Museen, Kirchen und Kulturorte nach Feierabend entdecken: Die Lange Nacht der Museen geht in Regensburg in die zweite Runde – und wächst deutlich. In diesem Jahr gibt es noch mehr Orte, besondere Einblicke und überraschende Programmpunkte zu entdecken. Was Besucher erwartet und warum sich bereits der Nachmittag in der Altstadt lohnt, haben die Organisatoren jetzt vorgestellt.
Mit dem Gänsekiel schreiben, durch illuminierte Krypten gehen, hinter sonst verschlossene Türen schauen oder bis spät in die Nacht Kunst und Musik erleben: Was Regensburg bei der zweiten Langen Nacht der Museen erwartet, haben die Organisatoren am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Am Samstag, den 10. Oktober, öffnen 31 Museen, Kulturorte und weitere Einrichtungen von 18:00 bis 01:00 Uhr ihre Türen – 13 Partner sind erstmals dabei.
Und die Lange Nacht ist an diesem Samstag nicht das einzige Kulturereignis in der Innenstadt. Auf dem Neupfarrplatz findet gleichzeitig das Herbstfest von Faszination Altstadt e. V. statt. Von 13:00 bis 15:00 Uhr sorgt Manuel MNL Meier für Musik, von 16:00 bis 18:00 Uhr folgen die Free Vocals. Damit gehen beide Veranstaltungen nahezu nahtlos ineinander über. Schon ab 14:00 Uhr startet zudem das Kinderprogramm der Langen Nacht. In sechs Häusern können Kinder experimentieren, rätseln, gestalten und Kultur spielerisch entdecken. Direkt am Neupfarrplatz informiert die Lange Nacht außerdem in einem eigenen Zelt über das Programm und die beteiligten Kulturorte.
Gerade junge Menschen erreichte die erste Ausgabe. Viele Studierende nutzten die Gelegenheit, Häuser kennenzulernen, in denen sie zuvor noch nie gewesen waren. Auch deshalb findet die Lange Nacht erneut zum Semesterbeginn statt. Das Ziel: neugierig machen auf die Regensburger Kulturlandschaft – und vielleicht Lust auf den nächsten Museumsbesuch wecken.
Die 1950er-Jahre kehren zurück
Im Historischen Museum dreht sich vieles um die neue Jahresausstellung „Tanzen und Taumeln“, die wenige Tage zuvor eröffnet wird und Regensburg in den 1950er-Jahren in den Mittelpunkt rückt. Selbst kulinarisch soll die Zeit wieder lebendig werden. Darüber hinaus geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Einblicke in ihre Arbeit, unter anderem in Restaurierung und Archäologie. Auch Musik und verschiedene Führungen gehören zum Programm.
Mit dem document Kepler und dem document Niedermünster sind zwei weitere Häuser der städtischen Museen vertreten.
Nachts im Archiv
Eine Premiere gibt es im Stadtarchiv. Von 18:30 bis 22:30 Uhr stehen jeweils zur halben Stunde Kurzvorträge auf dem Programm. Dabei geht es unter anderem um Familienforschung, Bestandserhaltung sowie Gedenk- und Erinnerungskultur.
Besonders spannend dürfte der Blick dorthin werden, wo Besucher normalerweise nicht hinkommen: In einem Magazin werden jahrhundertealte Archivschätze gezeigt, die sonst nicht öffentlich zu sehen sind. Wer selbst ausprobieren möchte, wie früher Dokumente entstanden, kann im mobilen Skriptorium Pergament und Gänsekiel in die Hand nehmen und erfahren, wie ein Siegel für eine Urkunde hergestellt wird.
Auch das Besucherzentrum Welterbe beteiligt sich wieder an der Langen Nacht. Bereits ab 15:00 Uhr gibt es Angebote für Kinder und Familien. Am Abend folgen unter anderem Führungen, Musik sowie von 20:00 bis 21:00 Uhr ein Künstlergespräch mit Thomas Freis und Kathrin Ringelstetter zur aktuellen Ausstellung „Stadl mal Stadl“.
Licht und Musik in St. Emmeram
Eine besondere Atmosphäre erwartet die Besucher in der Basilika St. Emmeram. Bei der Lichtinstallation „Farben des Lichts“ werden nicht nur Teile der Basilika, sondern auch Krypten und Seitenkirchen in Szene gesetzt. Die Witwe des verstorbenen Künstlers Axel Neumann wird vor Ort sein und Fragen zur Installation beantworten.
Um 20:45 Uhr erklingt moderner Jazz unter der Leitung von Organist Johannes Buhl. Um 22:00 Uhr folgt der Cantemus-Chor mit „Apokalypsis“. Dabei treffen unter anderem gregorianische Klänge auf zeitgenössische Musik sowie Songs aus der Pop- und Rockmusik.
Kultur an ungewöhnlichen Orten
Dass die Lange Nacht nicht an klassischen Museumstüren endet, zeigt sich auch an den weiteren Teilnehmern. Neu dabei ist unter anderem das Staatstheater Regensburg, das Blicke hinter die Kulissen ermöglicht. Auch das Kunstforum Ostdeutsche Galerie, der Bezirk Oberpfalz mit seiner Trachtensammlung, das Dackelmuseum, das LIMA Tattoo Studio und das Walhalla of Whisky beteiligen sich. Kurzfristig hinzugekommen ist zudem die Regensburgische Botanische Gesellschaft.
Im Leeren Beutel wird ebenfalls das ganze Haus bespielt. Neben den Ausstellungen sind besondere Führungen der Gruppe Chameleon geplant. In der filmGalerie läuft ein 20-minütiger Filmloop, während der Jazzclub musikalisches Programm bietet.
Auch draußen gibt es etwas zu entdecken. Studierende erklären Kunstwerke im öffentlichen Raum. Gemeinsam mit PHÖNIX e. V. wurde zudem das inklusive Angebot ausgebaut: An verschiedenen historischen Orten wie Brunnen oder Stadtmauer sind zu jeder vollen Stunde Führungen mit Gebärdensprachdolmetscherinnen vorgesehen.
Mit einem Ticket durch die Nacht
Wer möglichst viele Stationen entdecken möchte, kann sich seine Route selbst zusammenstellen. Weiter entfernte Veranstaltungsorte werden per Shuttle angebunden. Die Busse fahren im 20-Minuten-Takt vom Bismarckplatz über das Kunstforum Ostdeutsche Galerie zum Walhalla of Whisky beim Spitalkeller und wieder zurück.
Das Ticket kostet 20 Euro und gilt für alle teilnehmenden Häuser sowie für die Shuttlebusse. Die Lange Nacht läuft von 18:00 bis 01:00 Uhr. Das Kinderprogramm beginnt bereits ab 14:00 Uhr und ist im regulären Ticket enthalten. Alternativ gibt es dafür ein eigenes Ticket für 5 Euro.
Münchner Kultur GmbH / RNRed