Wenn Tobias Sammet zu seiner pompösen Rockoper lädt, ist ein Abend voller Drama, Melodiekunst und musikalischer Spitzenklasse garantiert. Im Rahmen des Piazza Festivals im Gewerbepark Regensburg machte das All-Star-Projekt Tobias Sammet's Avantasia gestern Station in der Domstadt. Eine beeindruckende Zuschauerkulisse strömte auf das stimmungsvolle Open-Air-Gelände, um die epische Liveshow der aktuellen „Here Be Dragons“-Tour hautnah zu miterleben.
Im Rahmen des Piazza Festivals im Regensburger Gewerbepark begeisterte Tobias Sammet's Avantasia am Donnerstagabend, den 23. Juli, tausende Rockfans. Mit der spektakulären Show der aktuellen „Here Be Dragons“-Tour verwandelte das All-Star-Projekt die Open-Air-Bühne in ein episches Klang- und Lichtspektakel.
Perfektes Timing und stimmgewaltige Vielfalt
Nach einem stimmungsvollen Intro donnerte die Band pünktlich um 19:30 Uhr mit der Single „Creepshow“ los. Was folgte, war ein perfekt durchgetakteter, fast dreistündiger Ritt durch die Bandgeschichte. Sammet führte gewohnt schlagfertig als Zeremonienmeister durch den Abend, während sich die internationalen Gesangsstars auf der Bühne abwechselten:
- Tobias Sammet: Brillant bei den neuen Stücken und sängerisch in Höchstform.
- Adrienne Cowan: Beeindruckte mit glasklarem Gesang und brachialen Growls bei „The Witch“.
- Tommy Karevik & Geoff Tate: Verwandelten komplexe Epen wie „The Toy Master“ in theatralische Meisterwerke.
- Bob Catley & Ronnie Atkins: Brachten pure Classic-Rock-Magie und Gänsehaut, besonders bei der Hymne „Farewell“.
Visuelle Opulenz und perfekt inszeniertes Drama
Das Bühnenbild wirkte wie das lebendig gewordene Cover-Artwork einer epischen Fantasy-Saga. Im Zentrum stand eine monumentale, mehrstöckige Burgkulisse, die den Musikern eine enorme vertikale Dynamik bot. Das visuelle Highlight war die riesige LED-Leinwand mit kinoreifen High-End-Animationen. Düstere Wälder und majestätische Drachen wechselten passend zum Takt. Die Lichtshow schnitt wie Laserschwerter durch die Nacht, während punktgenau eingesetzte Feuersäulen bei den Refrains für spürbare Hitzewellen im Publikum sorgten.
Gelebte Harmonie und Regensburg „on fire“.
Obwohl bei Avantasia absolute Weltstars gemeinsam auf der Bühne stehen, war von Star-Allüren keine Spur zu sehen. Die Chemie innerhalb der eingeschworenen „Avantasia-Familie“ war mitreißend. Die Gesangsduelle wirkten wie ein freundschaftliches Anstacheln zu Höchstleistungen.
Diese Energie sprang sofort auf das dicht gedrängte Regensburger Publikum über. Vom ersten Riff an zeigte sich die Menge extrem textsicher und feierwütig. Ein riesiges Meer aus erhobenen Händen begleitete Klassiker wie „Reach Out for the Light“. Tobias Sammet lobte die Oberpfälzer Fans mehrfach für ihre lautstarke Unterstützung.
Das große Finale
Zu den Höhepunkten gehörte das dramatische „The Scarecrow“, bevor das Ensemble nach einer kurzen Verschnaufpause für den Zugabenblock zurückkehrte. Bei „Lost in Space“ gab es auf den Rängen kein Halten mehr. Das traditionelle, monumentale Finale aus „Sign of the Cross / The Seven Angels" brachte noch einmal alle Künstler gemeinsam für ein Gesangsduell der Extraklasse auf die Bühne.
Avantasia haben in Regensburg bewiesen, warum sie zur absoluten Speerspitze des Symphonic Metal gehören. Ein bombastischer Konzertabend, der vor einer fantastischen Open-Air-Kulisse in Sachen Sound, Gesang, visueller Umsetzung und Atmosphäre keine Wünsche offenließ.
RNRed