Die Ausstellung „NICHT OHNE UNS! Über(s)leben mit ME/CFS, Post Covid und Post-Vac“ macht das Leben der erkrankten Menschen sichtbar. Betroffene Künstlerinnen und Künstler zeigen Werke voller Kraft, Hoffnung und Verzweiflung – und schaffen Aufmerksamkeit für eine oft unsichtbare Krankheit und ihre Folgen.
Von Samstag, den 09. Mai, bis Sonntag, den 28. Juni, zeigt Kathrin Fuchshuber eine Ausstellung, die den Titel „NICHT OHNE UNS! Über(s)leben mit ME/CFS, Post Covid und Post-Vac“ trägt. Im Rahmen der #LiegendDemo Regensburg wird eine Preview von 38 ausgewählten Exponaten gezeigt. Insgesamt sind etwa 50 Künstlerinnen und Künstler daran beteiligt.
Die Kunstausstellung wurde von der Community #LiegendDemo Augsburg initiiert und war im Februar 2026 im Zeughaus Augsburg zu sehen. Aufgrund großer Zustimmung soll sie als Wanderausstellung weitergeführt werden, koordiniert vom Still Loud Project.
Zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung begrüßte Kathrin Fuchshuber am Freitag, den 08. Mai, um 15:00 Uhr nicht nur die anwesenden Künstlerinnen und Künstler, sondern auch Markus Blume, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Jürgen Eberwein, Abgeordneter des Landtages, sowie Dr. Thomas Burger, Oberbürgermeister der Stadt Regensburg.
„Deutschlandweit sind etwa 1,2 Millionen Menschen sind betroffen“
In einem Gespräch mit Kathrin Fuchshuber erzählt sie, es gäbe etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland, die von ME/CFS, Post Covid und Post-Vac betroffen seien. In Ostbayern wären es circa 25.000 Menschen. Um das eingeschränkte Leben der Betroffenen darzustellen, zeigte sie bei der Veranstaltung einen Film. Mit bewegten Bildern und einem Lied drückte der Kurzfilm aus, was sich die Betroffenen wünschen: Partys feiern, Reisen, ihre Hobbys ausüben, ihr Leben genießen – Dinge, die für andere normal sind.
„Von einem Tag auf den anderen kommen sie nicht mehr aus dem Bett, ihnen fehlt die Energie“, sagt Markus Blume. Auch er hat einen Betroffenen im Bekanntenkreis und kennt die Situation der Menschen. „Sie schaffen Kunst aus dem Überlebensmodus heraus. Das mag man sich gar nicht vorstellen, wenn man nicht einmal die Kraft hat, ganz alltägliche Dinge zu bewerkstelligen“, fügt er an.
„Das ist wie ein Farbtupfer in grauen Zeiten“
Warum Kunst? Die Ausstellungsmacher und Betroffenen sind keine Mediziner und können keine Therapien entwickeln – aber sie können aufklären. Nicht über Zahlen und Studien, sondern auf einer emotionalen, künstlerischen Ebene, die das Ausmaß von ME/CFS spürbar macht.

© Pina – die kleine Pinakothek
Vor allem aber gibt diese Ausstellung den Erkrankten eine Stimme. Ihre Werke sagen: „Das ist wie ein Farbtupfer in grauen Zeiten“ oder „Danke, dass ich durch mein Bild nicht vergessen werde.“ oder „So habe ich das Gefühl am Leben teilzunehmen.“
Jedes Kunstwerk steht für kostbare Energie – oft Tage oder Wochen Arbeit von Menschen, denen genau diese Energie fehlt. Da ME/CFS Betroffene häufig nicht mehr arbeiten können, bedeutet Kunst auch Identität, Ausdruck und Würde. Jedes Werk trägt Kraft, Verzweiflung, Hoffnung und Lebensmut in sich.
Die Wanderausstellung beginnt in Regensburg mit dieser Preview und wird im Januar 2028 im M26 beschlossen. Die avisierte Gesamtschau vereint Werke von über 50 betroffenen Künstlern mit über 80 Werken zu medizinischen, politischen und sozialen Aspekten der Erkrankung. Die eindringlichen, teils multimedialen Exponate sollen mehr Sichtbarkeit und Unterstützung für Erkrankte und ihre Angehörigen schaffen.

Markus Blume (links) sieht sich die Werke von Kathrin Fuchshubers Tochter Anna an. © Sarah Solleder, filterVERLAG
Eine Ausstellung, die berührt
Kathrin Fuchshuber gibt den Künstlerinnen und Künstlern die Chance, ihre persönlichen Erlebnisse und Eindrücke zu zeigen. Der Grund: Ihre eigene Tochter ist von der Krankheit ME/CFS betroffen. „Meine Tochter ist aus dem Portugal Urlaub zurück gekommen und hatte eine schwere Grippe. Ab da ging es nur noch bergab. Das war ein Infekt, der die Krankheit ausgelöst hat“, erzählt sie. Von heute auf morgen habe ihre Tochter Anna keine Kraft mehr gehabt, ihr Leben zu leben. Nun kann sie mit ihrer Kunst ihre Gefühle ausdrücken und zeigen, was es heißt, das Leben mit ME/CFS zu leben.

Kathrin Fuchshuber (rechts) und ihre Tochter Anna (links). © Sarah Solleder, filterVERLAG
#LiegendDemo am Neupfarrplatz
Um auf diese Krankheiten aufmerksam zu machen, wird am Samstag, den 09. Mai, um 15:00 Uhr eine Demonstration am Neupfarrplatz in Regensburg veranstaltet. Erwartet werden dort etwa 100 Menschen.
Pina – die kleine Pinakothek / RNRed