Spektakuläre Artistik, bekannte Publikumslieblinge und neue internationale Acts: Der Regensburger Weihnachtscircus hat für seine Jubiläumssaison ein besonderes Programm zusammengestellt. Vom 16. Dezember bis 6. Januar wird der Dultplatz wieder zur großen Manege – mit einigen Überraschungen zum zehnten Geburtstag.
Wenn im Dezember die Lichter im großen Zirkuszelt angehen, beginnt für viele Regensburger längst eine kleine Weihnachtstradition. Seit 2015 entsteht hier jedes Jahr eigens für Regensburg eine neue Show. Rund 250.000 Menschen haben die vergangenen neun Inszenierungen besucht, etwa 500 Artistinnen und Artisten, Crewmitglieder, Sängerinnen und Techniker waren daran beteiligt. Zum zehnten Geburtstag wird nun gefeiert – und dafür holt der Weihnachtscircus einige der Künstler zurück, die beim Publikum besonders in Erinnerung geblieben sind. Gleichzeitig sorgen neue internationale Acts dafür, dass aus dem Jubiläum keine reine Rückschau wird.
Nervenkitzel unter der Zirkuskuppel
Einer, bei dem es in der Manege ganz still werden dürfte, bevor der Applaus losbricht, ist Andrej Kogorelov. Der russische Artist steht allein auf einem speziellen Mono-Todesrad. Doch damit nicht genug: Außerhalb des rotierenden Rades wagt er einen 360-Grad-Vorwärtssalto. Dabei überschlägt er sich vorwärts ins Leere, ohne während der Rotation den Boden und damit seinen Landepunkt sehen zu können.
Hoch über der Manege dürfte es dagegen für einige atemlose Momente sorgen. Das vietnamesische Duo „Moment of Love“ verbindet an den Strapaten enorme Kraft mit fast schwebender Leichtigkeit. Teilweise nur an einem Finger gehalten, entstehen Figuren, bei denen man als Zuschauer vermutlich unwillkürlich den Atem anhält. International wurde die Darbietung bereits mehrfach mit Gold ausgezeichnet. Fast hätte Regensburg diese außergewöhnliche Nummer schon im vergangenen Winter erlebt. Doch dann kündigte sich bei dem Artistenpaar Nachwuchs an und aus dem geplanten Auftritt wurde erst einmal Familienzeit. Zum Jubiläum holen die beiden nun nach, worauf das Regensburger Publikum ein Jahr länger warten musste.
Eine ganz andere Zirkustradition bringen Chris Kremo und sein Sohn Harrison mit nach Regensburg. Wenn die beiden mit Zylindern, Ringen und Zigarettenboxen in die Manege treten, steckt dahinter eine Familiengeschichte, die bereits drei Generationen umfasst. Chris Kremo selbst steht seit mehr als 50 Jahren im Showgeschäft. Las Vegas, Monte Carlo, Paris und China gehörten zu seinen Stationen. Nun steht er gemeinsam mit seinem Sohn im Regensburger Weihnachtszirkus – und führt mit ihm weiter, was in der Familie längst Tradition ist.
Dann wird es wieder rasant. Die russischen Lemon Brothers lassen sich am Schleuderbrett durch die Luft katapultieren, während Jump'n Roll auf elastischen Metallstelzen, sogenannten Powerizern, zu spektakulären Sprüngen und Saltos ansetzt. Soery Dell‘Aqua aus Italien setzt dagegen auf Balance, Beweglichkeit und Körperbeherrschung. Ihre Handstandakrobatik kommt ohne große Apparaturen aus und lebt gerade von der scheinbaren Leichtigkeit, mit der sie ihren Körper in außergewöhnliche Positionen bringt.
Ein vorlautes Baby lernt Bayerisch
Bei so viel Nervenkitzel braucht es zwischendurch auch Momente zum Lachen. Dafür reist Serge Massot aus Frankreich an. Und er kommt nicht allein: Sein Bühnenpartner ist ein ziemlich vorlautes Baby, dem der Bauchredner seine Stimme leiht.
Massot spricht Deutsch, Englisch und Italienisch – für seinen Auftritt in Regensburg kommt nun noch eine weitere sprachliche Herausforderung hinzu. Bis zur Premiere übt er Bayerisch. Ob sein kleiner Bühnenpartner dann ebenfalls Dialekt spricht, wird sich in der Manege zeigen. Für den Weihnachtscircus ist die Bauchrednerei jedenfalls eine Premiere und soll zwischen den großen Akrobatiknummern für einen ganz anderen Ton sorgen.
