermo nel tenore | Charles V. Stanford (1852–1924) Fantasia und Toccata d-Moll op. 57 | Maurice Duruflé (1902–1986) Prélude et Fugue sur le nom d’Alain op. 7 | Marcel Dupré (1886–1971) Thema und Variationen op. 20 mit den Sätzen Choral – Larghetto – Poco animato – Canon à l’octave – Vif – Vivace – Canon à la quarte et à la quinte – Vivace – Canon à la seconde – Animé – Fugato – Finale/Presto

Mittwoch, 13. Juni 2018, 20:00 Uhr
3. Domorgelkonzert 2018
Norwegische (An-)Klänge und Impulse der Leipziger Schule
In diesem Konzert macht Organist Halgeir Schiager aus Oslo Einflüsse deutscher Kompositionsschulen auf norwegische Werke hörbar, außerdem zeigt er anhand einer Sonate von Joseph Rheinberger, wie man sich im deutschen Historismus skandinavische
Klanglichkeit vorstellte. Hierzulande selten gehörte Orgelwerke norwegischer Tonsetzer heben das Konzert in den Rang einer Rarität.
Halgeir Schiager (Oslo): Johann Gottlob Schneider (1789-1864) Dank- und Jubelpräludium („Nun danket alle Gott“) und Aus Zwölf leichte Orgelstücke op. 4 die Sätze Andante – Andantino – Larghetto | Joseph Rheinberger (1839-1901) Sonate Nr. 16 gis-Moll op. 175 mit den Sätzen Allegro moderato – Skandinavisch – Introduction und Fuge – Fuge| Kjell Mörk Karlsen (* 1947) Aus der Sinfonia Norvegica op. 157 (Orgelsinfonie) Scherzo – Finale| Leif Solberg (1914–2016) Fantasie und Fuge über ein norwegisches Volkslied

Mittwoch, 20. Juni 2018, 20:00 Uhr
4. Domorgelkonzert 2018
Structure and pittoresque
Ein Programm mit deutschen, ungarischen und französischen Orgelwerken. Bekannte und populäre Kompositionen wie Franz Liszts Praeludium und Fuge über B-A-C-H kontrastiert der ungarische Organist Laszlo Fassang mit einer reizvoll irisierenden Improvisation und einem Tongemälde, das mit musikalischen Mitteln ein Gemälde Arnold Böcklins beschreibt. Ein wirkmächtiger Satz von Alexandre Guilmant beschließt den Konzertabend.
Laszlo Fassang (Budapest): Johann Sebastian Bach(1685–1750) Praeludium und Fuge e-Moll BWV 548 | Franz Liszt (1811–1886) Präludium und Fuge über B-A-C-H | László Fassang (* 1973) Improvisation (Zwischen Hell und Dunkel)| Dezső Antalffy-Zsiross (1885–1904) Scherzo (Spielende Faune nach Böcklin)| Alexandre Guilmant (1837–1911) Finale aus der Orgelsonate Nr.1 in d-Moll op. 42

Mittwoch, 27. Juni 2018, 20:00 Uhr
5. Domorgelkonzert 2018
Französische Orgelklassik und Bearbeitungen
Was die „Faszination Orgel“ ausmacht ist in diesem Konzert mit Vincent Dubois geradezu exemplarisch zu erleben. Lyrische, rhapsodische, volksliedhafte, hymnische und hehr-sakrale Klanggebilde stehen Sätzen gegenüber, die das Instrument geradezu entfesselt zeigen. In einer abschließenden Improvisation zeigt sich die Regensburger Kathedralorgel als Instrument von europäischem Rang.
Vincent Dubois (Paris/Straßburg): Johann Sebastian Bach (1685–1750) Sinfonia aus der Kantate „Wir müssen durch viel Trübsal“ BWV 146, bearbeitet von Marcel Dupré | Johannes Brahms (1833–1897) Rhapsodie h-Moll, bearbeitet von Vincent Dubois | Charles-Marie Widor (1844–1937) Allegro aus der 6. Orgelsinfonie | Louis Vierne (1870–1937) Claire de Lune („Mondlicht“) | Camille Saint-Saens (1835–1921) Danse („Orgeltanz“) | Marcel Dupré (1886–1971) Präludium und Fuge g-Moll op. 7/3 | Vincent Dubois Improvisation

