Die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye hat im zentralen Mittelmeer 24 Menschen aus einem Schlauchboot gerettet. Die Gruppe war nach Angaben der Organisation bereits seit zwei Tagen auf See. Unter den Geretteten befand sich auch ein dreijähriges Kind, das medizinisch versorgt werden musste.
Die Crew der SEA-EYE 5 hat am gestrigen Montag, den 21.09.2026, 24 Menschen aus einem kleinen Schlauchboot im zentralen Mittelmeer gerettet. Unter den Geretteten befinden sich auch Frauen und ein dreijähriges Kind.
Rettung innerhalb weniger Stunden
Um 10:15 Uhr wurde die Crew über einen Seenotfall informiert und steuerte umgehend die gemeldete Position an. Die Sea Bird 2 von Sea-Watch bestätigte den Notfall aus der Luft und sichtete ein schwarzes Schlauchboot mit rund 30 Menschen an Bord. Gegen 11:30 Uhr nahm die SEA-EYE 5 Sichtkontakt zu dem Boot auf und ließ ein Rettungsboot zu Wasser. Es befanden sich 24 Menschen an Bord des seeuntüchtigen Schlauchboots. Dieses verfügte über keinerlei lebensrettende Ausrüstung und roch stark nach Treibstoff. Um 12:36 Uhr waren alle 24 Menschen sicher an Bord der SEA-EYE 5.
Dreijähriges Kind stark dehydriert
Dr. Christin Linderkamp von German Doctors, die die medizinische Versorgung an Bord der SEA-EYE 5 leitet, berichtet:
„Die 24 Überlebenden waren seit zwei Tagen auf See und völlig erschöpft. Unter ihnen befand sich ein dreijähriges Kind, das stark dehydriert und sehr schwach war. Als Kinderärztin konnte ich ihren Zustand stabilisieren. Wir hatten unglaublich viel Glück, sie rechtzeitig gefunden zu haben.“
Kurs auf Lampedusa
Die italienischen Behörden wiesen der SEA-EYE 5 zunächst Palermo als sicheren Hafen zu. Aufgrund technischer Probleme, die auf dem Weg dorthin auftraten, bat die Crew darum, stattdessen Lampedusa anlaufen zu dürfen. Die Anfrage wurde bewilligt. Die SEA-EYE 5 wird voraussichtlich heute Nachmittag in Lampedusa eintreffen.
Die aktuelle Rotation wird durch die deutsche Postcode-Lotterie und die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt.
Sea-Eye e. V. / RNRed