Wer bestimmt, welche Geschichten über unsere Zukunft erzählt werden? Das Transit Filmfest stellt sich dieser Frage mit seinem diesjährigen Motto „ULTIMATE FANTASY XXVI“. Dabei treffen ungewöhnliche Filmwelten auf gesellschaftliche Themen und eine besondere Reise durch die Kinogeschichte.
REGENSBURG. Mit einem Programm zwischen gesellschaftlicher Wirklichkeit, fantastischen Gegenwelten und filmhistorischen Entdeckungen kehrt das Transit Filmfest nach Regensburg zurück. Unter dem Titel „ULTIMATE FANTASY XXVI“ läuft das Festival von Mittwoch, dem 11. November, bis Montag, dem 16. November 2026. Erstmals finden sämtliche Veranstaltungen im Leeren Beutel statt.
Das Festival setzt sich mit der Frage auseinander, wer die Bilder und Erzählungen von der Zukunft bestimmt. Angesichts der Zukunftsvorstellungen von KI-Unternehmen, Kriegstreibern, Kulturkämpfern und Neofaschisten stellt das Transit Filmfest die Möglichkeiten des Kinos als Raum für andere Perspektiven und alternative Entwürfe in den Mittelpunkt.
Zwölf internationale Filme zwischen Realität und Fantasie
Insgesamt zwölf aktuelle internationale Produktionen bilden das diesjährige Filmprogramm. Den Auftakt macht „TANGLES“ von Leah Anderson. Der autobiografische Animationsfilm für Erwachsene feierte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Cannes und erhielt dort sieben Minuten Standing Ovations.
Mit „ADAM’S APPLE“ ist außerdem eine Langzeitdokumentation von Amy K. Jenkins zu sehen. Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten begleitet die Regisseurin die Transition ihres Kindes. Der Film stellt damit eine persönliche Entwicklung dem gesellschaftlichen Rollback in den USA gegenüber.
In „HEX“ gerät eine feministische Black-Metal-Band in den Mittelpunkt. Obwohl ihre Mitglieder keine musikalischen Vorkenntnisse mitbringen, nehmen sie den Kampf gegen patriarchale Strukturen innerhalb der Musikszene auf.
Eine Deutschlandpremiere gibt es mit „THE DAYS OFF“ von Lucila Mariani. Der Film erzählt von jungen Menschen, die mithilfe des sogenannten Shifting alternative Wunschwelten erschaffen. Dabei suchen sie Zuflucht in den frühen, beinahe magisch wirkenden Internetwelten.
Retrospektive widmet sich der Geschichte des Filmtricks
Neben aktuellen Produktionen gehört auch eine filmhistorische Rückschau zum Programm. Unter dem Titel „TRICK ME“ beschäftigt sich die diesjährige Retrospektive mit der Entwicklung von Trickfilm und Filmtricks
.Die Reise reicht von den frühen filmischen Illusionen des Filmpioniers Georges Méliès bis zum industriell geprägten Körperhorror von „TETSUO: THE IRON MAN“.
Zu den gezeigten Werken gehören Jan Švankmajers „ALICE“, Buster Keatons „SHERLOCK JR.“ und Ralph Bakshis „AMERICAN POP“. Darüber hinaus stehen Arbeiten der Animationskünstlerinnen Suzan Pitt und Faith Hubley auf dem Programm.
Ein besonderer Programmpunkt ist „ANGEL’S EGG“ von Mamoru Oshii. Der Anime entstand vor 41 Jahren und wird in diesem Jahr erstmals auf ausgewählten deutschen Kinoleinwänden gezeigt. Auch das Transit Filmfest nimmt den Film in sein Programm auf.
Mira Mann spielt zum Festivalauftakt im Leeren Beutel
Auch abseits der Kinovorführungen bietet das Festival ein Rahmenprogramm. Am Mittwoch, den 11. November, wird nach dem Eröffnungsfilm „TANGLES“ die Münchner Musikerin und Lyrikerin Mira Mann im Kinofoyer auftreten.
Ihre Musik bewegt sich zwischen Spoken Word, Acid Jazz und Ambient. Auf ihrer neuen EP „Coversongs“ setzt sie sich auf assoziative Weise mit Stücken von Patti Smith, Donna Summer, Hole, Mudhoney, Prince und Genesis auseinander.
Das Konzert kann auch unabhängig vom Film besucht werden. Karten sind für fünf Euro an der Abendkasse erhältlich.
Internationale Filmschaffende kommen nach Regensburg
Vier internationale Gäste werden während des Festivals persönlich in Regensburg erwartet. Aminata Thiboult und Noé Hermelin stellen den Film „I LOVE PARIS“ vor. Emma Paetz und Ben Aldridge sind für „WORRY TIME“ angekündigt.
Zusätzlich sind Online-Fragerunden mit Regisseurinnen und Regisseuren geplant, bei denen das Publikum weitere Einblicke in die Filme erhalten kann.
Am Samstag, den 14. November, geht das Festivalprogramm mit einer Party weiter. Im Leeren Beutel sorgen elen in wavs, das bisschen Totschlag, ketacat, goldie 333 und iseekyou für Musik und Unterhaltung.
Transit Filmfest wurde mit Kulturförderpreis ausgezeichnet
Das Transit Filmfest richtet sich insbesondere an ein junges, filmbegeistertes Publikum. Das Festival steht für mutiges internationales Kino und filmhistorische Entdeckungen. Im Jahr 2023 erhielt es den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg.
Informationen zum vollständigen Programm, zu Eintrittskarten und zum Festivalpass gibt es unter www.transit-filmfest.de. Der Festivalpass ist auf 35 Stück begrenzt.
Transit Filmfest Regensburg / RNRed