Für 1.342 Kinder im Landkreis Kelheim beginnt mit dem neuen Schuljahr auch ein neuer Weg durch den Straßenverkehr. Gerade für Erstklässlerinnen und Erstklässler ist der Schulweg eine Herausforderung. Der Verkehrssicherheitsbeauftragte des Landkreises erklärt, wie Eltern ihre Kinder darauf vorbereiten können und worauf es unterwegs ankommt.
Eltern haben häufig Angst um ihre Kinder, wenn diese ohne Begleitung zur Schule gehen. Doch woher kommt diese Angst um die schwächsten Verkehrsteilnehmer auf den Straßen?
In strukturschwachen Gebieten bemängeln Eltern oft fehlende Geh- und Radwege, eine unzureichende Beleuchtung und die wenigen sicheren Querungsmöglichkeiten auf den Straßen. In strukturstarken Gegenden ist die hohe Verkehrsdichte die größte Furcht der Eltern. Diese führe zur Unachtsamkeit der Autofahrer und zu unsicheren Verkehrssituationen. Der Mangel an Schülerlotsen und Schulwegplänen verstärkt die Problematik.Abhilfe bei der neuen Hürde schafft eine gute Vorbereitung der ABC-Schützen - und diese sollte bereits früh beginnen. Im Landkreis Kelheim stehen zum Schulanfang 2026 insgesamt 1.342 Kinder vor dieser Herausforderung.
Schulweg schon vor dem ersten Schultag üben
- Erkunden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die möglichen Schulwege und erklären Sie jede Gefahrenquelle einzeln.
- Üben Sie die ausgewählte Route mit Ihrem Kind in beide Richtungen mehrmals ein – möglichst zu Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen.
- Bringen Sie Ihrem Nachwuchs bei, Fahrzeuge zu beobachten und deren Verhalten zu deuten.
- Machen Sie eine Lernkontrolle mit einem Rollentausch. Lassen Sie Ihr Kind den Schulweg und mögliche Gefahren erklären.
Zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs
- Vermeiden Sie Strecken mit häufigen Querungen der Straße, um kritische Situationen zu minimieren.
- Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste!
- Zeitdruck vermeiden! Wecken Sie Ihr Kind rechtzeitig, damit es sich nicht bereits in der Früh abhetzt.
- Bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen Kinder die Gehwege mit dem Fahrrad benutzen – bis zum 10. Lebensjahr dürfen sie es. Verdeutlichen Sie, dass man bei der Querung der Straße absteigen muss.
- Kinder sollten erst nach Abschluss der schulischen Fahrradprüfung in der 3. bzw. 4. Klasse alleine mit dem Fahrrad am Verkehr teilnehmen. Informieren Sie sich vor der Anschaffung über die aktuellen Standards für Kinderfahrräder und Schutzbekleidung.
- Statten Sie Ihr Kind mit reflektierender und fluoreszierender Kleidung aus, damit es auch bei schlechten Sichtverhältnissen rasch erkannt wird.
Auch Busfahren will gelernt sein
- Auch die ÖPNV-Nutzung muss geübt werden. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es sich nach Möglichkeit setzen soll bzw. wie es sich festhält.
- Auch hier gilt: Wecken Sie Ihr Kind rechtzeitig!
- Erläutern Sie die Gefahren an Haltestellen. Nicht toben, nicht drängeln und Abstand zu abfahrenden und ankommenden Bussen halten sind wichtige Verhaltensregeln, um Unfälle zu vermeiden.
- Wichtig: Erinnern Sie Ihr Kind in regelmäßigen Abständen daran, die Straße erst nach Abfahrt des Beförderungsmittels zu queren.
Warum das Elterntaxi nicht immer die beste Lösung ist
- Vermeiden Sie nach Möglichkeit das Bringen Ihres Kindes mit dem PKW, da hierbei der Aufbau der Verkehrskompetenz Ihres Kindes leidet.
- Die größte Gefahr entsteht bei der Autofahrt durch Unfälle. Achten Sie auf zertifizierte Rückhaltesysteme und deren richtige Einstellung.
- Kontrollieren Sie den Zustand des Gurtes. In den kalten Monaten sollten dicke Jacken vermieden werden, da durch den nicht direkt am Körper anliegenden Gurt schwere Verletzungen entstehen können.
- Machen Sie Ihrem Nachwuchs deutlich, dass die Sicherheitsregeln auch in fremden Fahrzeugen gelten.
- Das Aussteigen sollte auf der Seite der Schule erfolgen, um Straßenüberquerungen zu vermeiden, und stets zum Gehweg hin erfolgen. Nutzen Sie nach Möglichkeit Eltern-Haltestellen, um Ihrem Nachwuchs dennoch eine Teilnahme am Verkehr zu ermöglichen.
Landratsamt Kelheim / RNRed