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Die Zeiten des „Elektroschrotts auf zwei Rädern“ – wie der Spiegel im Mai 2013 noch panikhaft titulierte – sind längst vorbei. Der E-Bike-Markt floriert geradezu und hat eine beispiellose Vielfalt an elektrisch unterstützten Fahrrädern hervorgebracht. Mit der Fülle an Modellen schleicht sich jedoch eine erneute Panik unter den potentiellen Käufern ein. Welches Fahrrad passt zu mir? Wie unterscheiden sich die Bauarten voneinander? Und welche Kriterien gilt es beim Kauf zu beachten? Wir haben die wichtigsten Dinge für Sie zusammengefasst.

Um sich einen adäquaten Überblick über die persönliche Eignung eines E-Bikes zu verschaffen, gilt es, sich vor allem über die Motorisierung, den Akku, den Rahmen und die Eignung zu informieren.

Der Motor: vorne, hinten oder doch mittig?

Herzstück eines jeden E-Bikes ist der Motor. In den letzten Jahren haben sich drei Motorpositionen etabliert: Front-, Heck- und Mittelmotor. Bei Letzterem handelt es sich um einen Tretlagermotor, die anderen beiden sind Nabenmotoren.

Frontmotoren zählen zu den günstigsten Motoren. Geeignet sind sie vor allem für Einstiegsmodelle und Tiefeneinsteiger. Da der Motor am Vorderrad montiert ist, kann er zwar mit einer Rücktrittbremse kombiniert werden, verlagert dadurch aber zugleich den Schwerpunkt auf die Vorderachse mit deutlichen Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Vor allem auf nasser Straße ist ein Ausbrechen oder Durchdrehen des Vorderrads möglich.

Der Heckmotor gilt als sehr leiser Motor und ermöglicht ein dynamisches Fahrverhalten. Da er am Hinterrad befestigt ist, lässt er sich weder mit einer Nabenschaltung noch mit einer Rücktrittbremse kombinieren. Dafür ist er allerdings als Rekuperationsmotor erhältlich. Da sich der Schwerpunkt nach hinten verlagert, wird das Fahrverhalten manchmal als etwas unruhig beschrieben.

Der Mittelmotor sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Gewichts, kann mit einer Rücktrittbremse kombiniert werden und erlaubt sowohl eine Ketten- als auch eine Nabenschaltung. Die robusten Motoren eignen sich vor allem für sportliche Bikes. Der am Tretlager montierte Motor sorgt jedoch für einen erhöhten Verschleiß der Antriebsteile.

Akku: Kapazität gleich Reichweite?

Die benötigte Energie bezieht der Motor über den Akku. Die erste Entscheidungsfrage bezieht sich auf die Verbauungsart: Herausnehmbar und damit sowohl einfacher zu laden als auch zu stehlen oder doch lieber fest verbaut und damit auf eine passende Ladestation angewiesen? Beides hat Vor- und Nachteile und ist wohl eher eine Umstands- als Entscheidungsfrage.

Die Reichweite ist für viele der wichtigste Punkt, auf den die Kaufentscheidung letztendlich fußt. Je mehr Energie der Akku speichern kann, umso weiter kann man damit theoretisch fahren. Aktuell lautet das Credo allerdings noch, je höher die Leistung, umso höher ist auch das Gewicht des Akkus. Das Gewicht beeinflusst dabei je nach Lage nicht nur den Fahrkomfort – beispielsweise wenn er unter dem Gepäckträger montiert sein sollte –, sondern auch die benötigte Muskelkraft beim Ausfall der Unterstützung.

Die tatsächliche Reichweite wird maßgeblich durch die Kapazität, das Gesamtgewicht, das Steuerungssystem, den gewählten Fahrmodus sowie durch die Landschaftsbeschaffenheit beeinflusst. Wer beispielsweise vollbeladen und mit anhaltender Maximalunterstützung unterwegs ist, wird sich wundern, wie schnell ihm doch der Saft ausgeht. Wer allerdings mit der niedrigsten Unterstützung radelt, kann manchmal fast das Doppelte der Reichweite herauskitzeln.

Beim Akku gilt ein einfaches Prinzip: Je mehr Geld man investiert, desto mehr Leistung und Qualität erhält man auch. Die meisten Pedelecs verfügen dabei zwischen 250 Wh und 600 Wh. Dass mehr Wattstunden auch mehr Reichweite bedeutet, ist allerdings ein Trugschluss. Die Qualität der verbauten Speicher- und Ladeelektronik sowie die Effizienz des Motors beeinflussen ebenso die Reichweite. So kann es passieren, dass die Pedelecs trotz einer annähernd gleichen Wattstundenzahl von 630 Wh und 648 Wh unterschiedlich weit vorankommen. In diesem Fall bringt einen der Motor mit weniger Kapazität sogar um fast 80 Kilometer weiter.

Die Ladedauer hängt von Hersteller, Modell und der vorhandenen Restladung ab. In Tests zeigen sich dabei Werte zwischen 2,5 bis 11 Stunden. Die Lebensdauer der meisten Akkus liegt zwischen drei und fünf Jahren. Das entspricht ca. 800 – 1.000 Ladezyklen. Mit zunehmendem Alter verlieren die Akkus jedoch an Reichweite und Leistung.

