Dichter Rauch über der Donau und zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge sorgten am Montagabend in Regensburg für viele Nachfragen. Wie sich herausstellte, war auf einem Frachtschiff im Bereich des Grießer Spitz ein Feuer ausgebrochen. Feuerwehr, Wasserrettung und Rettungsdienst rückten mit einem größeren Aufgebot an. Eine Person wurde verletzt.
Am Montagabend, den 27. Juli, wurde die Berufsfeuerwehr Regensburg um 21:27 Uhr zu einem Brand auf einem Frachtschiff an der Donau im Bereich des Grießer Spitz alarmiert. Durch das schnelle und koordinierte Eingreifen der Einsatzkräfte konnte das Feuer zügig gelöscht und eine Ausbreitung verhindert werden. Fünf Mitglieder der Schiffsbesatzung waren betroffen, eine Person wurde leicht verletzt und zur weiteren Untersuchung mit dem Rettungsdienst in eine Regensburger Klinik transportiert.
Neben der Berufsfeuerwehr Regensburg wurden die Freiwillige Feuerwehr Oberisling sowie die Löschzüge Sallern und Weichs alarmiert. Ebenfalls im Einsatz waren die Wasserrettung Regensburg, bestehend aus Wasserwacht und DLRG, der Rettungsdienst mit dem Einsatzleiter Rettungsdienst (ELRD) und mehreren Rettungswagen sowie die Polizei.
Feuer in Schlafraum ausgebrochen
Auf dem aus Bratislava stammenden Frachtschiff, das mit rund 400 Tonnen Blechrollen beladen war, war aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer in einem Schlafraum ausgebrochen. Der Brand zerstörte den Raum vollständig; zwei angrenzende Räume wurden durch Rauch und Wärmeeinwirkung erheblich beschädigt. Bereits auf der Anfahrt war die starke Rauchentwicklung von der Nibelungenbrücke aus deutlich sichtbar.
Besatzung evakuiert
Die Schiffsbesatzung hatte bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr erste Löschmaßnahmen eingeleitet. Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte wurde die Besatzung vorsorglich vom Schiff evakuiert. Alle Personen konnten das Schiff selbstständig verlassen.
Die Berufsfeuerwehr Regensburg und der Löschzug Weichs führten mit zwei Trupps unter Atemschutz umfangreiche Nachlöscharbeiten durch. Hierfür mussten Wandverkleidungen sowie Holzdecken geöffnet werden, um versteckte Glutnester freizulegen und vollständig abzulöschen. Erst nach diesen Maßnahmen konnte „Feuer aus“ gemeldet werden.
Die Wasserrettung Regensburg sicherte den Einsatz der Feuerwehrkräfte auf dem Wasser mit zwei Booten ab und stellte so die Sicherheit der eingesetzten Kräfte während der gesamten Einsatzdauer sicher.
Da sich die Schäden ausschließlich auf den hinteren Schiffsbereich beschränkten und der vordere Bereich des Schiffes weder durch Feuer noch durch Rauch kontaminiert wurde, konnte die Besatzung danach an Bord verbleiben. Eine anderweitige Unterbringung war daher nicht erforderlich.
Fortbildung zu Schiffsbränden zahlte sich aus
Eine besondere Bedeutung erhielt dieser Einsatz dadurch, dass das Thema Schiffsbrände erst in der vergangenen Woche Bestandteil einer Fortbildung für Einsatzleiter und der Wachmannschaft der Berufsfeuerwehr Regensburg war. Einsätze dieser Art sind äußerst selten. Das dort aufgefrischte Wissen konnte unmittelbar in der Praxis angewendet werden und trug zu einem sicheren und strukturierten Einsatzablauf bei.
Amt für Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Regensburg lobte die reibungslose Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen – Feuerwehr, Rettungsdienst, Wasserrettung, Polizei und Integrierte Leitstelle (ILS). Für die Vielzahl an Einsatzfahrzeugen wurden frühzeitig Verfügungsräume eingerichtet, wodurch die Einsatzstelle jederzeit übersichtlich und geordnet blieb und der Einsatzerfolg unterstützt wurde.
Während des Einsatzes übernahmen die freien Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Oberisling die Wachbesetzung der Hauptfeuerwache und stellten so den Grundschutz für das Stadtgebiet sicher.
Zur Brandursache sowie zur Höhe des entstandenen Sachschadens kann die Feuerwehr derzeit keine Angaben machen. Die Ermittlungen hierzu obliegen der Polizei.
Einsatzleitung: Manfred Kirchberger, Inspektionsdienst
Stadt Regensburg / Amt für Brand- und Katastrophenschutz / RNRed