Wie klingt Musik, wenn Posaune auf Elektronik trifft, junge Musiker aus Regensburg und Pilsen zusammenspielen oder sich zahlreiche Instrumente zu einem gemeinsamen Klang verdichten? Das Festival von Unternehmen Gegenwart lädt vom 9. bis 11. Oktober zu fünf Konzerten und besonderen Klangexperimenten ein. Der Eintritt ist frei.
Das Musikfestival von Unternehmen Gegenwart ist inzwischen zu einem wichtigen Element im Regensburger Musikleben geworden. Es widmet sich dem Schaffen von zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten aus Regensburg und der internationalen Szene. Die diesjährige Ausgabe findet vom 9. bis 11. Oktober 2026 an insgesamt drei Veranstaltungsorten statt: Kulturenraum M26, Music College und Festsaal des Bezirks Oberpfalz.
Das diesjährige Festival, das sich erneut das kulturelle Jahresthema zum Motto gemacht hat, lädt dazu ein, neue Musik kennenzulernen, die mit Fingerspitzengefühl komponiert wurde und in fünf Einzelkonzerten aufgeführt wird. Ergänzt wird das Programm durch eine Klanginstallation in der Ramwoldkrypta in St. Emmeram sowie eine Fotoausstellung im M26. Der Eintritt zu allen Programmpunkten ist frei.
Eröffnungskonzert am Freitag
Beim Eröffnungskonzert „Eugen Roth und der Humor“ am Freitag, 9. Oktober 2026, um 19:00 Uhr im Festsaal des Bezirks Oberpfalz (Ludwig-Thoma-Straße 14) steht die Verbindung der Musik mit der Literatur im Vordergrund, mit dem besonderen Fokus auf gesellschaftskritischem Humor. Das zentrale Werk des Konzertes ist ein Melodram von Igor Jussim zu Texten des Münchner Dichters Eugen Roth, der über ein besonderes Fingerspitzengefühl verfügte, mit Witz und Humor auf unsere menschlichen Schwächen aufmerksam zu machen. Die Mitwirkenden des Abends sind Michael Heuberger (Sprecher), Yui Iwata-Skweres (Violine), Tomasz Skweres (Cello) und Eva Herrmann (Klavier).
Programm am Samstag
Die beiden Konzerte am Samstag, 10. Oktober 2026, finden im Kulturenraum M26 (Maximilianstraße 26) statt.
Das Programm beginnt um 18:00 Uhr mit dem Konzert „Akustische Musik trifft auf Elektronik“. Hochkarätige Gäste aus Polen präsentieren vielseitige Kompositionen für Posaune und Elektronik. In einem der Werke kommt zusätzlich ein Synthesizer zum Einsatz. Das Programm umfasst Werke, die sich zwar in ihrer Ausdruckssprache unterscheiden, aber eine gemeinsame Instrumentierung aufweisen. Die Kompositionen erkunden unterschiedliche Herangehensweisen an das Verhältnis zwischen Live-Instrument und elektronischem Klang. Die Interpreten sind Wojciech Jeliński (Posaune) und Mateusz Ryczek (Elektronik und Synthesizer).
Das folgende Konzert um 20:00 Uhr bringt ein Austauschprojekt zwischen Berlin und Regensburg auf die Bühne des M26. Durch die Zusammenarbeit von Helmut Zapf (Berlin) und Rainer Stegmann (Regensburg) entstand die Projektidee mit zeitgenössischer Musik zwischen beiden Städten. Sie wird realisiert durch das von Helmut Zapf geleitete Ensemble „JungeMusik BB“ mit den Instrumenten Klarinette, Akkordeon, Violine und Violoncello. Das Zusammenspiel dieser vier Instrumente erfordert von den Ausführenden viel Fingerspitzengefühl. Dieses wird ebenso von den Komponistinnen und Komponisten verlangt, die neue Werke für dieses Ensemble geschrieben haben. Insgesamt werden sieben neue zeitgenössische Werke aufgeführt, unter anderem von Rainer Stegmann, Daniel Toledo Guillen, Rolli Bohnes und Helmut Zapf. Die Mitwirkenden sind Matthias Badczong (Klarinette), Christine Paté (Akkordeon), Kateryna Vashchenko (Violine) und Lillia Keyes (Violoncello).
