Finanzielle Sorgen, Prüfungsdruck und ein voller Studienalltag belasten viele junge Menschen. Eine aktuelle BARMER-Befragung zeigt: Rund 42 Prozent der Studierenden bewerten ihr Wohlbefinden als eingeschränkt.
Rund 42 Prozent der Studierenden in Deutschland klagen über schlechtes oder eingeschränktes Wohlbefinden. 37 Prozent schätzen es dagegen als gut bis sehr gut ein. Das geht aus einer repräsentativen Befragung der BARMER zur Zufriedenheit von Studierenden hervor.
Kernergebnisse
- Rund 42 Prozent der Studierenden in Deutschland klagen über schlechtes oder eingeschränktes Wohlbefinden.
- Am meisten Sorgen bereiten ihnen die eigene finanzielle Situation, die Bewältigung des Studienalltags sowie die Ernährung.
- Studierende haben mit einem Gesamtindex von 54 von 100 Punkten ein schlechteres Wohlbefinden als die Gesamtbevölkerung in Deutschland, die ungefähr 60 Punkte erreicht.
- BARMER-Chef Straub: „Schon junge Menschen spüren finanziellen Druck und müssen Belastungen durch Prüfungen, Fristen und parallele Nebenjobs standhalten. Unsere Befragung zeigt, dass ein Studium heutzutage auch ein hohes Maß an Stressmanagement und Resilienz erfordert."
Geld, Stress und Ernährung belasten die Studierenden am meisten
Themen, die Studentinnen und Studenten am häufigsten beschäftigen, sind die eigene finanzielle Situation, die Bewältigung des Studienalltags und die Ernährung. „Schon junge Menschen spüren finanziellen Druck und müssen Belastungen durch Prüfungen, Fristen und parallele Nebenjobs standhalten. Unsere Befragung zeigt, dass ein Studium heutzutage auch ein hohes Maß an Stressmanagement und Resilienz erfordert“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER.
Nebenjobs und zu hoher Workload beeinträchtigt Zufriedenheit
Gefragt wurden die Studierenden außerdem, wie sie sich in den vergangenen Wochen gefühlt haben. Jeder zehnte Studierende gab an, nur ab und zu froh und gut gelaunt gewesen zu sein. 48 Prozent waren immer oder die meiste Zeit guter Laune. Auch die Zufriedenheit mit dem Studium bewerten sie sehr unterschiedlich. Gefragt, ob das Studium in den meisten Bereichen den Idealvorstellungen entspricht, antworten rund 43 Prozent mit „trifft eher" bis „trifft vollkommen zu“, 31 Prozent mit „trifft eher nicht" bis „trifft überhaupt nicht zu“, und 26 Prozent entscheiden sich für „teils-teils“. Zu den Ursachen für die Unzufriedenheit im Studium gehören fehlende Motivation (42,5 Prozent), Schwierigkeiten, Studium und Nebenjob zu vereinbaren (38,9 Prozent) sowie zu hoher Workload (37,1 Prozent).
Studierende unzufriedener als Gesamtbevölkerung
Als weiteres Ergebnis stellt die Befragung fest, dass Studierende in Deutschland unzufriedener sind als die Gesamtbevölkerung. Auf dem ermittelten Gesamtindex von 0 bis 100 erreichen Studierende demnach 54 Punkte, die Gesamtbevölkerung hingegen 60 Punkte. Bei 54 Punkten gilt das Wohlbefinden als leicht beeinträchtigt, ab 60 Punkten als gut.
Wie wurde die Befragung durchgeführt?
Im Auftrag der BARMER befragte die We are Family GmbH& Co.KG im Zeitraum vom 27. Februar bis 12. März 2026 bundesweit 752 Studentinnen und Studenten. Dabei wurde das Wohlbefinden gemäß des Well-Being Index der World Health Organization gemessen. Die Befragten bewerten ihr Wohlbefinden dabei auf einer Skala von 0 bis 5, wobei 5 das größte Wohlbefinden ausdrückt. Dabei gibt es fünf Fragen und insgesamt maximal 25 Punkte. Diese werden am Ende mit vier multipliziert, um den Gesamtindex zu ermitteln.
Welche Studierenden sind die zufriedensten?
Wer im ersten bis vierten Semester studiert, ist zufriedener als Studierende der Semester fünf bis zehn. Auf einer Skala von eins bis sieben, erreichen sie 4,6 beziehungsweise 4,2 Punkte. Studierende an Universitäten sind mit 4,4 Punkten minimal zufriedener als Studierende an Hochschulen mit rund 4,3 Punkten.
Campus Coach soll Studierende unterstützen
Um alle Studierende zu unterstützen, hat die BARMER den Campus Coach ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein kostenfreies Präventionsprogramm für Studierende, das Wissen, praxisnahe Tipps und persönliche Erfahrungen in den Bereichen Mental Health, Ernährung und Sport, Beziehungen sowie Lernstrategien und wissenschaftliches Arbeiten bündelt. Zudem unterstützt das Programm über 115 Hochschulen und Universitäten in ganz Deutschland, Gesundheit am Campus zu etablieren. Unabhängig vom Campus Coach bietet die BARMER Studierenden kostenlose Online-Kurse zu Fitness, Ernährung und Mental Health und einen kostenlosen Zugang zur Meditationsapp 7Mind für ein Jahr an. Studierende profitieren vom BARMER-Bonusprogramm, das Vereins- oder Hochschulsport mit bis zu 200 Euro im Jahr bezuschusst.
BARMER / RNRed