Mit einer bewegenden Gedenkfeier am „Milchschwammerl“ nahe des Regensburger Hauptbahnhofes erinnert die Caritas gemeinsam mit weiteren Suchthilfeeinrichtungen an die Menschen, die an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben sind. Bunte Schmetterlinge mit ihren Namen stehen dabei für Erinnerung, Mitgefühl und den Appell, Betroffene nicht zu stigmatisieren.
Bunte Schmetterlinge ziehen normalerweise mit einer scheinbar schwerelosen Leichtigkeit ihre Kreise durch die Luft. Am Drogentotengedenktag stehen sie – beschriftet mit Opfernamen und Grußbotschaften an die Verstorbenen – für eine gewisse Schwere, jeder Papierschmetterling für mindestens einen vermissten Menschen, der den Kampf gegen eine oder mehrere Substanzen verloren hat. Im Jahr 2025 verstarben in Deutschland – Tendenz steigend – 2.150 Drogenverbrauchende, davon 247 in Bayern, 27 in der Oberpfalz, davon 14 im Landkreis Regensburg, sechs in der Stadt. Traditionell rufen Kontakt e.V., Rafael e.V., drugstop e.V., der Suchtarbeitskreis Regensburg und die Caritas Suchthilfe am Dienstag, den 21. Juli, zu einer kleinen Gedenkfeier am „Milchschwammerl“ nahe des Regensburger Hauptbahnhofes auf.
„Viele Menschen leiden oft jahrelang unter Ausgrenzung und Scham“
Durch die Veranstaltung führt Marion Santl, Leitung der Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme und Referatsleitung Suchthilfe & Sozialpsychiatrie im Diözesanverband. „Wenn wir heute über Drogentote sprechen, müssen wir auch über Stigmatisierung sprechen“, so Santl, „denn viele Menschen sterben nicht nur an den Folgen ihres Konsums, sondern leiden oft jahrelang unter Ausgrenzung, Scham und dem Gefühl, nicht dazuzugehören.“
„Ruhe in Frieden“, „Auf ewig vermisst“ oder einfach Kosenamen schreiben die Teilnehmenden auf die bunten Papierschmetterlinge, bevor sie diese an das große weiße Banner mit der Zahl 2.150 heften. Begleitet wird das von einfühlsamer Gitarrenmusik. Vorausgegangen ist diesem besonderen Gedenkakt eine Reihe von Kurzstatements aus dem Regensburger Hilfesystem.
H.C. Wagner / Caritasverband für die Diözese Regensburg e.V. / RNRed