Duschgel, Shampoo oder Menstruationsartikel gehören für die meisten Menschen selbstverständlich zum Alltag. Für obdach- und wohnungslose Frauen sieht das oft anders aus. Eine Spendenaktion in Regensburg zeigt, wie bereits alltägliche Dinge helfen und sogar den ersten Kontakt zu Betroffenen erleichtern können.
„Jede Spende hilft“, bedankte sich Marion Santl, Leiterin der Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme, bei den Regensburger SPD-Frauen, die wieder einmal mit vollen Händen respektive Tüten voller Hygieneartikel in der Obermünsterstraße 12, vor dem Büro der Caritas Streetwork standen. Stadträtin Andrea Diermeier und Bundestagsabgeordnete Dr. Carolin Wagner hatten Ende Mai zum fünften Mal vor dm Markt in der Königsstraße gestanden und Passanten um Hygienearktikel-Spenden für Frauen gebeten. Am Ende stockten sie den üppig gefüllten und bunt gemischten „Warenkorb“ noch einmal kräftig auf. „Ihre Spenden lassen den Alltag heller werden“, ergänzte Marion Santl die Dankesworte.
Hilfe, die bei den Frauen ankommt
Der Alltag ist für Caritas Streetworkerin Olivia Mantwill die Betreuung und Versorgung von Obdach- und Wohnungslosen, oft in Verbindung mit einer Suchterkrankung. Duschgel, Shampoo, Deo und Creme sind für diese Frauen ebenso wenig selbstverständlich wie Menstruationsartikel, also Tampons und Binden. Die gespendeten Artikel werden in den nächsten Wochen ans Marienheim der Caritas in der Ostengasse, über das Streetwork-Büro in der Obermünsterstraße oder bei den täglichen Einsätzen der erfahrenen Caritas Streetworkerin an die Klientinnen verteilt. „Oft dienen die Artikel auch als Gesprächseinstieg zu den Frauen, die neu auf der Straße sind“, erzählte Olivia Mantwill beim Übergabegespräch mit den SPD-Frauen. „Wir sind immer begeistert von der Spendenbereitschaft“, berichtete Andrea Diermeier, Chefin der Regensburger SPD-Frauen. Der Zugang zu den Spenderinnen und Spendern über den Infostand vor dem Drogeriemarkt sei niederschwellig und erzeuge stets eine hohe Bereitschaft, etwas für Frauen zu tun, für die Hygieneartikel oft ein unerreichbarer Zugang zu mehr Lebensqualität seien. „Hygiene ist ein wichtiger Gesundheitsaspekt“, fügte Dr. Carolin Wagner hinzu. So sei das Aufstocken des Spendenergebnisses nicht nur Tradition, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Steigerung des Selbstwertgefühls für die bedürftigen Frauen.
Caritasverband für die Diözese Regensburg e.V. / RNRed