Mit seinen gefühlvollen Songs ist Sänger und Songwriter Wincent Weiss einer der bekanntesten Künstler Deutschlands. Was als Traum des ehemaligen Restaurantleiters begann, entwickelte sich schnell zu einer musikalischen Karriere.
Im exklusiven filter-Interview spricht er über das Leben auf der Bühne, seinen „spontanen“ Aufstieg in der Musikbranche und darüber, welche Erlebnisse ihn besonders geprägt haben.
Das Leben im Rampenlicht
Du hast den Weg zum Popstar geschafft – vermisst du dein früheres Leben ohne das Rampenlicht manchmal?
WINCENT: Ja, ich vermisse es ab und zu. Eine gewisse Anonymität beim Essen gehen oder im Kino fehlt mir. Wenn ich zum Beispiel mit der Jogginghose in den Supermarkt gehe, kommt manchmal plötzlich der Gedanke auf, dass mich jemand erkennen könnte. Das hatte ich damals als Restaurantleiter natürlich nicht, aber ich liebe, was ich aktuell mache und überhaupt machen darf.
Du bist 2013 spontan zur Castingshow „DSDS – Deutschland sucht den Superstar“ gegangen und hast es in die Top 29 geschafft – was hat dich damals dazu bewegt, diesen Schritt zu wagen?
WINCENT: Ich war damals mit zwei Klassenkameradinnen dort, weil sie sich beworben haben – ich war eigentlich nur der Fahrer. Aber ich dachte mir, wenn ich schon einmal da bin, kann ich auch hin gehen. Ich bin dann weitergekommen, meine Freundinnen leider nicht – ich erinnere mich, dass die Rückfahrt ziemlich angespannt war.
Heute würde ich diesen Schritt nicht mehr gehen, sondern eher Videos auf den Sozialen Medien posten. Damit habe ich nach der Castingshow auch weitergemacht, um die Menschen zu erreichen.

© Sebastian Balz
Was inspiriert dich zu deinen gefühlvollen Songs?
WINCENT: Alles, was im Alltag und im Leben passiert. Ich notiere meine Ideen immer in meinem Handy, nehme Sprachmemos mit Melodien auf oder schreibe mir Texte in meine Notiz-App. Ich sammle das, was ich mir über das Jahr hinweg notiert habe und verarbeite das dann in meinen Songs.
Hast du einen Song – egal ob er von dir oder von einem anderen Künstler stammt – der dir besonders am Herzen liegt?
WINCENT: Den Song, den ich damals als erstes recorded habe, war „Numb“ von Linkin Park. Er wird immer der bleiben, bei dem ich mir dachte, dass ich damit durchstarten kann. Ich wollte auch immer so singen können wie der Frontmann der Band, aber das war für mich stimmlich nicht machbar. Ich glaube, der Song wird immer einen schönen Platz in meinem Herzen haben, weil damit mein Musikwerdegang angefangen hat.
Was war für dich der bisher emotionalste Moment deiner musikalischen Laufbahn?
WINCENT: Die Zeit bei „The Voice Kids“ war sehr emotional. Ich habe dort gelernt, meine Emotionen loszulassen und auch vor der Kamera zu weinen. Aber die meisten emotionalen Momente sind die, die im Studio selbst passieren. Also, wenn ich persönliche Balladen schreibe und die dann unter Tränen dort aufnehme. Natürlich zählen dazu auch die Momente, in denen ich auf der Bühne stehe und sehe, wie sich die Menschen fühlen. Wenn der Funke auf das Publikum überspringt und sie weinen, weil sie die Melodie mit einem Erlebnis verbinden, dass sie im Kopf haben. Denn meine Beweggründe den Song zu schreiben, waren ja ganz andere und die weiß niemand – das ist krass zu sehen, wie die Musik die Menschen berühren kann.
Was war dein verrücktestes und schönstes Erlebnis?
WINCENT: Also verrückt ist es, wenn mir etwas Blödes passiert. Mir ist schon oft die Hose auf der Bühne gerissen, weil ich das falsche Modell gewählt habe und ich bin auch häufig von der Bühne gefallen – das macht mir an sich nichts aus, darüber kann ich lachen.
Du warst in vielen TV-Shows zu sehen, wie „Sing meinen Song“, „The Voice Kids“ oder „The Masked Singer“. Welche Auftritte machen dir am meisten Spaß – und bei welcher Show würdest du gerne noch mitmachen?
WINCENT: Die schönste Show für mich war „The Voice Kids“, weil die Kinder ehrlich und echt sind. Bei den Erwachsenen gibt es den Höflichkeitsapplaus und die gespielten Reaktionen – die Kinder machen das, was sie wollen. Wenn ihnen langweilig ist, gehen sie weg. Wenn sie müde sind, gähnen sie. Wenn sie etwas lustig finden, lachen sie – das sind echte Emotionen.

© Sebastian Balz
Deine Sommer-Tour 2026
Am 11. Juli 2026 kommst du in das Jahnstadion nach Regensburg – worauf können sich deine Fans besonders freuen?
WINCENT: Sie können sich auf die gesamte Show, die verschiedenen Bühnenbilder und auch auf die zahlreichen Songs freuen. Wir spielen auch neue Lieder, die noch gar nicht veröffentlicht sind. Ich hoffe, wir dürfen dann auch wieder ein Feuerwerk bei der sommerlichen Atmosphäre machen.
| Wer den deutschen Sänger und Songwriter live erleben will, hat dazu bald die Chance: Wincent Weiss kommt mit seiner neuen „Sommer-Tour 2026“ und noch nicht veröffentlichten Songs im Gepäck am 11. Juli 2026 in das Jahnstadion nach Regensburg. |
Ein Interview von Sarah Solleder I filter Magazin