Mittwoch, 4. Juli 2018, 20:00 Uhr
6. Domorgelkonzert 2018
Fantasien und Fantasiestücke – Frieden
Mozart, César Franck und Louis Vierne sind Namen, die bei Orgelkonzerten regelmäßig auftauchen. Organist Burkhard Ascherl hat zudem eine spannende Komposition von Naji Hakim ausgewählt, die eine Brücke zwischen Okzident und Orient baut. Hakim war Nachfolger von Olivier Messiaen als Organist an der Kirche La Trinité in Paris und erhielt zahlreiche Preise, so auch beim Internationalen Orgelwettbewerben in Nürnberg. 2007 wurde ihm von Papst Benedikt XVI. der Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ verliehen.
Burkhard Ascherl (Bad Kissingen): Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) Fantasie f-Moll KV 608: Allegro maestoso – Andante mit Variationen – Allegro maestoso | César Franck (1822–1890) Cantabile H-Dur | Joseph Bonnet (1884–1944) Variations de concert op. 1 | Naji
Hakim (* 1955) Aalaiki’ssalaam – Friede sei mit dir (Variationen über ein libanesisches Thema) Andante – Conspirito – Scherzando – Confuoco – Energico – Moderato – Leggiero – Risoluto – Presto | Louis Vierne (1870–1937) Feuxfollets (Irrlichter) aus Pièces de Fantaisie | Marcel Dupré (1886 – 1971) Allegro deciso aus Évocation op 37

Mittwoch, 11. Juli 2018, 20:00 Uhr
7. Domorgelkonzert 2018
Chaconne, Choral und Choralbearbeitungen
Bach, Mendelssohn, Brahms, Liszt – fast ist man versucht, im Programm von Sebastian Küchler-Blessing eine Chronologie der deutschen Orgelschule zu lesen. Ein gemeinsamer Nenner ist in jedem Fall das Thema Choral und Choralbearbeitung, das die jeweilige Ausprägung dieser Gattung in Romantik und Spätromantik exemplarisch vorstellt. Eine Fehlfarbe stellt Bachs überirdisch schöne Chaconne dar; Busonis Bearbeitung des Violinstücks für Klavier hat der Organist selbst überzeugend für sein Instrument adaptiert.
Sebastian Küchler-Blessing (Essen): Johann Sebastian Bach/Ferruccio Busoni (1866–1924) Chaconne in d-moll BWV 1004, für Orgel übertragen von Sebastian Küchler-Blessing | Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) Sonate d-moll op. 65, Nr. 6 „Vater unser im Himmelreich“: Choral und Variationen: Andante sostenuto – Allegro molto – Fuga – Finale: Andante| Johannes Brahms (1833–1897) Choralvorspiele op. posth. 122: Herzlich tut mich erfreuen – O Welt, ich muss dich lassen | Franz Liszt (1811–1886) Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“ au Giacomo Meyerbeers Oper „Der Prophet“

Mittwoch, 18. Juli 2018, 20:00 Uhr
8. Domorgelkonzert 2018
Französisches Repertoire vom Barock zur Moderne
Ein Programm mit ausschließlich französischer Orgelmusik. Das Bemerkenswerte an der Stückauswahl des Hamburger Organisten Eberhard Lauer: er stellt herausragende Werke, die dezidiert zur musikalischen Ausgestaltung von Gottesdiensten geschrieben wurden, neben Orgelmusik, die ausdrücklich für den Konzertbetrieb geschaffen wurde. Mit diesem Konzert wird zudem die Vielseitigkeit der Regensburger Domorgel demonstriert, auf der sich Kompositionen aller Epochen adäquat darstellen lassen.
Eberhard Lauer (Hamburg): Olivier Messiaen (1908–1992) Les deux murailles d’eau („Die zwei Wassermauern“) und Prièreaprès la communion („Gebet nach der Kommunion“) | Nicolas de Grigny (1672–1703) Hymnus Pange linqua: Pleinchant – Fugue – Récit | Marcel Dupré (1886–1971) Präludium und Fuge H-Dur op. 7/1 | César Franck (1822–1890) Fantaisie in A | Louis Vierne (1870–1937) Scherzo – Adagio – Final aus der 6. Orgelsinfonie h-Moll op. 58

Mittwoch, 25. Juli 2018, 20:00 Uhr
9. Domorgelkonzert 2018
Faszination Orgelimprovisation – die Kunst des Stegreifspiels
Schon traditionell (und mit großem Zuspruch des Publikums) beschließt ein Improvisations-Konzert des Regensburger Domorganisten die Saison. Versiertheit in allen Stilen, Reaktionsvermögen und Erfahrung sind bei der Kunst des Stegreifspiels unerlässlich. Die Zuhörenden werden von den Klängen mitgenommen, getragen, ja, sie treiben mit ihm Strom der Töne, werden eins mit dem überwältigenden Raum und in einem transzendenten Sog förmlich aus der Zeit gerissen.
Franz Josef Stoiber (Regensburg): Konzert im italienischen Stil: Allegro – Adagio – Allegro | Liedbearbeitungen: Orgelsonate über Lieder aus dem Gotteslob Allegro – Andante –
Bildquelle: pixelio.de | Andreas



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