Valerie Fritsch liest in der Filmgalerie Regensburg aus „Herzklappen von Johnson & Johnson“. Der Roman verbindet existenzielle Ängste, Erinnerungen und familiäre Verbindungen in eindringlichen Bildern und sprachlicher Präzision.
Am Dienstag, den 22. Januar, öffnet die Filmgalerie Regensburg erstmals den Kinosaal für eine literarische Lesung. Zu Gast ist die österreichische Autorin Valerie Fritsch, die aus ihrem Roman „Herzklappen von Johnson & Johnson“ liest.
Ein Roman über Angst und Fürsorge
Der Roman erzählt von Alma und Friedrich, deren Sohn keinen Schmerz empfinden kann. Aus dieser medizinischen Besonderheit erwächst eine existenzielle Angst: Vor allem Alma kontrolliert ihr Kind unaufhörlich, tastet seinen Körper ab, sucht nach sichtbaren wie unsichtbaren Verletzungen. Halt findet sie bei ihrer Großmutter, die im hohen Alter beginnt, von Krieg, Flucht, Hunger und Verlust zu erzählen. In diesen Erinnerungen öffnen sich Verbindungen zwischen individueller Sorge und einem über Generationen weiterwirkenden Trauma.
Verletzlichkeit, Schuld und Erinnerung
Mit eindringlichen Bildern und großer sprachlicher Präzision fragt Valerie Fritsch nach der Verletzlichkeit des Menschen, nach Mitgefühl und danach, wie Schuld, Ohnmacht und Verlorenheit entstehen – auch dort, wo sie scheinbar keinen Ursprung haben. „Herzklappen von Johnson & Johnson“ ist ein stiller, intensiver Roman über Körper, Erinnerung und das Weiterleben von Erfahrungen.
Zur Person: Valerie Fritsch
Valerie Fritsch, geboren 1989, arbeitet als freie Autorin und bereist die Welt. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2015 wurde sie mit dem Kelag-Preis und dem Publikumspreis ausgezeichnet. 2020 erhielt sie den Brüder-Grimm-Preis für Literatur. Sie lebt in Graz und Wien.
Kritikerstimmen zum Roman
„Valerie Fritsch schreibt, als würde sie zeichnen – und zwar meisterhaft: Sie braucht nur wenige Linien, ein Satz, zwei Sätze, dann steht das Bild, und es öffnet sich ein ganzer Kosmos.“ Katharina Kluin | stern
„Herzklappen von Johnson & Johnson erkundet den jahrzehntealten Schmerz, das Körperwissen ohne Erfahrung. Valerie Fritsch begibt sich dafür an die schillernden Grenzen der Wirklichkeit, an die Grenzen der Sprache und die Grenzen des Menschseins – so wundersam und fein, wie es der Literatur selten gelungen ist.“ Miriam Zeh | Deutschlandfunk
„In Valerie Fritschs Prosa ist etwas von der kindlichen Verletzlichkeit und dem Erstaunen lebendig, die man sich irgendwann abtrainiert, um überleben zu können.“ Juliane Liebert | DIE ZEIT
Infos und Tickets unter: www.filmgalerie.de.
Arbeitskreis Film Regensburg e.V. / RNRed