Zum Abschluss des Jubiläumsjahres erwartet Besucherinnen und Besucher im Regensburger Dom eine besondere Installation. Vom 1. bis 4. Oktober soll das Gotteshaus mit Licht, Klang und Duft auf eine ungewohnte Weise erlebbar werden. Das Domkapitel lädt gemeinsam mit dem Künstlerduo silentMOD dazu ein.
Das Jahr 2026 markiert das 750-jährige Jubiläum des Doms St. Peter zu Regensburg. Das gotische Meisterwerk ist die bedeutendste Kirche der Stadt Regensburg und die Kathedrale des Bistums. Vom 1. bis 4. Oktober können die Menschen seine Würde und Erhabenheit in einem anderen Licht erleben. Täglich von 19 bis 23 Uhr lädt das Domkapitel zusammen mit dem ausführenden Künstlerduo „silentMOD“ zur multisensualen Installation „Licht im Dom“ ein. Im Zentrum der Installation wird dabei ein 84 Meter langer Lichttunnel stehen, in den die Besucherinnen und Besucher vom geöffneten Hauptportal aus eintreten können – begleitet von Klängen und Duft sowie einem Wechsel von Farben und weiteren optischen Akzenten. Der Eintritt ist frei.
Bedeutungsvolles Festjahr
Dem Domkapitel ist es im Feierjahr bereits gelungen, mit zahlreichen Höhepunkten wie „Der blühende Dom“ in der Festwoche vom 29. Juni bis zum Pontifikalamt am 5. Juli mit Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer, dem Format „Der klingende Dom“ sowie Orgelkonzerten, Ausstellungen, Publikationen, einem Gebetsabend unter dem Titel „Nightfever“ bis hin zur Wiederöffnung des imposanten Westportals die Bedeutung dieses Gotteshauses aus verschiedenen Blickwinkeln herauszuarbeiten und für die Menschen in seiner Bedeutung noch erfassbarer zu machen. „Er ist das Herz unseres Bistums, ein Geschenk, ein Vermächtnis, ein Ort der Geborgenheit“, schrieb Bischof Rudolf in seiner persönlichen Einladung zur feierlichen Pontifikalmesse zum Jubiläum.
Wie kann man „Licht im Dom“ erleben?
„Gegen Ende des Jubiläumsjahres“, so Dompropst Dr. Frühmorgen, „wollen wir die Tore des Doms noch einmal ganz weit auftun, um Menschen nah und fern einzuladen, einzutreten in den Raum der Kirche und die Würde und Erhabenheit dieses besonderen Ortes der Gottesbegegnung im Herzen unserer Stadt zu erspüren.“ Dazu wird das Hauptportal an der Westseite des Doms an den vier Veranstaltungsabenden geöffnet sein. Sphärische Klänge und ein besonderer Duft werden die Besucherinnen und Besucher empfangen und einladen, still zu werden und in einen 84 m langen Lichttunnel zu treten, der sie, ausgehend vom Silberaltar des Doms, hineinführen möchte ins Zentrum der Kirche. Neben wechselnden Lichtinszenierungen wird in der Sailerkapelle an der Südostecke des Doms die Möglichkeit zum stillen Verweilen und Anzünden von Kerzen in persönlichen Anliegen bestehen. Um das Erlebnis möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, wird es eine klare Besucherführung und -begleitung geben. Beginnend an der Aufstellfläche an der Südseite des Doms gegenüber dem König-Ludwig-Denkmal wird der Besucherstrom durch das Westportal in den Dom geleitet, wo sich die Einzelnen frei bewegen bzw. auf den Bänken Platz nehmen können, um die Lichtszenen auf sich wirken zu lassen. Der Ausgang wird an der Nordostseite unter der großen Domorgel sein, wo sich auch der barrierefreie Zugang zum Dom befindet. Domspatzen und weitere Helferinnen und Helfer werden bei Bedarf unterstützend Rede und Antwort stehen.
Was bedeutet „silentMOD“?
Der Begriff silentMOD setzt sich aus „Silent“/Stille und „MOD“ zusammen. Dieser Begriff stammt ursprünglich aus der Computerwelt und bezeichnet eine Modifikation eines Programms. Man könnte ihn aber auch als neuen „Modus“/Zustand verstehen, dann wäre damit ein Zustand der Stille, der Verlangsamung, des In-sich-Gehens umschrieben. In der Technik meint „Silent mode“, einen Motor in den Flüsterbetrieb zu versetzen, um mit der Reduktion der Laufgeräusche gleichzeitig auch die Laufgeschwindigkeit zu verringern. MOD rückwärts gelesen ergibt zudem den Begriff „Dom“. SilentMOD im Regensburger Dom will einen Ruhemodus schaffen und die Konzentration auf das Wesentliche ermöglichen. Entwickelt und umgesetzt wird das Projekt von Rupert König und Markus Kortewille von der Künstlergruppe silentMOD aus Münster, die bereits in Köln, Essen, Berlin und Münster vielbeachtete Lichtinstallationen in namhaften Sakralräumen gestaltet haben. Dabei geht es ihnen darum, dem Dom nichts Neues hinzuzufügen, sondern zu betonen bzw. hervorzuheben, was in der Kathedrale schon da ist, und die Mystik des Raumes durch Licht, Klang und Duft „multisensorisch“ erfahrbar zu machen. Für vier Nächte zeigt sich der Regensburger Dom in ungewohntem Licht und lässt dabei seine zeitlose Botschaft aufstrahlen: das Christusmysterium am Kreuz.
H.C. WAGNERs BUREAU / RNRed