Programm am Sonntag
Am Sonntag, den 11. Oktober 2026, startet das Festival um 16:00 Uhr im Music College (Zollerstraße 1a). Terry Rileys Stück „In C“ aus dem Jahr 1964 ist nicht nur ein Schlüsselwerk der minimal music, sondern vor allem ein mitreißendes Gruppenerlebnis. Das Stück ist für eine große Anzahl an Musizierenden angelegt und fordert daher ein besonders ausgeklügeltes Konzept, um zu einem gemeinschaftsstiftenden und verbindenden Happening zu werden. Die Regensburger Musiker Antonino Secchia, Rolli Bohnes und Holger Stich, die in völlig unterschiedlichen Musikszenen zu Hause sind, wollen unter dem Motto „minimal music für Alle!“ so viele Regensburger Musikerinnen und Musiker wie möglich begeistern, an der Performance teilzunehmen. So vielschichtig wie die Regensburger Musikszene ist, so vielschichtig klingt auch „In C“, wenn sich die überlagernden Stimmen zu einem Klangkosmos verdichten.
Die Organisatoren freuen sich auf eine bunte Mischung von Instrumenten und ein Zusammentreffen von vielen Musikerinnen und Musikern aus allen Musikrichtungen. Für Teilnahme schicken Interessierte eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Unter dieser E-Mail-Adresse können ebenfalls Fragen gestellt und die Noten angefragt werden.
Junge Musiker aus zwei Partnerstädten
Für das Abschlusskonzert um 18:00 Uhr lädt Unternehmen Gegenwart wieder in den Kulturenraum M26 ein. Nach einem Austausch zwischen Petr Hájek (Lehrkraft des Konservatoriums Pilsen) und den Regensburger Komponisten und Pädagogen Josef Ramsauer und Antonino Secchia wurde ein Ensemble mit jungen Musikerinnen und Musikern aus beiden Städten gebildet. Im Mittelpunkt des vorausgehenden Workshops standen der Austausch und neue Vernetzungen zwischen motivierten jungen Musikerinnen und Musikern aus beiden Partnerstädten, die mit der Teilnahme am Konzert im Rahmen des Festivals gekrönt werden.
Begleitprogramm zum Festival
Begleitend zum Festival ist im M26 die Fotoausstellung „Neuanfänge in Regensburg“ von Tamira Unger zu sehen. Für dieses Projekt hat sie im Stadtnorden drei Familien begleitet und ihre Handlungen, Emotionen und Wohnräume in Schwarz-Weiß-Fotografien festgehalten.
Klangkunst zieht auf Pilgerreise
Am Sonntag, 11. Oktober 2026, von 9:00 bis 18:00 Uhr ist zudem in der Ramwoldkrypta in St. Emmeram (Emmeramsplatz 4) eine Klanginstallation des Komponisten Joan Riera Robusté zu erleben. Sie ist Teil eines Makroprojekts namens „Projekt Perschen – Santiago de Compostela: Klangilluminationen für den Pilgerweg“. Ziel dieses Projekts ist es, die zwölf „Klangilluminationen“, die im Beinhaus von Perschen (Bayern, Deutschland) in den Jahren 2023 und 2024 geschaffen wurden, auf eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela mitzunehmen. Es handelt sich um eine wandernde Klangintervention, die auf ihrem Weg durch Deutschland, Frankreich und Spanien Kapellen, Kirchen und Klöster aufsuchen wird. Die Illuminationen sind den zwölf Aposteln gewidmet, die in den romanischen Fresken des Karners dargestellt sind.
Weitere Informationen
Weitere Informationen über das Festival und Unternehmen Gegenwart sind zu finden unter www.unternehmengegenwart.com.
Das Projekt findet im Rahmen des kulturellen Jahresthemas 2026 „Fingerspitzengefühl“ statt und wird von der Stadt Regensburg finanziell unterstützt. Weitere Informationen zum Jahresthema gibt es unter www.regensburg.de/fingerspitzengefuehl
Weitere Förderer sind der Bayerische Musikrat, das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, die Thyll-Stiftung, der Bezirk Oberpfalz mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut, Konzervatoř Plzeň (Konservatorium Pilsen), das Ensemble Zelí-Potkan (Pilsen) sowie Hotel Lux.
Stadt Regensburg / RNRed