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Die Buchpräsentation mit Prof. Dr. Walter Koschmal, dem Autor des Begleittextes, und „Tommys“ Familie findet am Sonntag, 14. Juni, um 11 Uhr im Kunstforum Ostdeutsche Galerie statt. Die Grußworte sprechen Joachim Wolbergs, Oberbürgermeister der Stadt Regensburg, und Bernd Sibler, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Das Originalbuch wird während der Matinee in einer Vitrine gezeigt.

In Vorahnung seines Schicksals gestaltete der tschechisch-jüdische Grafiker und Karikaturist Bedřich Fritta 1944 ein sehr persönliches Kinderbuch für seinen Sohn Tommy. Die Umstände seiner Entstehung machen dieses Buch zu einem anrührenden Zeugnis des Holocaust und einem einzigartigen Zeitdokument. Fritta vergrub es zusammen mit weiteren Zeichnungen kurz bevor er aus dem Ghetto Theresienstadt nach Auschwitz deportiert wurde. 70 Jahre nachdem es aus dem Versteck geborgen werden konnte, erscheint das Buch nun als Reprint beim Verlag Friedrich Pustet. 

Bedřich Fritta (1906–1944) war zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Tommy während des Zweiten Weltkrieges im Ghetto Theresienstadt inhaftiert. Der Zeichner und Grafiker wurde mit der Leitung des Zeichensaales der Technischen Kanzlei betraut, die u. a. Propagandamaterial erstellen musste, um die Öffentlichkeit über die Realität im Lager zu täuschen. Zusammen mit einigen anderen Künstlerkollegen hat er heimlich die wirklichen Zustände festgehalten und dieses illegale Material hinausgeschmuggelt.

Dies führte schließlich zu seiner Deportation ins KZ Auschwitz-Birkenau, wo er 1944 an Entkräftung starb. Im letzten Moment schaffte er es jedoch, einige seiner Zeichnungen zu vergraben – darunter auch ein Buch, das er seinem Sohn Tommy zum dritten Geburtstag am 22. Januar 1944 gemalt hatte und das eine schöne, bessere Welt zeigt. Im Sommer 1945 konnten Frittas Werke von seinem Freund und Kollegen Leo Haas geborgen werden, der auch Tommy adoptierte.

Genau 70 Jahre nach seiner Rettung wird das Buch im Verlag Friedrich Pustet als Reprint neu aufgelegt. Aus diesem Anlass findet am Sonntag, 14. Juni, um 11 Uhr im Kunstforum die Buchvorstellung statt. Nach den Grußworten von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und Staatssekretär Bernd Sibler berichtet der Autor des Begleittextes und Sprecher des Europaeum der Universität Regensburg, Prof. Dr. Walter Koschmal über die Entstehungshintergründe des Buches. Es folgt ein virtuelles Durchblättern mit Lesung. Anschließend stehen die Mitglieder der Familie Haas für Gespräche zur Verfügung. Tommy Fritta-Haas verstarb im Frühjahr 2015 im Alter von 74 Jahren, wissend, dass „sein Kinderbuch“ der Nachwelt mit dieser dokumentierten Ausgabe erhalten bleibt. Das damals in Theresienstadt vergrabene Originalbuch wird während der Veranstaltung in einer Vitrine gezeigt.

Der Eintritt zur Buchpräsentation ist frei.
Eine Kooperation des Kunstforums Ostdeutsche Galerie, des Europaeum der Universität Regensburg und des Verlags Friedrich Pustet.


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Foto: Kunstorum Ostdeutsche Galerie

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