Wiedersehen mit alten Bekannten
Zehn Jahre Weihnachtscircus sind auch zehn Jahre voller Künstler, an die sich das Publikum erinnert. Und so wird das Jubiläum zum Wiedersehen.
Lisa Rinne und Andreas Bartl standen bereits vor rund neun Jahren in Regensburg in der Manege. Nun kommen beide auf vielfachen Wunsch zurück. Rinne fliegt am Schwungtrapez durch die Zirkuskuppel, zeigt Saltos und Schrauben und wechselt anschließend an eine Leiter aus Seilen. Bartels setzt dagegen ganz auf Kraft und Körperbeherrschung. An einem rund fünf Meter hohen chinesischen Mast klettert er in die Höhe und zeigt dort anspruchsvolle Kraft- und Haltefiguren.
Auch eine vertraute Stimme kehrt zurück. Nina Borovskaya gehörte in den ersten Jahren fest zum Regensburger Weihnachtscircus. Selbst nachdem sie nicht mehr dabei war, fragten Zuschauer immer wieder nach ihr. Zum Jubiläum gibt es nun das Wiederhören – natürlich mit Weihnachtsmusik.
Und dann ist da noch Monsieur Momo. Als er 2018 in Regensburg auftrat, brauchte er weder große Effekte noch lauten Klamauk, um das Publikum für sich zu gewinnen. Sein Humor ist leise und poetisch – und offenbar ziemlich nachhaltig. Noch heute bekommt er zu Weihnachten und Ostern Postkarten von Regensburger Zuschauern.
Seit seinem damaligen Auftritt ist viel passiert. Ein Video mit Monsieur Momo erreichte rund 60 Millionen Aufrufe, auf Instagram folgen ihm inzwischen etwa 300.000 Menschen. Auch international war er unterwegs. Im Oktober erscheint zudem ein Kinderbuch über seinen Weg in den Zirkus.
Dabei begann dieser Weg erstaunlich früh: Schon mit sechs oder sieben Jahren veranstaltete er seinen eigenen kleinen Zirkus im Garten – mit Bettlaken, Schuhkartons, selbstgemalten Plakaten und Popcorn. Freunde und Familienmitglieder mussten Nummern einstudieren – der Eintritt kostete 50 Cent. Viele Jahre später führte ihn sein Weg 2018 erstmals in den Regensburger Weihnachtscircus. Zum Juliläum ist er nun wieder dabei.
Und wer Monsieur Momo nach der Vorstellung noch treffen möchte, muss nicht schnell genug am Ausgang sein. Wie schon bei seinem ersten Gastspiel will er im Vorzelt bleiben, mit Besuchern sprechen und sich Zeit für gemeinsame Fotos nehmen.
Eine Geburtstagstorte mit Geheimnis
Natürlich darf bei einem zehnten Geburtstag auch die Torte nicht fehlen. Im Weihnachtscircus fällt sie allerdings etwas größer aus – und sie hat ein Geheimnis. Während der Show soll aus der Geburtstagstorte ein überraschendes Bühnenwesen zum Vorschein kommen. Mehr wird vorerst nicht verraten.
Auch abseits der Manege soll das Jubiläum sichtbar werden. Eine neue Fotoecke ist für Familien gedacht, die ihren Besuch festhalten möchten. Gerade sie gehören inzwischen fest zur Geschichte des Weihnachtscircus. Manche kommen seit Jahren, andere inzwischen mit mehreren Generationen. Im vergangenen Jahr saßen sogar Familien mit bis zu 25 Personen im Zelt.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum aus einer Zirkusshow in Regensburg längst für viele ein fester Termin in der Weihnachtszeit geworden ist: gemeinsam staunen, lachen, den Atem anhalten – und für ein paar Stunden in die wundervolle Welt der Manege eintauchen.
Vom 16. Dezember 2026 bis zum 6. Januar 2027 heißt es auf dem Regensburger Dultplatz wieder Manege frei. Regulär beginnen die Vorstellungen täglich um 15:00 und 19:00 Uhr. An ausgewählten Familiensonntagen wird um 11:00 und 15:00 Uhr gespielt. Heiligabend und Neujahr bleiben spielfrei. Zum Abschluss am 6. Januar gibt es noch einmal Vorstellungen um 11:00 und 15:00 Uhr.
Grandezza Entertainment / RNRed