Acht stimmberechtigte Mitglieder sollen künftig die Interessen der Regensburger Kulturszene vertreten. Mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 10. November beginnt die nächste Phase auf dem Weg zu einem unabhängigen Gremium, das die Kulturpolitik der Stadt mitgestalten soll.
Am Donnerstag, den 29. Oktober 2026, ebnete der Stadtrat den Weg für die Gründung eines freien Regensburger Kulturrats. Das Kulturreferat lädt alle Regensburger Kulturakteurinnen und Kulturakteure sowie Interessierte zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Dienstag, den 10. November 2026, um 18 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr) in das Auditorium des Thon-Dittmer-Palais (Haidplatz 8) ein, um über den bisherigen Prozess zu informieren und aktiv zur Beteiligung im neuen Gremium aufzurufen.
Freier Kulturrat löst bisherigen Kulturbeirat ab
Seit 1994 gibt es in Regensburg einen Kulturbeirat, der die Stadt in Fragen der Kultur beriet. Bisher wurden die Mitglieder und ihre Stellvertretungen vom Kulturreferat für jeweils eine Stadtratsperiode berufen. Mit Beginn der neuen Stadtratsperiode hat die Stadt die Funktion und Struktur des bisherigen Kulturbeirats überprüft. Grundlage dafür waren eine öffentliche Umfrage und die gemeinsame Arbeit mit einer fachlich besetzten Arbeitsgruppe.
Ziel des Evaluierungsprozesses war es, Struktur, Aufgaben und Verfahren des bestehenden Gremiums den aktuellen Anforderungen einer vielfältigen, dynamischen und sich wandelnden Kulturlandschaft anzupassen. Der freie Regensburger Kulturrat ist fortan nicht mehr Organ der Stadt Regensburg, sondern ein unabhängiger Zusammenschluss, der sich ein eigenes Statut sowie eine eigene Geschäftsordnung gibt. Im Prozess wurde das Kulturreferat von Dr. Patrick S. Föhl (Netzwerk Kulturberatung, Berlin) begleitet, der angesichts seiner umfangreichen Erfahrungen im Bereich der transformativen Kulturentwicklungsplanung sowie konzeptbasierten Kulturpolitik vielfach an der Gründung und Reformierung von Kulturbeiräten deutschlandweit beteiligt war.
Schnittstelle zwischen Kulturszene, Politik und Verwaltung
Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger betont die Bedeutung von Dialog und Kooperation für ein vielfältiges Kulturleben in Regensburg: „Kunst und Kultur sind unverzichtbare Säulen unserer Demokratie. Der freie Regensburger Kulturrat lebt den demokratischen Gedanken: Er eröffnet Räume für Begegnung und Austausch, er ermutigt Kulturakteurinnen und Kulturakteure, sich aktiv einzubringen und zu kooperieren.“
„Der wesentliche Unterschied zum bisherigen Modell besteht darin, dass sich die Regensburger Kulturszene künftig ihre eigene Stimme gibt. Das birgt ein großes Potenzial für unsere starke und vielfältige Kulturszene!“, hebt der Kulturreferent Wolfgang Dersch hervor
Informationsveranstaltung am 10. November
Im Rahmen der öffentlichen Informationsveranstaltung am Dienstag, den 10. November 2026, informiert Dr. Patrick S. Föhl über den bisherigen Prozess und stellt das ausgearbeitete Statut des freien Regensburger Kulturrats vor. Zwei Mitglieder der Arbeitsgruppe, Flora Pulina und Gabriel Fieger, geben Informationen zu der ersten geplanten Vollversammlung des Regensburger Kulturrats und rufen dazu auf, sich im Gremium zu engagieren.
Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist aufgrund der Raumkapazität im Auditorium begrenzt. Deshalb bittet das Kulturreferat um Voranmeldung per E-Mail an
Kulturrat gestaltet die Kulturpolitik in Regensburg mit
Der Regensburger Kulturrat versteht sich als ein selbständiges, durch die Kulturszene legitimiertes Gremium zur Mitgestaltung, Weiterentwicklung und Beratung der Kulturpolitik und Kulturentwicklung in der Stadt Regensburg.
