Wie entsteht unser Selbstbild und wie beeinflusst ein Ort unsere Wahrnehmung? Die französische Künstlerin Juliette Bertrand geht diesen Fragen in ihrer Ausstellung „The mirror and the onion“ nach. Die Vernissage findet am Dienstag, 3. November, im Kunstraum neunkubikmeter in Regensburg statt.
Am Dienstag, 3. November 2026, um 18 Uhr lädt RAiR. Regensburg Arts-in-Residence zur Vernissage der Gastkünstlerin Juliette Bertrand ein. Im Rahmen ihrer Ausstellung „The mirror and the onion“ gibt Bertrand Einblicke in ihre künstlerische Recherche, die sich mit der Konstruktion des Selbstbildes, der Wahrnehmung und der Beziehung zu einem Ort auseinandersetzt.
Die Ausstellung ist anschließend bis zum 11. November 2026 im Kunst-, Kultur- und Ideenraum „neunkubikmeter“ in der Pustetpassage zu sehen.
„The mirror and the onion“: Selbstbild und Wahrnehmung
Ausgangspunkt ihres künstlerischen Prozesses ist Hermann Hesses „Steppenwolf“ und die darin aufgeworfene Frage nach dem Bild, das wir von uns selbst konstruieren. Juliette Bertrand untersucht mit ihrer Kunst die Lücke zwischen Selbstwahrnehmung, dem Wunsch, von anderen auf bestimmte Weise gesehen zu werden, und der tatsächlichen Wahrnehmung durch andere.
Im Rahmen ihrer Residenz in Regensburg hat sie diese Recherche auf ihre eigene künstlerische Praxis und die Beziehung zur Stadt ausgeweitet. Inspirieren lässt sie sich auch von Robert Walsers aufmerksamer Beobachtung des Alltags und begibt sich selbst auf die Suche nach unerwarteten Zusammenhängen. Dabei folgt Bertrand unterschiedlichen Gedanken und Spuren und lässt sich von scheinbar unwichtigen Details leiten.
Durch ihre künstlerische Recherche entsteht zunehmend das Bild der Zwiebel. Deren einzelne Schichten werden zur Metapher für die Vielschichtigkeit der menschlichen Identität, der individuellen Wahrnehmung eines Ortes und auch der unterschiedlichen Ebenen künstlerischer Praxis.
Künstlerinnengespräch im November
Am Donnerstag, 12. November 2026, gibt Juliette Bertrand im Rahmen eines Künstlerinnengesprächs vertiefende Einblicke in ihre Arbeit und den Rechercheprozess hinter ihrer Ausstellung. Das Gespräch findet im Anschluss an die Vernissage von Cristina de Pedrojuán Pascual, die noch angekündigt wird, statt. Treffpunkt ist in der „Brück4“, Begegnungs- und Gemeinschaftsraum (Brückstraße 4). Der genaue Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben.
Französische Künstlerin zu Gast in Regensburg
Juliette Bertrand (*1998) ist eine französische Künstlerin, die in Clermont-Ferrand (Frankreich) lebt und arbeitet. Sie bezieht vom 21. September bis zum 13. November 2026 eine der beiden Atelierwohnungen in der Brückstraße. Im Jahr 2020 absolvierte sie ihren Kunstabschluss an der École Supérieure d’Art et de Design in Grenoble, Frankreich. Zwei Jahre später schloss sie ihr Studium an der École Supérieure des Beaux-Arts in Nantes, Frankreich, ab.
Bertrand hat bereits an mehreren künstlerischen Residenzen und Projekten teilgenommen, darunter Bains d’huile in Clermont-Ferrand (2025–2028) und MALUS RIVUS in Orelle (2022–2023). Ihre Arbeiten wurden außerdem in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen in Frankreich sowie unter anderem in der Schweiz präsentiert.
Während ihrer Zeit in Regensburg arbeitet Juliette Bertrand mit keinem der Materialien, die sie normalerweise verwendet. Stattdessen nutzt sie die neue Umgebung, um sich auf die Suche nach Objekten und kleinen Dingen zu machen, die sich vor Ort ergeben.
Ausstellung im neunkubikmeter kostenlos besuchen
Seit 2021 wird das Schaufenster neunkubikmeter in der Pustetpassage vom Kulturamt der Stadt Regensburg als temporärer Kunst-, Kultur- und Ideenraum genutzt. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos und jederzeit möglich.
Weitere Informationen zu RAiR und Juliette Bertrand unter www.regensburg.de/rair
Stadt Regensburg / RNRed