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Anlässlich des Jubiläums des Frauennotrufs wird die Installation "my sweet love" als erster Teil der Ausstellungsreihe "subsurface reloaded" präsentiert. Der Frauennotruf kümmert sich anonym um Opfer sexueller Gewalt ? die Ausstellung soll dieses Tabu-Thema in die öffentliche Aufmerksamkeit bringen.

30 Jahre Frauennotruf

Das Ausstellungsprojekt Sigismundkapelle präsentiert anlässlich des
Jubiläums des Frauennotrufs Regensburg e.V. in Kooperation mit dem
Frauennotruf die Installation "my sweet love" von Brigitte Berndt, Renate Haimerl Brosch, Renate Höning und Barbara Regner. Seit drei
Jahrzehnten bietet der Verein kostenlose und auf Wunsch anonyme Beratung
für Frauen und Mädchen, die sexuelle Gewalt erlebt haben oder sich
gerade in einer Missbrauchssituation befinden, an. Ebenso finden
Bezugspersonen wie auch Fachkräfte professionelle Unterstützung bei
Fragen und Unsicherheiten mit dem Thema. Durch gezielte
Präventionsarbeit will der Frauennotruf das Augenmerk der Öffentlichkeit
auf dieses äußerst tabuisierte Thema lenken.

"Tabu" in der Gesellschaft

Dass sich niemand mit diesem Thema befassen will, ist die traurige Realität.
Der Grund dafür ist, dass diese sexuelle Gewalt in
der Regel im Kreis der Familie, der Verwandten oder im engen sozialen
Umfeld der Betroffenen stattfindet. Fast immer gehen sexuelle Übergriffe
von nahen Vertrauten aus.

Von der Vertrautheit und der engen Beziehung von Opfer und Täter
ausgehend, haben die Regensburger Künstlerinnen für ihr Projekt "my
sweet love" das Kuscheltier als Symbol für sexuelle Gewalt gewählt. Ein
Symbol, das nicht nur Vertrautheit und Nähe impliziert, sondern auch
Ersatz für eine Bezugsperson ist und das Sehnsucht nach Geborgenheit
ausdrückt.

Das Kuscheltier ? Opfer und Täter in einem

Die Künstlerinnen interpretieren das Kuscheltier in der Installation in
mehrfacher Hinsicht. Einmal, wie oben ausgeführt, als Symbol sexueller
Gewalt im häuslichen und familiären Bereich. Es ist dabei einerseits
Stellvertreter für den Täter, der durch seine Tat der Betroffenen Leid
zufügt, andererseits für den, der Liebe und Geborgenheit anbietet. Eine
traurige Ambivalenz, denn oft ist der Täter ein geliebter Mensch wie
Vater oder Freund. Das Tier ist auch Stellvertreter für das Opfer, das
sich harmloser Zuwendung öffnet und dann in eine ungewollte Rolle
gezwungen wird. Aber das Kuscheltier ist nicht nur harmlos: Es kann
Zähne zeigen und Widerstand leisten. Es kann und darf sich wehren.
Auch das will die Installation betonen.

Nicht zuletzt mahnt das Kuscheltier, dass es hinsichtlich seiner Würde,
seiner Selbstbestimmung, nicht wahrgenommen wird, denn es ist "Tier",
nicht Mensch, und sein grammatisches Geschlecht ist "sächlich", also ist
es Objekt, das benutzt wird.

Auch in der Realität sexueller Gewalt findet das Kuscheltier Anwendung:
Ein Kuscheltier im Schaufenster tschechischer Prostituiertenclubs weist
Freier daraufhin, dass Sex mit Minderjährigen im Angebot ist. Hier
schließt sich der Kreis.

In der Installation, die den Auftakt des Ausstellungsjahres unter dem
Thema "subsurface reloaded" bildet, präsentiert sich eine Vielzahl von
Kuscheltieren, die nicht mehr das sind, was sie einmal waren. Zerrissen
und neu zusammengesetzt, zerfetzt, verstümmelt und in neuer Gestalt.

Die Ausstellung wird am 8. März 2014 um 19 Uhr mit einem Festakt
eröffnet und ist bis 4. April 2014 in der Sigismundkapelle im
Thon-Dittmer-Palais zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von
17 bis 19 Uhr, Samstag von 11 bis 16 Uhr, Weitere Informationen unter
www.regensburg.de/sigismundkapelle

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Bild: Gabriela Neumeier /
www.pixelio.de

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