Gemeinsam Musik hören, über Songs sprechen und sich Zeit für den Austausch nehmen: Bei einer Listening Session im Regensburger Plattenladen T-Recs hat Hannes Ringlstetter Einblicke in sein neues Album „BELLAVISTA“ gegeben. Dabei ging es um Friedensutopien, musikalische Freiheit und die Entstehung der Platte in Südfrankreich.
Als sich der Plattenladen T-Recs in Regensburg langsam füllt, werden noch die ersten Fragen der Presse gestellt und die letzten Gäste begrüßt. Kurz nach 12 Uhr kann die Listening Session mit Hannes Ringlstetter beginnen. Die Atmosphäre ist familiär und nahbar. Ringlstetter begrüßt zahlreiche Gäste persönlich, mit Handschlag oder Umarmung. Auch seine Frau, die in Regensburg wohnt, ist vor Ort.
Durch die Veranstaltung führt Jacqueline Floßmann, Musikjournalistin, die Ringlstetter Fragen zum neuen Album stellt und das Publikum dabei in die Hintergründe der Songs einführt. Im Mittelpunkt steht „BELLAVISTA“, das am 23. Oktober 2026 erscheint. Für Ringlstetter ist die Platte der Abschluss einer Trilogie. Inhaltlich prägt sie ein hoffnungsvoller Blick auf die Welt: Musik und Songs sollen Positivität vermitteln und Hoffnung transportieren.
Ein Plattenladen als Ort für musikalischen Austausch
Dass die Listening Session im T-Recs stattfindet, passt zum Konzept des Albums und zum Gedanken, Musik gemeinsam zu erleben. Ringlstetter lobt den Plattenladen und dessen Chef Maniac, der als Produzent und Rapper auch musikalisch an „BELLAVISTA“ beteiligt ist. Maniac habe den „lässigsten Swag“, so Hannes.
Das Format der Listening Session mag auf den ersten Blick altmodisch wirken. Doch gerade darin liegt sein Reiz: Gemeinsam hören, Eindrücke teilen und über Musik diskutieren, statt sie nebenbei laufen zu lassen. Ringlstetter erinnert daran, wie er früher mit Freunden im Keller neue Alben angehört hat. Seine Frau wirft dazu ein, dass es dabei wohl eher ums „Diskutieren“ gegangen sei.
Maniac ist auch auf einem der Songs des neuen Albums zu hören. Als erster Titel der Session läuft „Up in the Sky“, ein Reggae-Rap-Song mit Maniac und den Schick Sisters, produziert von Maniac selbst.
„Peace 1“ verbindet Musik mit einer Friedensutopie
Der zweite vorgestellte Song trägt den Titel „Peace 1“. Hannes Ringlstetter merkt an, dass er die Nylongitarre dafür komplett auf D heruntergestimmt hat – ein Detail, das vor allem für Musikerinnen und Musiker interessant sein dürfte. Beim Zuhören fällt der ungewohnte Sound zunächst auf, fügt sich aber schnell und stimmig in den Song ein.
Die Idee für "Peace 1", das Friedenslied, kam Ringlstetter im Traum. Er erzählte Jan Plewka, dem Sänger und Texter der Band Selig, davon, und der Plan der beiden stand fest. Zu Beginn des Songs verkündet Nachrichtensprecherin und Fernsehmoderatorin Linda Zervakis den weltweiten Frieden, wodurch das Stück einen utopischen Charakter bekommt. Ringlstetters Gedanke dahinter: Man könne die naive Vorstellung eines solchen Friedens nun gerne manifestieren, damit sie tatsächlich Wirklichkeit werde.
Südfrankreich als Ausgangspunkt des Albums
„BELLAVISTA“ bedeutet „schöne Aussicht“ – ein Titel, der zum hoffnungsvollen Grundton der Platte passt. Im Gespräch erzählt Ringlstetter von der Entstehung des Albums in Südfrankreich.
Direkt nach der Sommertour 2024 ging es für ihn weiter nach Frankreich, in die Berge hinter Nizza. Dort gebe es wenig, das störe, und der Sommer dauere länger als in Deutschland. Während der Coronapandemie war Ringlstetter zum ersten Mal dort gewesen. Seitdem kehrte er immer wieder zurück und die Umgebung in Südfrankreich wurde so zu einem wichtigen Ausgangspunkt für die Arbeit an „BELLAVISTA“.
Allerdings entstand nicht das gesamte Album in Südfrankreich. Auch in Bach an der Donau wurden beispielsweise Gesänge oder Gitarrenspuren aufgenommen.
Musikalische Freiheit ohne Zeitdruck
Die Arbeit an „BELLAVISTA“ beschreibt Ringlstetter als intensive musikalische Reise. Gleichzeitig betont er, dass die Produktion nicht von dem Druck geprägt gewesen sei, den große Plattenverträge, Managements und feste Deadlines mit sich bringen können.
Ohne eine solche Deadline könne musikalische Arbeit deutlich freier entstehen. Dass dabei auch Songs entstehen dürfen, die nicht den üblichen Erwartungen an Länge und Aufbau entsprechen, zeigt sich beim letzten Titel der Listening Session: „By the way“ dauert sieben Minuten und lässt sich damit eher mit längeren Stücken der Band Pink Floyd vergleichen als mit vielen kürzeren Mainstream-Produktionen. Der Song bietet Raum für Gitarrensoli und längere instrumentale Passagen.
Albumveröffentlichung und Listening Session am selben Tag
Dass „BELLAVISTA“ am 23. Oktober 2026 erscheint und die Listening Session zugleich an diesem Tag in Regensburg stattfindet, ist nach Ringlstetters Auskunft Zufall. Obwohl er Regensburg sehr gerne mag, habe die zeitliche Übereinstimmung zunächst keine tiefere Bedeutung.
Eine persönliche Verbindung zum Album gibt es dafür zwischen Ringlstetter und Maniac. Die beiden kennen sich seit etwa 2017 und sind inzwischen befreundet. Vor etwa zwei Jahren begannen sie, gemeinsam an dem Reggae-Song zu arbeiten, der die Listening Session eröffnet. Vor Ort konnten die Gäste außerdem das Album als Schallplatte oder CD kaufen und von Ringlstetter signieren lassen.
„BELLAVISTA“-Tour führt Ringlstetter 2027 nach Regensburg
Mit dem neuen Album im Gepäck gehen Hannes Ringlstetter und seine Band ab dem 5. Januar 2027 auf ausgiebige „BELLAVISTA“-Tour. Am 15. Januar 2027 steht dabei auch ein Auftritt im Regensburger Audimax auf dem Programm. Weitere Konzerte sind in Bayern, Österreich und anderen Teilen Deutschlands geplant.
Ein Bericht von Jonas Bien / RNRed