Ein Traum aus Studienzeiten, Erinnerungen an Italien und ein historischer Ort mitten in Regensburg: Mit dem Fiori Caffè haben die Brüder Erwin und Tobias Schiegl und ihr Freund Simon Beiderbeck ihre Idee einer italienischen Caffebar verwirklicht. Seit dem 9. September bringen sie ein Stück italienisches Piazza-Gefühl in die Regensburger Altstadt.
Seit Mittwoch, dem 9. September, ist der Regensburger Domplatz um eine gastronomische Adresse reicher: Im historischen Domkanonikerhof am Domplatz 4 hat das Fiori Caffè eröffnet. Zur Eröffnung kamen geladene Gäste, darunter Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger. Hinter dem neuen Konzept stehen die Brüder Erwin und Tobias Schiegl sowie ihr langjähriger Freund Simon Beiderbeck.
Eine Idee aus Studienzeiten wird Wirklichkeit
Die Idee für eine eigene italienische Caffebar begleitet Erwin Schiegl bereits seit seiner Studienzeit. Über Jahre hinweg sah er sich mögliche Standorte an, doch keiner passte wirklich zum Konzept. Als sich schließlich die Gelegenheit direkt am Dom bot, war für ihn klar: „Wenn nicht hier, wo sonst?“
Dass es eine italienische Caffebar werden sollte, hat persönliche Gründe. Die Brüder Schiegl verbrachten schon als Kinder viel Zeit in Italien, unter anderem am Lido und am Gardasee, lernten Italienisch und entwickelten eine enge Verbindung zum Land. In Regensburg, das gerne als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet wird, wollten sie ein Stück dieses Lebensgefühls schaffen.

© Lydia Labahn
Auch der Name Fiori, italienisch für „Blumen“, erzählt einen Teil dieser Geschichte. Inspiration war unter anderem der Campo de’ Fiori in Rom, mit dem die Gründer viele persönliche Erinnerungen verbinden. Gleichzeitig gibt es eine historische Parallele zum Standort: Auch der Krauterermarkt am Regensburger Dom war über Jahrhunderte ein Handelsplatz für Gemüse und Schnittblumen. Das Fiori soll deshalb ein Stück römisches Piazza-Gefühl an den Domplatz bringen.
Vom Espresso bis zum Aperitivo
Das Konzept liegt bewusst zwischen Café und Bar. Morgens gibt es Caffè, Cornetti und Pasticcini, mittags unter anderem Schiacciate und Pasta, später Antipasti, Aperitivi und italienische Weine. Die Karte ist überschaubar und setzt auf italienische Originalprodukte, die direkt aus Italien gebracht werden. Damit soll das Fiori vom schnellen Espresso bis zum abendlichen Aperitivo zu unterschiedlichen Tageszeiten funktionieren.

© Lydia Labahn
Fünf Monate Umbau im historischen Gebäude
Bevor die ersten Gäste Platz nehmen konnten, wurde allerdings fünf Monate lang saniert und renoviert. Das Gebäude selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück. Teile des Kellers stammen aus dem 12. Jahrhundert, der Gastraum aus dem 16. Jahrhundert. Bereits seit dem 13. Jahrhundert wurden an dieser Stelle Gäste, Pilger und Geistliche beherbergt.
Im Tagesgeschäft setzen die Brüder auf einen Freund aus Kindertagen. Simon Beiderbeck leitet das Fiori Caffè gemeinsam mit seiner Freundin Sandra, die für den Service verantwortlich ist. Erwin und Tobias Schiegl konzentrieren sich dagegen auf ihre jeweiligen Fachbereiche: Tobias kümmert sich um Finanzen und Personal, Erwin um Marketing und Vertrieb. Diese Aufgaben übernehmen die beiden auch in ihrem Familienunternehmen Alphatec.
Mit dem Fiori soll am Domplatz vor allem ein unkomplizierter Treffpunkt entstehen. Der kleine Gastraum, der große Tresen, die Außenplätze mit Blick auf den Dom und die weit zu öffnende Fensterfront holen ein Stück italienisches Piazza-Gefühl mitten in die Regensburger Altstadt. Nach mehr als zehn Jahren Idee, langer Suche nach dem richtigen Ort und fünf Monaten Umbau ist der Traum aus den Studienzeiten nun Realität geworden. Seit dem 9. September heißt es am Domplatz 4 tatsächlich: ein schneller Espresso am Morgen, ein Glas Wein am Abend und dazwischen ein bisschen Italien mitten in Regensburg.
Fiori Caffè / RNRed