Er verfolgt das Ziel, die Bedeutung von Kunst und Kultur als zentralen Bestandteil einer offenen, demokratischen und zukunftsorientierten Stadtgesellschaft sichtbar zu machen und nachhaltig zu stärken. Dabei arbeitet er eigenverantwortlich, spartenübergreifend, gemeinwohlorientiert, überparteilich sowie überkonfessionell. Repräsentiert wird der Regensburger Kulturrat durch seinen Vorstand, der im Rahmen einer Vollversammlung von in Regensburg tätigen Kulturakteurinnen und Kulturakteuren gewählt wird.
Vollversammlung als zentrales Forum des Kulturrats
Die Vollversammlung ist das zentrale Forum für Austausch, Beteiligung, Legitimation sowie Wahl des Vorstands. Sie ist als offenes Forum konzipiert, an dem grundsätzlich alle in Regensburg tätigen Kulturakteurinnen und Kulturakteure teilnehmen können, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und voll geschäftsfähig sind. Grundlage hierfür ist ein weit gefasster Kulturbegriff, der unterschiedliche künstlerische, institutionelle und projektbezogene Perspektiven umfasst.
Wahlberechtigt sind alle an der Vollversammlung teilnehmenden, in Regensburg tätigen Kulturakteurinnen und Kulturakteure, die zum Zeitpunkt der Wahl volljährig sind, die freiheitlich-demokratischen Grundrechte anerkennen und sich explizit gegen Diskriminierung in jeglicher Form aussprechen.
Die erste Vollversammlung findet am Mittwoch, den 16. Dezember 2026, im Marinaforum (Großes Forum, Johanna-Dachs Straße 46) statt. Weitere Informationen werden noch bekannt gegeben
Acht stimmberechtigte Mitglieder im Vorstand
Dem offenen und integrierenden Gedanken der Vollversammlung entsprechend können grundsätzlich alle in Regensburg tätigen Kulturakteurinnen und Kulturakteure als Vorstandsmitglied kandidieren, die zum Zeitpunkt der Wahl volljährig sind, die freiheitlich-demokratischen Grundrechte anerkennen und sich explizit gegen Diskriminierung in jeglicher Form aussprechen.
Acht stimmberechtigte Vorstandsmitglieder werden im Rahmen der Vollversammlung von Regensburger Kulturakteurinnen und Kulturakteuren für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt. Sie zeichnen für die kontinuierliche inhaltliche Arbeit, Koordination sowie Positionierung verantwortlich. Diese Mitglieder des Vorstands handeln unabhängig von ihrer jeweiligen Zuordnung nicht als Vertreterin und Vertreter einzelner Institutionen oder Sparten, sondern tragen Verantwortung für die gesamte Kulturlandschaft der Stadt Regensburg.
Zur Sicherstellung einer ausgewogenen, differenzierten und strukturell belastbaren Abbildung der Regensburger Kulturlandschaft erfolgt die Zusammensetzung der gewählten Mitglieder des Vorstands nach einem verbindlichen Kategorienmodell. Die acht Sitze verteilen sich zu je zwei Sitzen aus den folgenden vier Bereichen:
- Freie Projekte, Off-Räume, Vereine und Festivals
- Künstlerinnen und Künstler, Kollektive, Gruppen sowie Interessenvertretungen
- Öffentliche Kultureinrichtungen der Stadt Regensburg, des Bezirks und der Regierung Oberpfalz, des Freistaats Bayern oder des Bundes
- Institutionell geförderte Kultureinrichtungen und Projekte in freier Trägerschaft.
Bei Bedarf kann der gewählte Vorstand außerdem vier weitere nicht stimmberechtigte Mitglieder berufen, um fehlende fachliche Perspektiven zu ergänzen, wobei die Amtszeit der Berufung individuell festgelegt wird.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Regensburger Kulturrat, zum bisherigen Prozess sowie zu anstehenden Terminen sind zu finden unter www.regensburg.de/kultur/regensburger-kulturrat.
Stadt Regensburg / RNRed