Tipps, um die Lebensdauer zu erhöhen:

•    Akkus trocken und am besten bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad lagern.
•    Extreme Lagerungszeiten vermeiden. Alle sechs Monate sollte der Akku mindestens einmal komplett aufgeladen werden.
•    Der Akku sollte, sobald er vollständig aufgeladen ist, vom Netz genommen werden.
•    Den Akku bei Erstbetrieb drei bis vier Mal komplett leerfahren und voll aufladen. Danach darauf achten, dass er so selten wie möglich komplett leergefahren wird.
•    Beim Laden immer auf das Original-Ladegerät des Herstellers zurückgreifen.

Falls sich die Akkuleistung dem Ende entgegen neigt, am besten auf Originale des Herstellers zurückgreifen. Von günstigeren Nachbauten aus dem Internet ist eher abzuraten. Eine reibungslose Funktion kann nicht immer garantiert werden.

Rahmen und Eignung

Bei den Pedelecs werden fünf Rahmentypen unterschieden, die alle unterschiedliche Vor- und Nachteile besitzen. Diese werden wiederum in die Kategorien „Stabilität“, „Komfort“, „Gewicht“ und „Sport“ eingeteilt. Die Stabilität absorbiert die Vibrationen der Straße und wirkt Torsions- und Biegekräften entgegen. Je nach Rahmenform sorgt die Stabilität auch für ein reduziertes Gewicht. Der Komfort beschreibt die Leichtgängigkeit des Ein- und Ausstiegs sowie eine aufrechte Sitzposition, die die Wirbelsäule sowie die Kniegelenke optimal entlastet. Und die Kategorie Sport definiert die Sporttauglichkeit.

Der Diamant-Rahmen ist aufgrund seiner Form das Nonplusultra in Sachen Stabilität, Sportlichkeit und Gewicht – dafür macht man im Bereich Komfort deutliche Abstriche. Der Trapez-Rahmen ähnelt der Diamantform, zeichnet sich jedoch mit seiner niedrigeren Einstiegsmöglichkeit durch einen erhöhten Komfort aus. Das macht das Rad jedoch etwas schwerer, um den Stabilitätsverlust mit Hilfe von einem Mehr an Material auszugleichen. Beide Formen eignen sich optimal für sportliches Fahren.

In Sachen Komfort und ruhiges Fahren ist der Komfort-Rahmen mit moderatem Gewicht das Topmodell. Der Tiefeneinsteiger bietet zwar eine noch komfortablere Art, das Rad zu besteigen, ist aufgrund der Stabilitätsverluste aber deutlich schwerer als sein Kollege. Beide eignen sich hervorragend für den Alltag, der Komfort-Rahmen sogar für Tagestouren.

Der Klapp-Rahmen ist für Pendler die ideale Kombination aus Leichtigkeit, Komfort und Platzverbrauch. Beispielsweise wenn Sie im Zentrum arbeiten, aber nur im Umfeld einen Parkplatz finden. Auch für Stadtwohnungen ohne Kellerabteil ist er geeignet. Aufgrund seiner niedrigen Stabilität eignet es sich eher für kurze Strecken.

Naben- oder Kettenschaltung?

Alltagsradler greifen in der Regel auf die Nabenschaltung zurück. Ihre einfachere Handhabung und Pflege geht jedoch meist auf Kosten des Gewichts und des Wirkungsgrads. Dieser liegt bei lediglich 90 %, während hingegen Kettenschaltungen einen Wirkungsgrad von nahezu 100 % erreichen. Ein weiterer Vorteil der Kettenschaltung liegt in der deutlich größeren Spreizung, sprich: der Anzahl der Gänge. Mehr Gänge ermöglichen dabei nicht nur dem Fahrer, sondern auch dem Motor, seine Kräfte optimal auf den Reifen zu übertragen. Wer nur Kurzstrecken fährt, ist mit einer Nabenschaltung durchaus gut bedient. Bei Langstrecken mit Gepäck und unterschiedlicher Topographie ist wiederrum eine Kettenschaltung ratsam.

E-Bike-Kauf: Was muss man ausgeben?

Einfache Einsteigermodelle kosten knapp unter 2.000 Euro. Von E-Bikes unter 1.700 Euro sollte man jedoch die Finger lassen. Das raten sowohl Experten als auch der ADFC. Mit sinkendem Preis sinkt erfahrungsgemäß auch die Qualität der Bauteile, was wiederum die Fahrfreude erheblich verkürzt. In diesem Preissegment finden sich E-Citybikes genauso wieder wie einfache Trekking- und Cross-E-Bikes. Akku, Motor und Ausstattung sind meist zweckmäßig und robust. Dennoch sind sie schwerer als ihre höherpreisigen Kollegen. Bei E-Mountainbikes sind solide Aluminiumrahmen und Federungskomponenten bereits Standard.

Wer mehr zahlt, bekommt auch mehr. Zwischen 2.000 und 3500 Euro findet man in der Regel bessere Komponenten. Während die Reichweite und Lebensdauer der Akkus zunimmt, sinkt das Gewicht, was sich wiederum positiv auf die Reichweite auswirkt. Hier finden sich Trekking- und E-Citybikes für den Dauereinsatz von Pendlern oder Trekkinggurus. In dieses Preissegment reihen sich auch E-Hardtails und Fullys.   

Das Motto lautet aber auch im E-Bike-Bereich: „Nach oben gibt es kein Limit.“ Ab 3.500 Euro erhält man E-Bikes, die mit Hochleistungsmaterialien ausgestattet sind. Die Leistung nimmt zu, während das Gewicht dank Carbon- oder Alurahmen abnimmt. Hier finden sich Bikes, die so richtig Spaß machen!
Bildquelle: bigstockphoto.com | HalfPoint
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