Theaterpädagogik trifft Therapie: Gemeinsam mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg hat der Passauer Wolf Bad Gögging das Projekt „Scheiter Heiter“ für Menschen mit Parkinson gestartet.
Studierende des Studiengangs Soziale Arbeit der OTH Regensburg bringen beim neuen Projekt theaterpädagogische Methoden aus Schauspiel und Improvisation in die therapeutische Praxis ein.
Stimme, Bewegung, Mimik und Ausdruck gezielt stärken
Das unter fachlicher Begleitung stattfindende Gruppenangebot umfasst vier Termine, bei denen die Parkinsonpatienten dabei unterstützt werden, Stimme, Bewegung, Mimik und Ausdruck gezielt zu stärken. Förderung von Mimik und Gestik Menschen mit Parkinson erleben im Verlauf der Erkrankung häufig Veränderungen in Bewegung, Stimme, Gesichtsausdruck und Körpersprache. Bewegungen können kleiner werden, die Stimme leiser und die Mimik weniger ausgeprägt.
„Kommunikation besteht aus weit mehr als Worten“
Genau hier setzt das Gruppenangebot „Scheiter Heiter“ im Passauer Wolf Bad Gögging an: Spielerische Übungen aus der Theaterpädagogik sollen Parkinsonpatienten dabei unterstützen, größere Bewegungen auszuprobieren, ihre Stimme kraftvoller einzusetzen und Emotionen über Gestik und Mimik bewusster auszudrücken. „Kommunikation besteht aus weit mehr als Worten. Gerade für Menschen mit Parkinson können Mimik, Haltung, Stimme und Ausdruck eine wichtige Rolle spielen, um mit anderen in Verbindung zu bleiben“, erklärt Michaela Forge, Sprachtherapeutin im Passauer Wolf Bad Gögging, die das Projekt therapeutisch begleitet.
Improvisationstheater bisher nur selten in Rehakliniken
„Neben den funktionellen Übungen stehen vor allem Freude, positive Erlebnisse und gemeinsames Ausprobieren im Vordergrund. Der Projektname lädt dazu ein, angstfrei auszuprobieren und Perfektionismus beiseite zu lassen.“ Patienten und Studierende profitieren Das Besondere: Theaterpädagogische Methoden und Elemente aus dem Improvisationstheater werden bislang nur selten im therapeutischen Kontext von Rehakliniken eingesetzt. Der Passauer Wolf Bad Gögging erweitert damit sein Angebot um einen kreativen Ansatz, der klassische Therapieinhalte ergänzt und neue Wege eröffnet.
Wie Michaela Forge weiß, profitieren von der Zusammenarbeit nicht nur die Patienten: „Auch die Studierenden erhalten wertvolle Einblicke in die therapeutische Arbeit mit Menschen mit Parkinson.“ Gleichzeitig entstehen neue Impulse für die Weiterentwicklung bestehender Behandlungskonzepte. Mit „Scheiter Heiter“ entsteht ein Angebot, das Therapie und Kreativität verbindet – und Menschen mit Parkinson darin unterstützt, sichtbar, hörbar und mit Freude aktiv zu bleiben. Weitere Termine sind im Oktober geplant.
PASSAUER WOLF Medizin fürs Leben / RNRed