Der Sommer verabschiedet sich, die dunkle Jahreszeit beginnt: In der Nacht auf Mittwoch erreicht die Sonne den sogenannten Herbstpunkt. Eigentlich müssten Tag und Nacht dann exakt gleich lang sein. Doch wer genau hinsieht, entdeckt einen kleinen Unterschied – und dahinter steckt ein interessantes Phänomen.
Die Blätter färben sich langsam, morgens wird es später hell und abends deutlich früher dunkel. Nun steht auch der Kalender auf Herbst: In der Nacht auf Mittwoch, 23. September, beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische Herbst. Um 2.05 Uhr erreicht die Sonne den sogenannten Herbstpunkt. Es kommt zur Tag-und-Nacht-Gleiche. Doch ganz so ausgeglichen, wie der Name vermuten lässt, ist das Verhältnis von hell und dunkel nicht.
Was passiert beim Herbstanfang?
Zweimal im Jahr überquert die Sonne aus unserer Perspektive den Himmelsäquator: einmal im März und einmal im September. Zur Tag-und-Nacht-Gleiche im September wandert sie auf die südliche Hälfte des Himmels. Auf der Nordhalbkugel beginnt damit der astronomische Herbst, auf der Südhalbkugel der Frühling.
Theoretisch verteilen sich an diesem Tag jeweils zwölf Stunden auf Tag und Nacht. Daher stammt auch die Bezeichnung Äquinoktium, die sich aus den lateinischen Begriffen für „gleich“ und „Nacht“ ableitet.
Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet dabei zwischen dem astronomischen und dem meteorologischen Herbst. Für Meteorologen hat die Jahreszeit bereits am 1. September begonnen. Die Einteilung in jeweils drei vollständige Monate erleichtert die statistische Auswertung und den Vergleich von Wetter- und Klimadaten.
Warum der Tag trotzdem länger ist
Am astronomischen Herbstanfang sind Tag und Nacht in Wirklichkeit nicht exakt gleich lang. Der Grund dafür liegt unter anderem in unserer Atmosphäre. Sonnenaufgang ist bereits dann, wenn der obere Rand der Sonne am Horizont erscheint. Beim Sonnenuntergang gilt entsprechend der Moment, in dem der obere Rand verschwindet. Hinzu kommt ein optischer Effekt: Die Erdatmosphäre bricht die Sonnenstrahlen. Dadurch können wir die Sonne bereits sehen, obwohl sie sich geometrisch betrachtet noch knapp unter dem Horizont befindet. Am Abend bleibt sie aus demselben Grund etwas länger sichtbar.
Nach Angaben des Planetariums Hamburg ist die Nacht zur Tag-und-Nacht-Gleiche deshalb in der Realität etwa elf Minuten kürzer als der Tag.
Jetzt geht das Tageslicht schnell zurück
Mit dem Herbstanfang verändert sich das Verhältnis nun weiter. Die Sonne steht auf der Nordhalbkugel täglich etwas kürzer über dem Horizont. Bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember werden die Nächte länger und die Tage kürzer. Im Herbst lässt sich diese Veränderung besonders gut beobachten. Während der Verlust an Tageslicht rund um die Sommersonnenwende zunächst nur langsam voranschreitet, werden die Unterschiede im September deutlich spürbar.
Ganz plötzlich dunkel wird es natürlich trotzdem nicht. Und der Herbst kann noch reichlich Sonne und Wärme bringen. Eine stabile Hochdrucklage sorgt im September oder Anfang Oktober mitunter für den sogenannten Altweibersommer mit kühlen Nächten und angenehm warmen Tagen.
Eine Stunde gibt es im Oktober zurück
Ein weiterer spürbarer Schritt in Richtung Winterhalbjahr folgt gut einen Monat später. Am Sonntag, 25. Oktober, endet die Sommerzeit. In Deutschland werden die Uhren in der Nacht von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt.
Bis dahin werden die Abende allerdings auch ohne Zeitumstellung jeden Tag etwas früher dunkel. Dafür beginnt nun eine Jahreszeit, die mit bunten Wäldern, klaren Tagen und vielleicht noch dem einen oder anderen warmen Nachmittag ihre ganz eigenen Seiten hat.
RNRed